„Schöne Erinnerungen“: Kim Jong-un äußert Bereitschaft für Dialog mit Trump
VonFabian Hartmann
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Nordkorea und die USA führten seit Trumps erster Präsidentschaft keine Gespräche mehr. Jetzt signalisieren beide Parteien Bereitschaft für ein Treffen.
Pyöngyang/Washington, DC – Bei seinem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung Ende August (25. August) im Weißen Haus hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, bereit für Gespräche mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un zu sein. Ausgangspunkt dafür war Myungs Vorschlag, Trump könne als Vermittler zwischen den beiden Staaten agieren, damit diese ihre beidseitigen Diskrepanzen ruhen lassen. Nun reagierte Nordkoreas Staatschef: Auch Kim Jong-un zeigt sich offen für ein Treffen mit dem US-Präsidenten. Doch die Bedingungen dafür könnten kaum enger gefasst sein.
Einblicke ins Reich von Kim Jong-un: Alltag in Nordkorea
Kim Jong-un offen für Gespräche mit den USA – unter strikter Voraussetzung
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat am Sonntag (Ortszeit) vor der Obersten Volksversammlung seines Landes bekundet, bereit für neue Gespräche mit US-Präsident Trump zu sein. Die notwendige Voraussetzung hierfür steckte der Machthaber des abgeschotteten Staates allerdings mit einer strikten Forderung ab.
Kim Jong-un zufolge müssten die USA ihre Ziele eines Endes des nordkoreanischen Atomprogramms aufgeben, wie das nordkoreanische Staatsmedium KCNA berichtete. „Wenn die Vereinigten Staaten ihre wahnhafte Besessenheit von der Denuklearisierung aufgeben und sich, als Anerkennung der Realität, wirklich eine friedliche Koexistenz mit uns wünschen, dann gibt es keinen Grund, warum wir diesem Wunsch nicht nachkommen sollten“, wurde Kim von KCNA zitiert.
Kim Jong-un betont positive Erinnerungen an Donald Trump
Es ist die erste von beiden Seiten öffentlich bekundete Annäherung an Gespräche seit Trumps erster Amtszeit als US-Präsident (2017 – 2021). Damals hatten sich der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber mehrfach zu Gesprächen getroffen. Neben zwei Gipfeltreffen in Singapur im Jahr 2018 sowie im darauffolgenden Jahr in Vietnams Hauptstadt Hanoi 2019 kam es auch zu einer kurzen Begegnung zwischen den beiden Staatschefs an der innerkoreanischen Grenze im Jahr 2019. Seither liegen die Gespräche auf Eis.
Nordkoreas Staatschef ging auch auf sein Verhältnis zu US-Präsident Trump ein – südkoreanischen Medienberichten zufolge sei es das erste Mal gewesen, dass er dazu öffentlich Bezug nahm. Vor der Obersten Volksversammlung, dem Scheinparlament Nordkoreas, beteuerte Kim Jong-un „gute Erinnerungen an den derzeitigen amerikanischen Präsidenten Trump“ zu haben. Dennoch werde Nordkorea seine Atomwaffen „niemals aufgeben“, fügte Kim laut KCNA weiter aus.
Nordkoreas Machthaber beteuert: Sanktionen gegen Nordkorea hätte das Land nur stärker gemacht
Wegen seines Atomprogramms wurde Nordkorea mit weitreichenden Sanktionen der Vereinten Nationen sowie zusätzlich mit US-Sanktionen belegt. Jene Strafmaßnahmen hätten Nordkorea jedoch bloß dazu verholfen, „stärker zu werden und eine Ausdauer und Widerstandskraft aufzubauen, die durch keinen Druck gebrochen werden kann“, resümierte Kim Jong-un nun, wie neben KCNA auch die Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Auch Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt sein „großartiges Verhältnis“ zu Nordkoreas Staatschef gepriesen, berichtete etwa die britische BBCzuletzt Ende August bei seinem Treffen mit Südkoreas Regierungschef Lee Jae-myung im Weißen Haus. Und das, obwohl Nordkorea wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms und weitreichender Sanktionen international weitgehend isoliert ist. Ein wichtiger Unterstützer ist Pyöngyang aber für Wladimir Putin: Im Ukraine-Krieg stellt Nordkorea Russland Soldaten und Waffen zur Verfügung. Quellen: KCNA, AFP, BBC (fh)