Feier zum Unabhängigkeitstag

Johnson überrascht Selenskyj mit Besuch in Kiew

+
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson überraschte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit einem Besuch in Kiew.

Der britische Premierminister Boris Johnson reiste zur Feier des 31. Unabhängigkeitstag der Ukraine überraschend nach Kiew.

Kiew/London -  Auf einem Foto, das Johnsons Amtssitz 10 Downing Street per Twitter veröffentlichte, waren die beiden vor dem Präsidentenpalast in Kiew zu sehen. «Was in der Ukraine geschieht, ist für uns alle wichtig. Das ist, warum ich heute hier bin und die Botschaft bringe, dass das Vereinigte Königreich an eurer Seite steht und bei euch sein wird in den kommenden Tagen und Monaten. Und ihr könnt und werdet gewinnen», sagte Johnson einer Mitteilung zufolge an die Menschen in der Ukraine gerichtet.

Selenskyj würdigte Johnsons Einsatz als Unterstützer der Ukraine im Kampf gegen die russische Invasion. «Danke dir Boris für die kompromisslose Unterstützung für unser Land seit den ersten Tagen der großangelegten russischen Aggression (...) die Ukraine hat Glück, solch einen Freund zu haben», so eine Mitteilung Selenskyjs auf Telegram.

Johnson kündigte einer Mitteilung zufolge bei seinem letzten Besuch als britischer Premier in der Ukraine auch weitere militärische Hilfen im Wert von 54 Millionen Pfund (64 Millionen Euro) an. Darunter seien 2000 modernste Drohnen, 850 Mikro-Drohnen vom Typ «Black Hornet» zur Aufklärung und Lenkwaffen.

Die Unterstützung für die Ukraine gilt als positiver Aspekt in der ansonsten durchwachsenen Bilanz von Johnsons Amtszeit, die am 6. September zu Ende gehen soll. Tags zuvor soll sich entschieden, wer seine Nachfolge antritt. Derzeit sieht es danach aus, dass Außenministerin Liz Truss die Nase vorn hat im Duell mit Ex-Finanzminister Rishi Sunak.

Präsidentenpaar Selenskyj nimmt an «Gebet für die Ukraine» teil

Kiew (dpa) - Zum 31. Unabhängigkeitstag haben Präsident Wolodymyr Selenskyj und seine Frau Olena in Kiew an einem «Gebet für die Ukraine» mit Vertretern aller Glaubensrichtungen teilgenommen. Dem ukrainischen Volk werde Kraft bei den schweren Proben und das baldige Eintreten von Frieden gewünscht, hieß es in einer Mitteilung des Präsidentenbüros in Kiew vom Mittwoch. Der Tag fiel mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges vor sechs Monaten, am 24. Februar, zusammen.

Bilder zeigten das Ehepaar gemeinsam mit den Vorstehern der orthodoxen Kirchen und anderen Vertretern christlicher, muslimischer und jüdischer Konfessionen in der im 11. Jahrhundert errichteten Sophienkathedrale im Zentrum der Hauptstadt Kiew. Vor seiner Wahl 2019 hatte Selenskyj gesagt, selbst keiner speziellen Konfession anzugehören, aber mit Gott im Zwiegespräch zu sein. Der 44-Jährige hat jüdische Wurzeln.

Vor genau sechs Monaten begann Russland eine Invasion zur Eroberung der Ukraine. Am Unabhängigkeitstag gab es zum Mittag bereits den dritten Luftalarm in Kiew und großen Teilen des Landes. Frontnahe Gebiete im Osten und Süden des Landes waren noch häufiger betroffen. Zuvor war vor verstärkten russischen Raketenangriffen zum ukrainischen Nationalfeiertag gewarnt worden. (dpa)

Kommentare