Der „Jäger“

Putins unbemannte Wunderwaffe: Russlands neuer Stealth Fighter soll Wende im Ukraine-Krieg bringen

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Die S-70 Ochotnik ist ein hochmodernes unbemanntes Kampfflugzeug mit überragenden Tarnkappenfähigkeiten. Bald könnte Putins „Jäger“ im Ukraine-Krieg im Einsatz sein.

Kiew – Seit Jahren arbeitet Russland an seinem ersten unbemannten Kampfflugzeug. Bis Ende des Jahres sollen die staatlichen Tests der schweren Kampfdrohne Suchoi S-70 Ochotnik (zu Deutsch: „Jäger“) abgeschlossen sein. Rund ein Dutzend Modelle könnten Berichten zufolge schon bald an die russischen Luftstreitkräfte gehen – und auch im Ukraine-Krieg zum Einsatz kommen.

Putins neue Wunderwaffe: Russlands unbemannter Stealth-Flieger soll Wende im Ukraine-Krieg bringen

Die Serienproduktion der Tarnkappendrohne werde noch im Jahr 2023 beginnen, kündigte der Chef des russischen Rüstungskonzerns Rostec, Sergej Tschemesow bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Mai vergangenen Jahres an. Das Modell hat offenbar überlegene Tarnkappenfähigkeiten haben und auch der Name „Jäger“ kommt nicht von ungefähr: Die unbemannte Kampfdrohne soll sogar andere Kampfjets vom Himmel holen können und könnte so ein Mittel zur Wende im Ukraine-Krieg sein.

Äußerlich ähnelt das Modell den Tarnkappenbombern der USA und hat dank seines Nurflügler-Designs einen kleinen Radarschatten. Laut dem Hersteller Rostec, ist das Modell „praktisch unsichtbar“. Militärexperten zufolge könnte der „Jäger“ sogar das derzeit weltweit tarnkappenstärkste Kampfflugzeuge seiner Größe sein, so das Fachportal Militarywatchmagazine.

Wende im Ukraine-Krieg: „Jäger“ kommt auch als „Wingman“ für Su-57 Kampfjets zum Einsatz

Das unbemannte Kampfflugzeug ist für den gemeinsamen Einsatz mit dem Su-57 Kampfjet konzipiert und soll diesen vor feindlicher Luftabwehr schützen und könnte im Ukraine-Krieg auch als Abfangjäger fungieren. Zudem kann die Ochotnik als eine Art „Wingman“ bemannte Kampfflugzeuge beim Eindringen in den feindlichen Luftraum unterstützen. In ihren Dimensionen steht die Tarnkappendrohne ihrem bemannten Kampfpartner in kaum etwas nach.

Berichten von Militarywatchmagazine zufolge sind die Waffenschächte ähnlich, weshalb der Stealth-Flieger etwa R-77M Luft-Luft-Raketen und Kh-59MK2 radarausweichende Luft-Boden-Raketen abfeuern kann. Der Jäger kann bis zu 2000 Kilogramm schwere Waffen tragen, wie die russische Agentur Interfax berichtet. Auch Präzisionsangriffe auf weite Entfernungen sind möglich.

Das erste unbemannte Kampfflugzeug Russland, die Tarnkappendrohne S-70 Ochotnik (Symbolbild).

Putins Wunderwaffe: Steuerung von Russlands Stealth-Fighters erfolgt auch über Künstliche Intelligenz

Details hält Russland geheim, doch Experten zufolge wird das Modell wohl in einer Kombination aus Künstlicher Intelligenz und menschlicher Kontrolle gesteuert. Das System ist hochintelligent und kann eine Vielzahl an Aufgaben erfüllen, wobei das unbemannte Kampfflugzeug alleine oder im Verbund mit anderen Flugzeugen zum Einsatz kommt, was Putins Wunderwaffe für einen möglichen Einsatz im Ukraine-Krieg äußerst flexibel macht.

„Zudem entsteht für die Drohne ein neues Bodenkontrollzentrum, das auf die Anforderungen des Militärs ausgelegt ist. Diese Lösungen werden die Fähigkeiten der Maschine erheblich steigern“, hatte Rostec-Chef Tschemesow bei der Vorstellung der Drohne erklärt.

Stealth Fighter als Wende im Ukraine-Krieg: Technische Daten der S-70 Ochotnik zu Putins Wunderwaffe

Gewicht:20 Tonnen
Design:Nurflügelflugzeug
Geschwindigkeit:Bis zu 1.000 Kilometer pro Stunde*
Besonderheiten:Herausragende Tarnkappeneigenschaften
Antrieb: Flachdüsenstrahler
Länge: Etwa 14 Meter
Spannweite: Etwa 19 Meter

Quelle: *Russische Angaben laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass, Fachmagazin Flugrevue, Herstellerangaben

Wende im Ukraine-Krieg: Zwölf bis 16 Tarnkappendrohnen könnten bis Ende des Jahres an Russland Armee gehen

„Nach den derzeitigen Plänen soll [...] die Massenproduktion und Lieferung an die Armee ab 2024 beginnen“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass Anfang August unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Eine offizielle Bestätigung der Angaben lag zunächst nicht vor. Etwa zwölf bis 16 Modelle sollen russische Truppen noch in diesem Jahr erhalten, hieß es bei Militarywatchmagazine, wobei Tass für die Lieferung keinen konkreten Zeitpunkt nannte.

Schon bald könnte die Drohne also im Ukraine-Krieg im Einsatz sein. Auch ohne die Ochotnik ist Putins Flotte etwa zehnmal so groß wie die der Ukraine. Russland hat ein fast überwältigendes Maß an Luftüberlegenheit, das es noch nicht in den Krieg eingebracht hat“, sagte der Experte Dale Buckner, CEO der internationalen Sicherheitsfirma Global Guardian, kürzlich im Gespräch mit Newsweek. Kiew fordert indes von seinen westlichen Verbündeten moderne F16-Jets zur militärischen Unterstützung im Kampf gegen den russischen Angriff.

Rubriklistenbild: © IMAGO / SNA

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