„Massive Militärhilfe fortsetzen“

Rutte zögert bei Vorschlag zur Ukraine: Selenskyjs „Siegesplan“ auf dem Nato-Gipfel

  • schließen

Wann tritt die Ukraine der Nato bei? Dieser Schritt ist ein Schlüsselelement von Selenskyjs „Siegesplan“. Der Generalsekretär zeigt sich zurückhaltend.

Brüssel – Ein rascher Nato-Beitritt als Teil des „Siegesplans“: Dies fordert der ukrainische Präsident beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Der Nato-Chef lässt sich diesbezüglich aber noch nicht aus der Reserve locken: Generalsekretär Mark Rutte wollte sich nicht festlegen, wann die Ukraine Mitgliedsstaat werden könne. „Ich kann heute noch nicht genau skizzieren, wie der Weg aussehen wird, aber ich bin absolut zuversichtlich, dass sich die Ukraine uns in Zukunft anschließen wird“, äußerte der Niederländer.

Sieht die Bündnisstaaten auf Kurs: Nato-Generalsekretär Mark Rutte. (Archivbild)

Rutte nennt Siegesplan von Selenskyj „starkes Signal“ – aber zeigt keine volle Unterstützung

Rutte nannte den am Mittwoch vorgestellten Plan im Verteidigungskrieg gegen Aggressor Russland „ein starkes Signal von Selenskyj“ – warnte jedoch: „Das bedeutet nicht, dass ich hier sagen kann, dass ich den gesamten Plan unterstütze.“ In der Zwischenzeit werde die Nato „die massive Militärhilfe in die Ukraine fortsetzen. Russland muss verstehen, dass wir das so lange tun werden, wie sie die Kriegsanstrengungen fortsetzen.“

Rutte sagte weiter über den Plan, dieser habe „viele Aspekte und viele politische und militärische Fragen, die wir wirklich mit den Ukrainern klären müssen, um zu verstehen, was dahinter steckt, um zu sehen, was wir tun können und was nicht“, fügte er hinzu.

Russland feuert Raketen auf Kinderkrankenhaus in Kiew: Fotos zeigen erschütternde Szenen

Rauch über Kiew. Die ukrainische Hauptstadt wurde am Montag von mehreren russischen Raketen getroffen.
Rauch über Kiew. Die ukrainische Hauptstadt wurde am Montag von mehreren russischen Raketen getroffen. © Evgeniy Maloletka / dpa
Die Schäden nach dem russischen Angriff auf Kiew sind beachtlich, wie hier zu sehen im Lukianivska Bezirk.
Die Schäden nach dem russischen Angriff auf Kiew sind beachtlich, wie hier zu sehen im Lukianivska Bezirk. © Andreas Stroh / dpa
Das Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew wurde durch die russischen Raketen schwer getroffen.
Das Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew wurde durch die russischen Raketen schwer getroffen. Rettungskräfte und Zivilisten suchen nach möglichen Verschütteten. © Evgeniy Maloletka / dpa
Ein augenscheinlich verletzter Mann telefoniert nach dem schweren Angriff auf Kiew.
Ein augenscheinlich verletzter Mann telefoniert nach dem schweren Angriff auf Kiew. © dpa/AP | Efrem Lukatsky
Eine Frau kümmert sich um ein Kind vor dem von russischen Raketen getroffenen Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew.
Eine Frau kümmert sich um ein Kind vor dem von russischen Raketen getroffenen Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew. © Evgeniy Maloletka / dpa
Ein Blick in das Kinderkrankenhaus zeigt, wie schwer die Raketen aus Russland die Klinik in der Ukraine verwüstet haben.
Ein Blick in das Kinderkrankenhaus zeigt, wie schwer die Raketen aus Russland die Klinik in der Ukraine verwüstet haben. © Evgeniy Maloletka / dpa
Mit blutigem Gewand steht ein Krankenhaus-Mitarbeiter vor den Trümmern nach dem russischen Raketenangriff auf Kiew.
Mit blutigem Gewand steht ein Krankenhaus-Mitarbeiter vor den Trümmern nach dem russischen Raketenangriff auf Kiew. © IMAGO/Madeleine Kelly/ZUMA Press Wire
Rettungskräfte räumen die Trümmer nach dem schweren russischen Angriff auf Kiew vor der Kinderklinik.
Rettungskräfte räumen die Trümmer nach dem schweren russischen Angriff auf Kiew vor der Kinderklinik. © Evgeniy Maloletka / dpa
In der nähe des von einer Rakete getroffenen Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses trägt ein Mann ein Kind aus der Gefahrenzone.
In der nähe des von einer Rakete getroffenen Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses trägt ein Mann ein Kind aus der Gefahrenzone. © Evgeniy Maloletka / dpa
Nach dem schweren russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt werden verletzte abtransportiert.
Nach dem schweren russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt werden Verletzte abtransportiert. © IMAGO/Madeleine Kelly/ZUMA Press Wire
Kinder warten in der Nähe des Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses, das von russischen Raketen getroffen wurde.
Kinder warten in der Nähe des Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses, das von russischen Raketen getroffen wurde. © Evgeniy Maloletka / dpa
Vereinte Kräfte bei den Bergungsarbeiten: Retter tragen ein Stück des Daches am Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew weg.
Vereinte Kräfte bei den Bergungsarbeiten: Retter tragen ein Stück des Daches am Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew weg. © Evgeniy Maloletka / dpa
Ein Feuerwehrmann sitzt bei Rettungsarbeiten in Kiew nach dem schweren russischen Angriff im Schutt.
Ein Feuerwehrmann sitzt bei Rettungsarbeiten in Kiew nach dem schweren russischen Angriff im Schutt. © Aleksandr Gusev / dpa
Auch am Tag nach dem russischen Raketenangriff auf ein Kinderkrankenhaus in Kiew gehen die Aufräumarbeiten weiter.
Auch am Tag nach dem russischen Raketenangriff auf ein Kinderkrankenhaus in Kiew gehen die Aufräumarbeiten weiter. © IMAGO/Maxym MarusenkoNurPhoto
Nach dem russischen Angriff auf das Kinderkrankenhaus mussten die schwer kranken Kinder draußen vor der Klinik behandelt werden.
Nach dem russischen Angriff auf das Kinderkrankenhaus mussten die schwer kranken Kinder draußen vor der Klinik behandelt werden. © IMAGO/Maxym Marusenko/NurPhoto
In Kiew stehen Krankenhaus-Betten auf der Straße, um nach dem Angriff auf die Kinderklinik die Patienten weiter betreuen zu können.
In Kiew stehen Krankenhaus-Betten auf der Straße, um nach dem Angriff auf die Kinderklinik die Patienten weiter betreuen zu können. © IMAGO/Bahmut Pavlo/Ukrinform/Abaca
Ein Blick in das Kinderkrankenhaus in Kiew zeigt, wie schwer die russischen Raketen die Klinik zerstört haben.
Ein Blick in das Kinderkrankenhaus in Kiew zeigt, wie schwer die russischen Raketen die Klinik zerstört haben. © IMAGO/Ruslan Kaniuka/Ukrinform/ABACA
Medizinisches Personal und Freiwillige räumen Trümmer, suchen unter dem Schutt des Kinderkrankenhauses nach Opfern.
Medizinisches Personal und Freiwillige räumen Trümmer, suchen unter dem Schutt des Kinderkrankenhauses nach Opfern. © Anton Shtuka / dpa
Verzweiflung herrscht in Kiew. Nach dem Angriff auf die Kinderklinik suchen Erwachsene und Kinder Schutz in Kellern.
Verzweiflung herrscht in Kiew. Nach dem Angriff auf die Kinderklinik suchen Erwachsene und Kinder Schutz in Kellern. © Anton Shtuka / dpa

Mit den Reaktionen aus der EU auf seinen Plan zeigte sich Selenskyj dennoch insgesamt zufrieden: Von den 18 europäischen Staats- und Regierungschefs, die sich zu seinem „Siegesplan“ geäußert hätten, hätten die meisten „volle Unterstützung“ signalisiert. Offiziell erwähnt wird der Plan in der Gipfelerklärung zur Ukraine allerdings nicht. Es ist nur von einem „Meinungsaustausch“ mit dem ukrainischen Präsidenten die Rede.

Selenskyj fürchtet Einsatz von 10.000 Nordkoreanern in der Ukraine

Selenskyj begründete seine Forderungen in Brüssel auch mit der heiklen Lage im russischen Angriffskrieg. Er warf Russland vor, tausende nordkoreanische Soldaten für den Einsatz gegen die Ukraine in der russischen Armee vorzubereiten. „Wir wissen von den Geheimdiensten, dass 10.000 Soldaten aus Nordkorea dafür trainiert werden, gegen uns zu kämpfen“, sagte er. Auch neue Finanzmittel für Rüstung forderte er ein. Außerdem sprach er die drohenden Probleme sei in der Energieversorgung im Winter an, da die Kraftwerke und Infrastruktur durch die russischen Angriffe teils schwer beschädigt seien.

Die Verteidigungsminister wollen zum Abschluss des Treffens auch über den laufenden Ausbau der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten des Bündnisses beraten. Ein Thema dabei soll eine Initiative zur Verbesserung der Standardisierung von Waffen und Munition sein. „Standards sind die Grundlage unserer Fähigkeit, gemeinsam zu kämpfen“, betonte Rutte vor den Gesprächen. Eine bessere Umsetzung der Standards könne auch dazu beitragen, die Kosten für die Beschaffung von Verteidigungsgütern zu senken.

Verteidigungsminister beraten über Standardisierung von Nato-Waffen

Als ein Beispiel für Defizite bei der Standardisierung werden im Bündnis Probleme im Deutsch-Niederländischen Corps genannt. In der multinationalen Einheit kann demnach die niederländische 155-mm-Standardmunition nicht in deutschen Haubitzen verwendet werden und umgekehrt. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nahm erkältungsbedingt nur am ersten Tag des Treffens teil.

Rubriklistenbild: © Ukraine Presidency/imago

Kommentare