Mindestens zwei Tote

„Ich stand völlig unter Schock“: Augenzeugen berichten von erschreckenden Szenen nach Schüssen in Brüssel

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Mindestens zwei Menschen sterben bei einem Attentat in Brüssel. Das EM-Qualifikationsspiel wurde abgebrochen. Nun melden sich Augenzeugen.

Update vom 17. Oktober, 10.59 Uhr: Nach den Schüssen in Brüssel teilt die zuständige Staatsanwaltschaft aktuell mit, dass der mutmaßliche Täter durch die Polizei erschossen worden ist. Die Polizei hatte ihn am Morgen im Stadtteil Schaerbeek festgenommen. Nach Angaben des Innenministeriums wurde die Tatwaffe nahe dem Ort der Festnahme gefunden.

Erstmeldung vom 17. Oktober, 9.50 Uhr: Brüssel – Am Montagabend wurde in Brüssel kurz vor dem EM-Qualifikationsspiel Belgien gegen Schweden ein mutmaßlicher Terroranschlag verübt. Der tatverdächtige Attentäter, ein Tunesier, soll am Montagabend mindestens zwei Menschen unweit des Place Sainctelette getötet haben. Zwei schwedische Staatsbürger wurden erschossen, eine dritte Person verletzt. Nach den tödlichen Schüssen in Brüssel konnte ein Mann am Dienstagmorgen festgenommen werden. Jetzt melden sich Augenzeugen, die die Geschehnisse vor Ort beschreiben.

Ermittler arbeiten am Ort der Schießerei in Brüssel.

Schüsse in Brüssel: Augenzeugen berichten von mutmaßlichem Terrorangriff

Mehdi war gegen 19.15 Uhr auf dem Rückweg von der Arbeit, als er Schüsse hörte, berichtet das Nieuwsblad. „Einige Minuten später sah ich Dutzende von Polizisten, die in Richtung der Schüsse liefen“, sagt er. „Ich folgte ihnen, um zu sehen, was passiert war“.

Als er am Ort des Geschehens ankommt, traut er seinen Augen kaum. „Ich sah einen etwa 40-jährigen Mann leblos in einer Blutlache auf dem Boden liegen. Ich stand völlig unter Schock.“

Tödliche Schüsse in Brüssel: Tatverdächtiger am Dienstag festgenommen – Details zu Hintergrund der Tat

„Zehn Meter entfernt stand ein schwarzes Auto mit drei Einschusslöchern“, erinnert sich der Augenzeuge, „In diesem Auto saßen zwei Männer. Einer von ihnen war tot. Der andere war am Leben, aber blutüberströmt. Ich stand völlig unter Schock. Mir fehlen die Worte“, berichtet er dem Nieuwsblad bezüglich der Schüsse in Brüssel und dem möglichen Terror-Anschlag.

Der mutmaßliche Attentäter, der 45-jährige Abdeselam L., der in Schaerbeek lebt, soll im November 2019 in Belgien Asyl beantragt habe, so Justizminister Vincent van Quickenborne am frühen Dienstagmorgen (17. Oktober) in einer Pressekonferenz. Er sei der Polizei im Zusammenhang mit Menschenhandel, illegalem Aufenthalt und seiner Radikalisierung aufgefallen, stand aber nicht auf der Liste der Terrorverdächtigen.

Anfang des Jahres soll der Verdächtige über soziale Medien einen Bewohner eines Asylzentrums bedroht haben. Dieser Bewohner erstattete Anzeige und behauptete, der Verdächtige sei in Tunesien wegen Terrorismus verurteilt worden. Mittlerweile ist bekannt, dass der Mann in Tunesien nicht wegen Terrorismus, sondern wegen anderer Straftaten verurteilt wurde.

Der Attentäter kam auf einem Roller – Augenzeugen berichten von Schüssen in Brüssel

Wie unter anderem sudinfo.be meldet, berichten Augenzeugen übereinstimmend, dass der mutmaßliche Terrorist auf einem Motorroller kam und eine neonorangefarbene Jacke getragen haben soll, die an die der kommunalen Reinigungskräfte erinnere. Zunächst habe er auf einen Mercedes Vito geschossen. Anschließend habe er einen schwedischen Fußballfan verfolgt, der versuchte, sich in die Eingangshalle des Flämischen Wohnraumfonds zu flüchten. Der Täter soll mehrmals auf das Opfer geschossen und den Mann aus nächster Nähe getötet haben, als er bereits mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden lag.

Anschließend flüchtete der mutmaßliche Attentäter Abdeselam L. mit seinem Motorroller. Die Szene wurde von mindestens einem Zeugen gefilmt. Auf einem Video, das den Täter bei der Flucht auf seinem Motorroller zeigen soll, hört man den Mann „Allahu akbar“ rufen; diesen Satz soll er laut Zeugen bereits bei der Tat gerufen haben.

Bundesstaatsanwaltschaft bestätigt nach Schüssen in Brüssel: Tote sind Schweden

Die Bundesanwaltschaft bestätigte indes, dass der Tatverdächtige das Feuer auf Menschen eröffnet habe, nachdem diese aus einem Taxi ausgestiegen seien, und diese in ein Gebäude verfolgte. Zwei Menschen sind gestorben. Einer von ihnen besitzt die schwedische Staatsangehörigkeit, der zweite ist schwedischer Herkunft, hatte aber auch einen Schweizer Pass und möglicherweise eine doppelte Staatsangehörigkeit. Eine dritte Person, ebenfalls schwedischer Staatsangehörigkeit, wurde schwer verletzt und liegt im Krankenhaus.

Schüsse in Brüssel: Mutmaßlicher Attentäter bekennt sich zum Islamischen Staat und zu den Morden

Wie sudinfo.be berichtet, hatte der Man in den sozialen Netzwerken ein Video veröffentlicht, in dem er sich zum Islamischen Staat bekannte und sich damit brüstete, Ungläubige hingerichtet zu haben. In dem Clip, soll sich der Attentäter zu dem Anschlag bekennen, und erklären, er habe zwei Opfer erschossen, um „die Muslime zu rächen“.

Früher am Tag hatte der mutmaßliche Täter eine Nachricht über den Mord an einem muslimischen Kind gepostet, das am Sonntag in Chicago erstochen wurde, und erklärt, dass, wenn es ein Christ gewesen wäre, „man es Terrorismus und nicht ein brutales Verbrechen genannt hätte.“

Nach Anschlag in Brüssel: Höchste Terrorwarnstufe, Verdächtiger niedergeschossen

In Brüssel gilt nach wie vor die höchste Terrorwarnstufe 3. Das Belgische Krisenzentrum meldet: „Die Bundesanwaltschaft führt derzeit die Ermittlungen zu der Schießerei. Die Ermittlungen führten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zur Festnahme eines Tatverdächtigen“.

Nach Berichten der dpa hat die belgische Polizei am frühen Dienstagmorgen einen bewaffneten Verdächtigen niedergeschossen. Es sei zunächst unklar, ob es sich dabei um den Todesschützen vom Montagabend handelt und ob der Mann noch lebe, teilte ein Sprecher der Bundesstaatsanwaltschaft mit. Der Mann trug eine Waffe bei sich, bei der es sich um die Tatwaffe des Mordanschlags handeln könnte.

Rubriklistenbild: © Nicolas Landemard/AP/dpa

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