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Der kleine Jack Russell Terrier „Patron“ ist erst zweieinhalb Jahre alt: Minen zu erspüren soll er sich selbst beigebracht haben. Für seinen Einsatz wurde er nun mit einem Orden belohnt.
Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kanadischen Regierungschef Justin Trudeau einen Minensuchhund mit einer Medaille ausgezeichnet. Ob der Preisträger auch noch eine tiergerechtere Belohnung bekommt?
Ukraine-Krieg: Mit einem Orden wurde „Patron“ ausgezeichnet - Wohl eher eine Belohnung für das Herrchen
Der kleine Jack Russell Terrier „Patron“ bekam am Sonntag (8. Mai) den Orden „für selbstlosen Dienst“ im Ukraine-Krieg verliehen, wie die Agentur Interfax-Ukraine mitteilte. Ein Video zeigt Patron bellend vor Selenskyj und Trudeau an der Leine seines Herrchens vom Zivilschutz. Eine richtige Belohnung sind die Zeremonie und der Orden für den kleinen Hund wohl nicht. Freuen wird sich über die Auszeichnung wohl mehr der Hundeführer - und seinem wichtigen Unterstützer hoffentlich einen Belohnungsknochen schenken. Neben dem tierischen Helfer wurden bei der Zeremonie auch menschliche Helfer vom ukrainischen Präsidenten ausgezeichnet.
Selenskyj ehrt fleißigen Helfer: 236 verminte Gegenstände hat der Spürhund „Patron“ schon gefunden
Nach Angaben der ukrainischen Agentur soll der zweieinhalb Jahre alte Hund sich das Minensuchen selbst beigebracht haben. Das ist sehr ungewöhnlich, an sich erfordert das Minen-„Erschnüffeln“ eine Ausbildung der Hunde: Seit Mitte der 90er Jahre werden Hunde dazu ausgebildet und eingesetzt, Minen zu finden. Hunde sind in der Lage, Sprengstoffe, die in Minen eingesetzt werden, durch ihren hochentwickelten Geruchssinn wahrzunehmen. Sie können dann so trainiert werden, dass sie Sprengstoffe anzeigen, ohne sich selbst zu gefährden: In Begleitung des Hundeführers sucht einer trainierter Spürhund ein vermintes Gebiet ab und setzt sich ruhig hin, wenn er Sprengstoff wahrgenommen hat.
In der nordukrainischen Gebiet Stadt Tschernihiw, die inzwischen fast vollständig zerstört ist, habe er bereits auf 236 verminte Gegenstände aufmerksam gemacht, heißt es in dem Tweet des Präsidenten. Die Ukraine gilt seit dem Ausbruch des Konflikts in der Ostukraine 2014 und dem russischen Überfall vom 24. Februar dieses Jahres als eines der am stärksten verminten Länder der Welt. Die russische Armee schreckt nicht davor zurück, auch Orte, die vielen Menschen als Ruhe- und Rückzugsorte dienen, wie etwa Friedhöfe, zu verminen. (mvz mit dpa)
Rubriklistenbild: © Efrem Lukatsky/dpa
