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Laut dem ukrainischen Geheimdienst hat Russland die Kühlbecken im AKW Saporischschja vermint, Moskau reagiert bislang nicht auf die Anschuldigungen.
Saporischschja - Russische Streitkräfte sollen das Kühlbecken für die Reaktoren des Kernkraftwerks Saporischschja vermint haben. Davon geht der ukrainische Militärnachrichtendienst (GUR) aus. Der Sechs-Reaktoren-Komplex, Europas größtes Kernkraftwerk, ist kurz nach dem Einmarsch Russlands im Februar 2022 besetzt worden. „Das Erschreckendste ist, dass das Kernkraftwerk Saporischschja in dieser Zeit zusätzlich vermint wurde - und zwar das Kühlbecken“, sagte der Chef des GUR, Kyrylo Budanow, im ukrainischen Fernsehen, ohne aber Beweise für seine Behauptung vorzulegen.
Zuvor hatten sich beide Seiten gegenseitig beschuldigt, die Anlage und ihre Umgebung beschossen zu haben. Internationale Bemühungen um die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone um den Komplex sind bisher gescheitert. Im vergangenen Jahr sorgten Gefechte rund um das Atomkraftwerk immer wieder für gefährliche Stromausfälle. Deshalb sind die sechs Reaktorblöcke inzwischen seit mehreren Monaten abgeschaltet.
Kühlbecken in AKW Saporischschja: Reaktoren werden mit Wasser aus Kachowka-Stausee gekühlt
Nach der Explosion am Kachowka-Staudamm war die Sorge groß, wie das AKW Saporischschja künftig gekühlt werden sollte, das Wasser hierfür kam bislang aus dem Stausee. Laut der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA besteht derzeit allerdings „kein unmittelbares Risiko für die Sicherheit der Anlage.“
Kiew und Moskau weisen sich weiterhin gegenseitig die Schuld an der Explosion zu, laut dem ukrainischen Geheimdienst hatten die Russen an Pfeilern und Schleusen explosives Material angebracht und zwei mit Sprengstoff gefüllte LKWs auf dem Damm platziert, Beweise legte der GUR allerdings nicht vor.
Kachowka-Staudamm in der Ukraine gesprengt: Erste Fotos zeigen die schlimmen Folgen




Russland wirft Ukraine Bau einer „schmutzigen Bombe“ vor - Kiew dementiert
Unterdessen wies das ukrainische Verteidigungsministerium eine russische Andeutung zurück, das Land könne eine „schmutzige Bombe“ bauen. Das Ministerium erklärte, die am Montag (19. Juni) von Sergej Naryschkin, dem Leiter des russischen Auslandsgeheimdienstes SVR, geäußerte Vermutung sei bereits im vergangenen Jahr von Moskau vorgebracht worden.
In einer Erklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums hieß es, man wolle damit „von den klaren Niederlagen der Besatzungstruppen an der Front ablenken und Misstrauen unter den westlichen Verbündeten“ säen. „Wenn Russland von einer ‚schmutzigen Bombe‘ spricht, könnte deren Einsatz durch Russland eine echte Bedrohung darstellen“, so das Ministerium.
Video: Atomexperte über die Gefahr für das AKW Saporischschja
Naryschkin hatte die Atomaufsichtsbehörde der Vereinten Nationen und die Europäische Union aufgefordert, den Transport von „verstrahltem Brennstoff“ aus dem Kernkraftwerk Rivne in der Westukraine zur Entsorgung in einem Lager für abgebrannte Brennstoffe in Tschernobyl zu untersuchen. (fmü mit Agenturen)
