Rede im UN-Sicherheitsrat

Selenskyj im UN-Sicherheitsrat: Welt braucht unabhängige Ukraine

+
Wolodymyr Selenskyj (auf der Leinwand), Präsident der Ukraine, sprach per Videoschalte im UN-Sicherheitsrat.

Per Videoschalte sprach der russische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem UN-Sicherheitsrat. Er betonte die globale Bedeutung des ukrainischen Abwehrkampfs.

New York/Kiew - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor dem UN-Sicherheitsrat die globale Bedeutung des Abwehrkampfes seines Landes gegen die russische Invasion hervorgehoben. «Heute feiert unser Land den Unabhängigkeitstag und jetzt kann jeder sehen, wie sehr die Welt von unserer Unabhängigkeit abhängig ist», sagte Selenskyj am Mittwoch per Video bei einer Sicherheitsratssitzung zu dem Krieg, der ein halbes Jahr andauert. Zuvor war Russland mit dem Versuch gescheitert, eine Ansprache Selenskyjs zu verhindern.

Wenn Russland jetzt nicht aufgehalten werde, «werden russische Mörder wahrscheinlich in anderen Ländern landen - in Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika», sagte Selenskyj weiter. «Russland muss für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine zur Rechenschaft gezogen werden». Vor genau sechs Monaten begann Russland die Invasion - anlässlich dessen traf sich auch der Sicherheitsrat. Gleichzeitig ist am Mittwoch ebenfalls der ukrainische Unabhängigkeitstag.

Selenskyj: Atomenergiebehörde muss Kontrolle über AKW übernehmen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Übergabe des umkämpften Atomkraftwerks Saporischschja an die Internationale Atomenergiebehörde IAEA gefordert. Eine IAEA-Expertenmission solle «so schnell wie möglich» und dauerhaft die Kontrolle über die von Russen besetzte Anlage übernehmen, sagte Selenskyj am Mittwoch per Video bei einer Sicherheitsratssitzung. Russland müsse seine «nukleare Erpressung» bedingungslos einstellen und sich vollständig von dem Kernkraftwerk in der Ostukraine zurückziehen.

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des AKW vor. Es besteht Sorge vor einer nuklearen Katastrophe. Eine prinzipiell von allen Seiten unterstützte IAEA-Mission hat bislang noch kein Grünes Licht von den Konfliktparteien erhalten. (dpa)

Kommentare