Verhandlungen über Ende des Ukraine-Kriegs

Selenskyj nennt Putin in Podcast „tauben Voldemort“

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Selenskyj hofft auf Trump, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Gespräche könnten jedoch nur aus einer Position der Stärke geführt werden. Putin sei „taub“.

Kiew – Über „Ukraine, Krieg, Frieden, Putin, Trump, Nato und Freiheit“ haben der US-Podcaster Lex Fridman und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rund drei Stunden lang gesprochen. Neben Gedankenspielen zu einem möglichen Ende des Ukraine-Kriegs und Lob für den designierten US-Präsidenten Donald Trump äußerte sich Selenskyj auch über den russischen Präsidenten Wladimir Putin deutlich.

Selenskyj über Ende des Ukraine-Kriegs: Gespräche mit Putin nur aus Position der Stärke möglich

Seit fast drei Jahren verteidigt sich die Ukraine bereits gegen Russland. Immer wieder werden Forderungen laut, der Krieg müsse durch Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau enden. Mit der zweiten Amtszeit Trumps wachsen mit Blick auf mögliche Verhandlungen und ein Ende des Ukraine-Kriegs Hoffnung, aber auch Sorge, wie ein Ende des Krieges für die Ukraine aussehen würde. Im Gespräch mit Fridman erklärte Selenskyj, Kiew könne mit Putin nur aus einer Position der Stärke sprechen. Putin sei „taub“, selbst wenn er mit einem spricht.

Ukraine-Krieg: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vergleicht Russlands Präsidenten mit „Voldemort“ (Montage)

„Er ist von Natur aus taub“, erklärte Selenskyj. Der ukrainische Präsident verwies dabei auch auf Interviews mit Putin. Immer wieder zeige sich, Ziel des russischen Präsidenten sei Zerstörung: „Wissen Sie, wenn Sie zum Beispiel mit Musk sprechen, dann sprechen Sie mit einem Innovator, einem Wissenschaftler über Raketen, Sie sprechen darüber, wie man Kosten spart und wie sie landen … und auf der anderen Seite startet Putin keine Raketen, um Geld zu sparen, sondern um Menschen zu töten.“

Ende des Ukraine-Kriegs: Selenskyj lobt Trump und nennt Putin „Voldemort“

Trump lobte der ukrainische Präsident für seine Haltung mit Blick auf den Ukraine-Krieg. „Ich denke, dass wir eine gemeinsame Position zum Thema Frieden durch Stärke haben“, erklärte Selenskyj. Putin hingegen verglich er mit dem mächtigen dunklen Zauberer aus der Harry-Potter-Reihe: Voldemort. „Wir müssen stark sein. Und die Ukraine muss stark sein. Wozu sonst? Es ist wie mit Voldemort, der nicht beim Namen genannt werden darf … er gedeiht, ernährt sich und lebt von der Subjektivierung.“, so Selenskyj.

Über Friedensverhandlungen sagte der ukrainische Präsident: „Trump und ich werden zu einer Einigung kommen und (…) gemeinsam mit Europa starke Sicherheitsgarantien anbieten, und dann können wir mit den Russen reden.“ Trump, der sein Amt am 20. Januar antritt, hatte während seines Wahlkampfes versprochen, den Frieden in der Ukraine „binnen 24 Stunden“ nach seiner Amtsübernahme wiederherzustellen. Trump tritt am 20. Januar sein Amt an. Nach wie vor bestehen Zweifel, ob Trump seine Ankündigung in die Tat umsetzen kann, aber auch Befürchtungen, dass die Ukraine zu einer Vereinbarung gezwungen werden könnte.

Selenskyj sieht in Trump Hoffnung für Ende des Ukraine-Kriegs und fordert Sicherheitsgarantien

In der Ukraine, so Selenskyj, würden die Menschen daran glauben, dass Trump den Frieden bringen könnte „und dass er sicherstellen wird, dass Putin nicht alles bekommt, was er will“. Für ein Ende des Ukraine-Kriegs und Frieden brauche es, so Selenskyj, Sicherheitsgarantien – eine Nato-Mitgliedschaft sowie starke Waffenpakete von USA und EU. „Denn ohne Sicherheitsgarantien kommt Putin wieder“. (pav)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press Wire, IMAGO / NurPhoto

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