VonErkan Pehlivanschließen
Die Terrororganisation Hamas hat erstmals ein Video einer Geisel im Gazastreifen veröffentlicht. Die 21-Jährige bitte darin, dass sie schnellsmöglich wieder nach Hause kann.
Gaza – Der groß angelegte Überfall auf Israel durch die Terrororganisation Hamas hat große Verheerungen und Leid angerichtet. Nach Angaben des israelischen Militärs sind dabei über 1.400 Menschen getötet und bis zu 200 weitere in den Gazastreifen verschleppt worden. Die Zahl der Verwundeten liegt offiziell bei mehr als 3.200.
Jetzt hat die Terrororganisation Hamas erstmals ein Video einer mutmaßlichen Geisel veröffentlicht. In einem am Montag (16. Oktober) verbreiteten Video sieht man, wie einer jungen Frau eine Wunde am Arm verbunden wird, anschließend spricht sie direkt in die Kamera. „Ich bin 21 Jahre alt und komme aus Schoham“, sagt die Frau. „Holt mich hier bitte so schnell wie möglich raus“, bittet die Verletzte. Sie sei aktuell in Gaza und dort in einem Krankenhaus behandelt worden.
Video von französisch-israelischer Hamas-Geisel: Macron reagiert
Medienberichten zufolge soll es sich um eine Israelin handeln, die auch die französische Staatsangehörigkeit hat. Das israelische Militär teilte in der Nacht zum Dienstag mit, die Frau sei entführt worden. Die Armee sei in Kontakt mit der Familie. Man tue alles dafür, die Geiseln zurückzuholen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat unterdessen die Freilassung der französisch-israelischen Geisel im Gazastreifen gefordert. Macron habe Kenntnis von dem Video der französisch-israelischen Staatsbürgerin Mia Shem erhalten, teilte der Élyséepalast am Dienstag mit. „Er verurteilt die Schmach, die die Geiselnahme unschuldiger Menschen und ihre abscheuliche Inszenierung darstellt.“
Geiselnahmen der Hamas: Scholz will Israel helfen
Auch deutsche Politiker fordern jetzt mehr Solidarität für Israel und Unterstützung bei der Befreiung der Geiseln. „Wir wollen auch dazu beitragen, dass sich Israel befreien kann vom Terror der Hamas und es gleichzeitig nicht zu einer Eskalation in dieser geschundenen Region kommt“, sagte SPD-Außenpolitiker Michael Roth Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) werde auch für die rund 200 Geiseln kämpfen, die sich weiter in den Händen der Hamas befinden. Deutschland werde Israel helfen, damit das Land wieder in Frieden und Sicherheit leben könne.
Bereits im Vorfeld seiner Reise am Dienstag hatte Scholz seine Position klargestellt. Er will mit dem Besuch nach eigenen Worten „die Solidarität mit Israel“ nach dem Angriff der im Gazastreifen herrschenden Hamas zum Ausdruck bringen und „konkrete praktische Fragen“ wie die Sicherheitslage im Land und die Organisation humanitärer Hilfe besprechen. Scholz ist der erste Regierungschef, der nach dem Großangriff der Hamas am 7. Oktober nach Israel reist. Am vergangenen Freitag hatte bereits Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) das Land besucht. Nach seinem Aufenthalt in Israel will der Bundeskanzler weiter nach Ägypten reisen.
Baerbock hat vor dem Besuch des Kanzlers in Israel die Bemühungen der Bundesregierung bei der Geisel-Befreiung unterstrichen. „Diese Gespräche sind wahnsinnig komplex und wahnsinnig schwierig“, sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag am Rande der vierten Moldau-Unterstützerkonferenz in Chisinau, der Hauptstadt von Moldau. Sie ergänzte: „Wir arbeiten mit allen Akteuren, die dazu beitragen können, die zivilen Geiseln zu befreien.“ (erpe/dpa/AFP)
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