VonFabian Müllerschließen
Ein russischer Politiker fordert als Reaktion auf die schlechte Beziehung mit den USA, dass Russland sein Atomarsenal aufstockt. Die internationale Sicherheit sei gefährdet.
Moskau – Weil sich die Beziehung zu den Vereinigten Staaten von Amerika zusehends verschlechtere, solle Russland sein Atomarsenal aufstocken. Diese krude Forderung sprach ein hochrangiger russischer Politiker aus, Oleg Morosow, seines Zeichens Abgeordneter der Staatsduma. Morosow begründete dies weiterhin mit der schwierigen Lage in der Ukraine und dem Zusammenbruch wichtiger internationaler Rüstungskontrollverträge.
Am Freitag erklärte Morosow, Mitglied in Wladimir Putins Partei „Einiges Russland“, gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, der Zusammenbruch des amerikanisch-russischen New-START-Abkommens lasse Moskau „keine andere Wahl“, als seine nukleare Bedrohung zu „verschärfen“.
Russischer Politiker fordert mehr Atomwaffen: USA „zerstören internationales Sicherheitssystem“
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine droht Moskau immer wieder mit seinen Atomwaffen, in den Monaten seit Kriegsausbruch wurden nach und nach wichtige internationale Rüstungskontrollverträge aufgekündigt. Als Reaktion auf die russische Aufkündigung des New-START-Abkommens kündigten die USA nun an, keine Daten mehr an den Kreml weiterzugeben.
Morosow unterliegt Sanktionen der Europäischen Union. In der Vergangenheit deutete er immer wieder an, Russland könne Polen und Großbritannien angreifen. Die Entscheidung der USA, keine Daten mehr mit Russland zu teilen, bezeichnete er als nukleare Eskalation. „Die Vereinigten Staaten zerstören seit vielen Jahren das gesamte internationale Sicherheitssystem in der Welt, um sich einseitige Vorteile zu verschaffen“, sagte Morosow gegenüber RIA Novosti.
Video: Was ist der New-Start-Atomwaffenvertrag?
„Sie lassen uns keine Wahl“, sagte Morosow weiter, Russland brauche nun „Hyperschall, Nukleartriebwerke, Genauigkeit und Unverwundbarkeit“. Sein Land habe „nur zwei Möglichkeiten, einen Atomkrieg zu beginnen: ihn zu gewinnen oder ihn nicht zu verlieren“. Das müssten die Amerikaner lernen, schloss Morosow.
Der Abrüstungsvertrag „New Start“ war lange Zeit das einzige noch verbliebene große Abkommen zur Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland. Der Vertrag begrenzt die Atomwaffenarsenale beider Länder auf je 800 Trägersysteme und je 1550 einsatzbereite Sprengköpfe. Zudem wurde darin geregelt, dass Washington und Moskau Informationen über ihre strategischen Atomwaffenarsenale austauschen. (fmü)
