Unter strengen Bedingungen

„Schöne Erinnerungen“: Kim Jong-un äußert Bereitschaft für Dialog mit Trump

  • schließen

Nordkorea und die USA führten seit Trumps erster Präsidentschaft keine Gespräche mehr. Jetzt signalisieren beide Parteien Bereitschaft für ein Treffen.

Pyöngyang/Washington, DC – Bei seinem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung Ende August (25. August) im Weißen Haus hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, bereit für Gespräche mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un zu sein. Ausgangspunkt dafür war Myungs Vorschlag, Trump könne als Vermittler zwischen den beiden Staaten agieren, damit diese ihre beidseitigen Diskrepanzen ruhen lassen. Nun reagierte Nordkoreas Staatschef: Auch Kim Jong-un zeigt sich offen für ein Treffen mit dem US-Präsidenten. Doch die Bedingungen dafür könnten kaum enger gefasst sein.

Einblicke ins Reich von Kim Jong-un: Alltag in Nordkorea

Menschen an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea
Nordkorea ist das wohl geheimnisvollste Land der Erde: eine totalitäre Diktatur, in der der Einzelne nichts zählt, ohne Freiheiten und Menschenrechte, abgeschottet vom Rest der Welt. Schätzungsweise 26 Millionen Menschen leben in dem Land, das im Norden an China und Russland grenzt und im Süden an das freiheitliche, demokratische Südkorea. Nordkoreas Grenzen sind für die meisten Menschen unüberwindbar – kaum einer kommt rein, noch weniger Menschen kommen raus. © Ed Jones/afp
Munsu Wasserpark in Pjöngjang.
Als buntes, lebensfrohes Paradies für alle, so zeigt sich Nordkorea gerne. So wie hier, im Munsu Wasserpark in Pjöngjang. Außerhalb der Hauptstadt, in der vor allem die Eliten wohnen, ist das Leben in Nordkorea aber vor allem trist und von Mangel und massiven Menschenrechtsverletzungen geprägt. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2013. © Xinhua/Imago
Burgerladen in Pjöngjang
Die USA sind der erklärte Hauptfeind des nordkoreanischen Regimes. Das hindert das Land aber offenbar nicht, amerikanische Esskultur zu zelebrieren – wie hier in einem Burgerladen in Pjöngjang (Aufnahme von 2018). © Ed Jones/AFP
Braut und Bräutigam posieren für Fotos mit einem Pferd in der Reitschule Mirim am Stadtrand von Pjöngjang
Braut und Bräutigam posieren für Fotos mit einem Pferd in der Reitschule Mirim am Stadtrand von Pjöngjang (2016). © Ed Jones/AFP
Ein Kind spielt 2018 mit Pfeil und Bogen während einer Veranstaltung zum „Internationalen Kindertag“ im Kaeson Youth Park in Pjöngjang.
Ein Kind spielt 2018 mit Pfeil und Bogen während einer Veranstaltung zum „Internationalen Kindertag“ im Kaeson Youth Park in Pjöngjang. © Kim Won Jin/AFP
Touristen aus China posieren vor einem Denkmal in Pjöngjang
Touristen aus China posieren vor einem Denkmal in Pjöngjang (2019). Gigantische Propaganda-Monumente wie dieses finden sich überall in der nordkoreanischen Hauptstadt. © Ed Jones/AFP
In Nordkoreas U-Bahn-Netz sind noch immer alte Züge aus Berlin unterwegs
In Nordkoreas U-Bahn-Netz sind noch immer alte Züge aus Berlin unterwegs. Auf den Bahnsteigen verkünden Zeitungen die staatliche Propaganda. Das Bild entstand 2019. © Ed Jones/AFP
An einem Schießstand in Pjöngjang zeigt eine Ausbilderin ein in Nordkorea hergestelltes Sturmgewehr
Immer bereit, falls der Feind vor der Tür steht: An einem Schießstand in Pjöngjang zeigt eine Ausbilderin ein in Nordkorea hergestelltes Sturmgewehr (2018). © Ed Jones/AFP
Der Turm der Juche-Ideologie
Der Turm der Juche-Ideologie ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Er befindet sich am Ufer des Flusses Taedong und ist ein Monument für Nordkoreas Staatsideologie, die eine Autarkie des Landes propagiert. (Aufnahme von 2019) © Ed Jones/AFP
Junge Besucher warten vor dem Museum für Naturgeschichte in Pjöngjang (2016).
Junge Besucher warten vor dem Museum für Naturgeschichte in Pjöngjang (2016). © Ed Jones/AFP
Das Monument zur Gründung der Partei der Arbeit Koreas in Pjöngjang
Das Monument zur Gründung der Partei der Arbeit Koreas in Pjöngjang: Der Hammer steht für die Arbeiterklasse, die Sichel für die Bauern und der Pinsel für die Intellektuellen. (Aufnahme von 2013) © Ed Jones/AFP
Hochzeitspaar auf dem Taedong-Fluss in Pjöngjang (2015)
Hochzeitspaar auf dem Taedong-Fluss in Pjöngjang (2015): Eine derart glamouröse Hochzeit können sich in Nordkorea nur die wenigsten Menschen leisten. © Ed Jones/AFP
Besucher füttern in Zoo von Pjöngjang die Bären (2016).
Besucher füttern in Zoo von Pjöngjang die Bären (2016). © Ed Jones/AFP
Ein Skigebiet nahe Wonsan im Osten von Nordkorea
Ein Skigebiet nahe Wonsan im Osten von Nordkorea (2017): Skifahren ist in dem Land ein Sport für die Eliten. © Ed Jones/AFP
Billard-Halle in Pjöngjang (2017)
Billard-Halle in Pjöngjang (2017): Der Sport ist in Nordkorea – wie auch in vielen anderen asiatischen Ländern – äußerst beliebt. © Ed Jones/AFP
Auf dem Land, wie hier in der Nähe von Kiliju im Nordosten von Nordkorea, ist das Leben beschwerlich. Die Aufnahme stammt von 2017.
Auf dem Land, wie hier in der Nähe von Kiliju im Nordosten von Nordkorea, ist das Leben beschwerlich. Die Aufnahme stammt von 2017. © Ed Jones/AFP
Der Kim-il-Sung Platz befindet sich im Zentrum von Pjöngjang. Das Regime nutzt ihn gerne für Aufmärsche – und Kinder offenbar auch zum Spielen (Aufnahme von 2019).
Der Kim-il-Sung Platz befindet sich im Zentrum von Pjöngjang. Das Regime nutzt ihn gerne für Aufmärsche – und Kinder offenbar auch zum Spielen (Aufnahme von 2019). © Ed Jones/AFP
Das Foto aus dem Jahr 2020 zeigt eine Kimichi-Fabrik in Pjöngjang.
Kimichi ist das Nationalgericht der beiden koreanischen Staaten. Das Foto aus dem Jahr 2020 zeigt eine Kimichi-Fabrik in Pjöngjang. © Kim Won Jin/AFP
Das Yangdok Hot Spring Resort ist ein beliebter Ausflugsort der Oberschicht (Bild von 2022).
Das Yangdok Hot Spring Resort ist ein beliebter Ausflugsort der Oberschicht (Bild von 2022). © Kim Won Jin/AFP
Der Pjöngjang-Marathon lockt jedes Jahr (hier: 2019) auch ein paar wenige ausländische Besucher in die Hauptstadt. Im Hintergrund: Nordkoreas Triumphbogen – höher als das Original in Paris.
Der Pjöngjang-Marathon lockt jedes Jahr (hier: 2019) auch ein paar wenige ausländische Besucher in die Hauptstadt. Im Hintergrund: Nordkoreas Triumphbogen – höher als das Original in Paris. © Kim Won Jin/AFP
Oans, zwoaf, gsuffa! Auch in Nordkorea gibt es ein Oktoberfest – hier im Jahr 2016.
Oans, zwoaf, gsuffa! Auch in Nordkorea gibt es ein Oktoberfest – hier im Jahr 2016. © Imago
Besucher eines Friedhofs für die „Märtyrer“ des Korea-Kriegs
Besucher eines Friedhofs für die „Märtyrer“ des Korea-Kriegs. Die Gesichtsmasken verraten es: Das Bild entstand in den Jahren der Corona-Pandemie, genauer: 2021. © Kim Won Jin/AFP
Das Bild zeigt Gewächshäuser in der Provinz Süd-Hamgyong im Jahr 2022.
Seit Jahrzehnten schafft es Nordkorea nicht, seine Bürger mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Diktator Kim Jong-un gibt sein Geld lieber für Raketen als für Nahrungsmittel aus. Das Bild zeigt Gewächshäuser in der Provinz Süd-Hamgyong im Jahr 2022. © KCNA via KNS/AFP
Soldaten auf einem Jahrmarkt im Jahr 2012.
Soldaten auf einem Jahrmarkt im Jahr 2012. © Eric Lafforgue/Imago
Im Zentrum von Pjöngjang ehren riesige Bronzestatuen Staatsgründer Kim Il-sung (links) und seinen Sohn und Nachfolger Kim Jong-il (Aufnahme von 2023).
Im Zentrum von Pjöngjang ehren riesige Bronzestatuen Staatsgründer Kim Il-sung (links) und seinen Sohn und Nachfolger Kim Jong-il (Aufnahme von 2023). © Yuri Smityuk/Imago

Kim Jong-un offen für Gespräche mit den USA – unter strikter Voraussetzung

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat am Sonntag (Ortszeit) vor der Obersten Volksversammlung seines Landes bekundet, bereit für neue Gespräche mit US-Präsident Trump zu sein. Die notwendige Voraussetzung hierfür steckte der Machthaber des abgeschotteten Staates allerdings mit einer strikten Forderung ab.

Kim Jong-un zufolge müssten die USA ihre Ziele eines Endes des nordkoreanischen Atomprogramms aufgeben, wie das nordkoreanische Staatsmedium KCNA berichtete. „Wenn die Vereinigten Staaten ihre wahnhafte Besessenheit von der Denuklearisierung aufgeben und sich, als Anerkennung der Realität, wirklich eine friedliche Koexistenz mit uns wünschen, dann gibt es keinen Grund, warum wir diesem Wunsch nicht nachkommen sollten“, wurde Kim von KCNA zitiert.

Kim Jong-un betont positive Erinnerungen an Donald Trump

Es ist die erste von beiden Seiten öffentlich bekundete Annäherung an Gespräche seit Trumps erster Amtszeit als US-Präsident (2017 – 2021). Damals hatten sich der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber mehrfach zu Gesprächen getroffen. Neben zwei Gipfeltreffen in Singapur im Jahr 2018 sowie im darauffolgenden Jahr in Vietnams Hauptstadt Hanoi 2019 kam es auch zu einer kurzen Begegnung zwischen den beiden Staatschefs an der innerkoreanischen Grenze im Jahr 2019. Seither liegen die Gespräche auf Eis.

Nordkoreas Staatschef ging auch auf sein Verhältnis zu US-Präsident Trump ein – südkoreanischen Medienberichten zufolge sei es das erste Mal gewesen, dass er dazu öffentlich Bezug nahm. Vor der Obersten Volksversammlung, dem Scheinparlament Nordkoreas, beteuerte Kim Jong-un „gute Erinnerungen an den derzeitigen amerikanischen Präsidenten Trump“ zu haben. Dennoch werde Nordkorea seine Atomwaffen „niemals aufgeben“, fügte Kim laut KCNA weiter aus. 

Fotomontage Kim Jong-uns (l.) und Donald Trumps (r.)

Nordkoreas Machthaber beteuert: Sanktionen gegen Nordkorea hätte das Land nur stärker gemacht

Wegen seines Atomprogramms wurde Nordkorea mit weitreichenden Sanktionen der Vereinten Nationen sowie zusätzlich mit US-Sanktionen belegt. Jene Strafmaßnahmen hätten Nordkorea jedoch bloß dazu verholfen, „stärker zu werden und eine Ausdauer und Widerstandskraft aufzubauen, die durch keinen Druck gebrochen werden kann“, resümierte Kim Jong-un nun, wie neben KCNA auch die Nachrichtenagentur AFP berichtete. 

Auch Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt sein „großartiges Verhältnis“ zu Nordkoreas Staatschef gepriesen, berichtete etwa die britische BBC zuletzt Ende August bei seinem Treffen mit Südkoreas Regierungschef Lee Jae-myung im Weißen Haus. Und das, obwohl Nordkorea wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms und weitreichender Sanktionen international weitgehend isoliert ist. Ein wichtiger Unterstützer ist Pyöngyang aber für Wladimir Putin: Im Ukraine-Krieg stellt Nordkorea Russland Soldaten und Waffen zur Verfügung. Quellen: KCNA, AFP, BBC (fh)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Alexander Kazakov und picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

Kommentare