VonLinus Prienschließen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einem Interview über die Lage in der Ukraine. Er beschrieb die Zerstörung in seinem Land und behielt dennoch Zuversicht.
Berlin - „Jeder von uns ist Präsident und jeder von uns ist Krieger. Wir werden alle bis zum Ende kämpfen.“ Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview, das in der Welt veröffentlicht wurde. Selenskyj beschrieb die gegenwärtige Zerstörung in der Ukraine, ging auf Verhandlungen mit Wladimir Putin ein und prangerte russische Kriegsverbrechen im eskalierten Ukraine-Konflikt an.
Ukraine-Krieg: Die russischen Kriegsverbrechen
Der ukrainische Präsident beschwor den Geist seines Volkes. Die Bevölkerung verteidige weiter ihr Land, trotz russischer Verbrechen: „Sie verwenden Waffen und Bomben, die durch internationale Konventionen verboten sind. Sie töten Zivilisten, Frauen und Kinder. Sie bombardieren Krankenhäuser, Schulen und Theater, in denen sich Zivilisten in Kellern verstecken, und sie tun es absichtlich. Sie rauben Häuser und Wohnungen aus und nehmen in ihren gepanzerten Fahrzeugen Geschirr, Kleidung und Möbel mit. Sie vergewaltigen Frauen, foltern Gefangene und töten Kinder.“
Selenskyj beteuerte, dass die Ukraine alles wieder aufbauen werde. Der Schaden sei dennoch enorm: „(...) die Infrastruktur, die Brücken und Straßen, die wir in den letzten Jahren wieder aufgebaut hatten, Wohnsiedlungen, neue Schulen, Krankenhäuser werden zerstört. Mehrere Städte sind völlig vernichtet: Hostomel, Volnovakha, Bucha.“, sagte er im Interview. Insgesamt wurden laut Selenskyj 550 Bildungseinrichtungen und 246 Krankenhäuser bombardiert.
Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt vor einem sich ausbreitenden Konflikt
Selenskyj sagte, die Aggression habe zwar in der Ukraine begonnen. Sie richtete sich jedoch gegen ganz Europa. Für Selenskyj ist klar: „Aber Putin wird hier nicht stehen bleiben, er wird weitergehen, das muss allen Europäern, allen führenden Politikern in Europa und der Welt klar sein.“ Das Ziel Wladimir Putins sei es, mit Gewalt, eine neue Weltordnung zu schaffen. Auf ein Treffen mit dem russischen Präsidenten, habe sich Selenskyj vorbereitet, seitdem er zum Präsidenten gewählt wurde: „Ich bin jetzt zu diesem Treffen bereit, wie ich wiederholt öffentlich erklärt habe.“ Dem ukrainischen Präsidenten zufolge, ist die Ukraine bereit über die Bedingungen eines Waffenstillstands zu reden, wird sich jedoch von Russland kein Ultimatum aufzwingen lassen.
Appell von Selenskyj: Gebt uns Flugzeuge, Luftabwehrsysteme und so weiter
Laut Selenskyj sind die größten Verluste für die Ukraine die Zivilisten, die durch Bomben-, Luft- und Raketenangriffen in den Städten sterben. Er appellierte erneut an die Nato: „Aber gebt uns wenigstens jetzt schnell Waffen, mit denen wir unseren Himmel schützen können. Gebt uns Flugzeuge, Luftabwehrsysteme und so weiter.“ Zudem forderte der ukrainische Präsident von allen Staaten weitere Sanktionen gegen Russland.
Selenskyj hielt weiter an dem Vorhaben fest, sein Land in die Europäische Union zu bringen: „Schließlich ist es heute die Ukraine, die alle europäischen Werte und Freiheiten in einem blutigen Kampf verteidigt (...).“ Dieser Krieg habe auch deutlich gemacht, wer die Freunde des ukrainischen Volks seien und wer lediglich Zuschauer sei. (lp)
Rubriklistenbild: © IMAGO/President Of Ukraine
