Der Tod sei kein Problem, der Westen satanistisch und die Welt nichts ohne Russland – ein Auszug aus dem russischen Staatsfernsehen.
Moskau – Im Osten nichts Neues: Während sich die russische Armee mit allerlei Problemen im Ukraine-Krieg zu kämpfen hat, läuft die Propagandamaschinerie in der Heimat auf Hochtouren. Allen voran Talkshow-Gastgeber Wladimir Solowjow verbreitet weiter Verschwörungstheorien.
Solowjow hat nun versucht, russische Soldaten persönlich aufzumuntern und zum bedingungslosen Kampf aufzurufen – bei einem Besuch vor Ort. „Es gibt keinen Tod, sondern nur den Weg zur Unsterblichkeit“, sagte Solowjow in seiner für das Staatsfernsehen mitgefilmten Ansprache. Einen Clip der Sequenz teilte die US-Journalistin Julia Davis auf Twitter über ihren „Russian Media Monitor“.
Top Russian propagandist Vladimir Solovyov, who is for some reason still not sanctioned by the U.S., tells Russian troops in Ukraine that they're fighting a holy war. He chants "Allahu Akbar" and insists that unless Russia wins, the world will vanish.https://t.co/oCpMKnUmQa
Propaganda aus Russland: Homophobie wird großgeschrieben
Bevor Solowjow das Wort ergriff, hielt ein – dem Anschein nach – tschetschenischer Kommandeur eine Rede vor seinen Soldaten. Wie Newsweek berichtet, ist sein Name Magomed Tschitanajew. Seine minutenlange Ansprache triefte vor Homophobie; in was für einer Welt lebe man, in der die Ukraine „Gay-Paraden in Kiew, Charkiw und Odessa“ genehmige, fragte Tschitanajew. Selbst der „römische Papst“ habe inzwischen die gleichgeschlechtliche Ehe und Geschlechtsumwandlungen „legalisiert“, nun habe er „offiziell den Tempel von Satan geöffnet“.
Ukraine-Besuche im Krieg – Die Politik zeigt Solidarität
Die Aussagen erinnern – wenig überraschend – an die Propaganda des Tschetschenen-Führers Ramsan Kadyrow. Der Kommandant fuhr fort, dass man einen „Heiligen Krieg“ gegen „Faschisten“ führe. Während man selbst „auf der Seite Gottes“ kämpfe, befinde sich der Westen „auf der Seite Satans“ – ein Narrativ, das Wladimir Putins Top-Propagandist Solowjow im Anschluss noch weitersponn.
Ukraine-Krieg: Russland kämpft gegen „Satanismus“ des Westens
Im Krieg gegen die Ukraine gebe es keinen Schmerz, so Solowjow. „Es gibt nur Bedauern, nicht mehr Feinde ausgeschaltet zu haben“. Der eigene Tod habe nichts zu bedeuten, schließlich „machen wir durch unsere Kinder weiter“. Doch in was für einer Zukunft sollten Kinder aufwachsen, wenn „Männer mit Männern schlafen?“, fragte er die russischen Soldaten.
„50 Länder sind gegen uns, und sie alle sind durch eine Sache vereint: Satanismus“, sagte Solowjow. Egal, wie sehr der Westen versuche, „schöne Worte zu finden“, im Kern sei er gegen Gott. Bevor der Nicht-Moslem Solowjow abschließend ein unbeholfenes „Allahu Akbar“ herausposaunte, schloss er seine Rede mit einem angeblichen Zitat Wladimir Putins ab: „Wenn wir nicht gewinnen, wird nicht Russland, sondern die ganze Welt verschwinden. Wer braucht schon die Welt, wenn es Russland nicht gibt?“ (nak)