Im Ukraine-Krieg hat Russland zunehmend mit Ressourcenknappheit zu kämpfen. Russische Soldaten setzen offenbar Feldspaten für den Nahkampf ein.
München – Russland hat im Ukraine-Krieg vermehrt mit Ressourcenmangel zu kämpfen. Engpässe bei Waffen und Munition lassen das russische Militär zu teils bizarren Lösungen greifen. Nach Angaben des britischen Geheimdienstes sollen russische Soldaten zuletzt mit Schaufeln in den Kampf geschickt worden sein. Dies verkündete das britische Verteidigungsministerium in seinem täglichen Kurzbericht auf Twitter. Russische Reservisten hätten demnach einen ukrainischen Stützpunkt nur mit „Schusswaffen und Schaufeln“ angegriffen. Auch 80 Jahre alte Schiffsgeschütze auf Fahrzeugen würden aufgrund von Materialmangel von Russland eingesetzt.
Ukraine-Krieg: Wegen Knappheit bei Munition müssen Russlands Soldaten mit Schaufeln kämpfen
Bei den Schaufeln handelt es sich um den Feldspaten MPL-50m der zur Standardausrüstung russischer Streitkräfte gehört. Dieser komme bei den russischen Soldaten im Nahkampf mangels Knappheit bei der Munition zum Einsatz, schreibt das britische Verteidigungsministerium. Der Spaten, eigentlich ein Schanzenwerkzeug, ist seit seiner Einführung im Jahr 1869 kaum weiterentwickelt worden. Dass dieser nun auch im Ukraine-Krieg wieder zum Einsatz komme, verdeutliche nur die brutalen und technologisch einfachen Kämpfe, die charakteristisch für einen Großteil des Ukraine-Krieges seien, schreibt das Verteidigungsministerium weiter.
Russland führt seinen Angriffskrieg in der Ukraine laut Geheimdienst immer öfter im Nahkampf
Zudem hätten Nahkämpfe in der Ukraine zuletzt immer weiter zugenommen. Dies sei vermutlich darauf zurückzuführen, dass die russische Kommandoführung auf offensive Angriffe setzt, an der größtenteils Fußsoldaten und weniger unterstützende Artillerie zum Einsatz kommen. Der Grund dafür sei die vorherrschende Munitionsknappheit auf russischer Seite. Doch auch die russische Armee selbst scheint im desolaten Zustand.
So seien die Reservisten laut dem britischen Verteidigungsministerium teilweise „weder physisch noch psychisch“ für den Kampf vorbereitet beschrieben worden. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine veröffentlicht das britische Verteidigungsministerium unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Neuigkeiten zum Kriegsverlauf. Die britische Regierung will somit russischen Falschinformationen entgegentreten und die Moral unter den Verbündeten aufrechterhalten. Moskau hingegen wirft London laut der Deutschen Presseagentur eine Desinformationskampagne vor. Doch nicht nur Schaufeln, auch die Uralt-Waffe Mörser ist in dem Krieg laut Militärexperten „wichtiger denn je“. (Niklas Müller)
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