Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz verurteilt den Sturm des Regierungsviertels in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia. Mehrere Staatschefs lateinamerikanischer Länder teilen diese Ansicht.
Berlin - «Die gewalttätigen Attacken auf die demokratischen Institutionen sind ein Angriff auf die Demokratie, der nicht zu tolerieren ist», schrieb Scholz am Montagmorgen auf Twitter. Man stehe eng an der Seite des neuen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und der Bevölkerung Brasiliens.
Eine Woche nach dem Ende der Amtszeit des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro hatten radikale Anhänger des rechten Ex-Militärs am Sonntag das Regierungsviertel gestürmt. Sie drangen in den Kongress, den Obersten Gerichtshof und den Regierungssitz Palácio do Planalto ein. Medienberichten zufolge brachten Sicherheitskräfte die Gebäude nach mehreren Stunden wieder unter Kontrolle. Rund 230 Verdächtige wurden festgenommen.
Lateinamerikanische Staatschefs kritisieren Angriffe auf brasilianisches Regierungsviertel
Von Mexiko bis Chile haben Staatschefs in Lateinamerika die Angriffe radikaler Anhänger des früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro auf das Regierungsviertel der Hauptstadt Brasília verurteilt. Zugleich sagten sie dem vor einer Woche vereidigten neuen Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva ihre Solidarität zu.
«Verwerflich und antidemokratisch, der Putschversuch der brasilianischen Konservativen (...)», schrieb etwa Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador am späten Sonntag (Ortszeit) auf Twitter. «Lula ist nicht allein: Er hat die Unterstützung der fortschrittlichen Kräfte seines Landes, Mexikos, des amerikanischen Kontinents und der Welt.»
«Die Rechten haben ihren Pakt der Gewaltlosigkeit nicht halten können», twitterte Kolumbiens Präsident Gustavo Petro. All seine Solidarität gelte Lula und dem Volk Brasiliens. Argentiniens Staatschef Alberto Fernández schrieb: «Meine bedingungslose Unterstützung und die des argentinischen Volkes für Lula gegenüber diesem Putschversuch(...).»
Chiles Präsident Gabriel Boric sprach von einem «feigen und gemeinen Angriff auf die Demokratie». Auch aus anderen lateinamerikanischen Ländern wie Bolivien, Kuba oder Uruguay sowie von verschiedenen Organisationen des Kontinents kamen empörte Reaktionen. (dpa)