Eine interne Untersuchung des Secret Service zum Attentat auf Donald Trump Mitte Juli hat verschiedene Kommunikationsversäumnisse zutage gebracht. (Archivbild)
Ein Mordanschlag auf Donald Trump im Juli versetzte die Welt in Entsetzen. Der Secret Service analysiert den Vorfall seitdem und hat jetzt Fehler eingestanden.
Washington – Nach dem versuchten Attentat auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt im Juli hat der Secret Service konkrete Fehler eingeräumt. Eine interne Untersuchung habe verschiedene Kommunikationsversäumnisse offengelegt, auch im Austausch mit lokalen Einsatzkräften, sagte der geschäftsführende Leiter der Behörde, Ronald Rowe, in Washington.
Die interne Untersuchung habe „Mängel in der Vorausplanung und der Umsetzung“ beim Schutz des Ex-Präsidenten während des Auftritts zur US-Wahl in Pennsylvania gezeigt, sagte Rowe am Freitag (20. September) vor Journalisten sagte. „Während einige Mitglieder des Vorausplanungsteams sehr sorgfältig arbeiteten, gab es bei anderen eine Selbstgefälligkeit, die zu einem Verstoß gegen die Sicherheitsprotokolle führte“, fügte er hinzu.
Fehler des Secret Service bei Trump-Attentat – Infos über Attentäter wohl nicht kommuniziert
Der Secret Service, der für den Schutz amtierender und ehemaliger Präsidenten zuständig ist, war nach dem versuchten Mordanschlag auf Trump am 13. Juli massiv in die Kritik geraten. Ein Mann hatte bei der Wahlkundgebung in der Kleinstadt Butler von einem Dach aus mehrere Schüsse auf Trump abgegeben, was der 78-Jährige nur um Haaresbreite überlebte.
Rowe zufolge wurden Secret-Service-Mitarbeiter zwar darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich bei der Wahlkampfveranstaltung ein Mann auf dem Dach befunden habe, von dem aus geschossen wurde. Diese Information sei jedoch nicht angemessen weitergegeben worden. Zudem stimmten sich die Personenschützer nicht ausreichend mit den lokalen Sicherheitsbehörden ab und verließen sich zu sehr auf „mobile Geräte“, wie der Behördenleiter weiter ausführte.
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Nach Attentat auf Trump: Secret-Service-Chefin tritt zurück, fünf Beamte beurlaubt
Nach dem Mordversuch auf Trump war die damalige Secret-Service-Chefin Kimberly Cheatle zurückgetreten, mindestens fünf Beamte wurden beurlaubt. Rowe forderte jetzt eine besser Ausstattung des Secret Service und kündigte einen „Paradigmenwechsel“ an. Er wolle eine „agilere“ Behörde, die ihrer Aufgabe auf „höchstem Niveau“ nachgehen könne.
Das Repräsentantenhaus beschloss am Freitag ein Gesetz, demzufolge Präsidentschaftskandidaten denselben Personenschutz erhalten sollen wie Präsidenten. Die Regelung muss noch vom Senat bestätigt werden.
Erneuter Attentats-Versuch auf Trump: Mutmaßlicher Anschlag beim Golfspielen
Der Verdächtige selbst feuerte keine Kugel ab und floh, wurde wenig später aber festgenommen und angeklagt. Die Behörden gehen davon aus, dass auch er ein Attentat auf Trump begehen wollte. (dpa/afp/jal)