Mitarbeiter haben neue Jobs

„So etwas existiert nicht“: Trumps „Kettensäge der Bürokratie“ dürfte endgültig verschwinden

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Donald Trump hatte die Effizienzbehörde DOGE mit großen Ambitionen gestartet. Inzwischen mehren sich die Anzeichen für ihr bevorstehendes Aus.

Washington – Sie sollte den US-Haushalt über Sparmaßnahmen entlasten. Doch nach nur wenigen Monaten hat US-Präsident Donald Trump offenbar entschieden, sich die kontrovers diskutierte Effizienzbehörde DOGE selbst zu sparen. Über das Ende der Einrichtung, die auf eine Idee von Tech-Milliardär Elon Musk zurückgehen soll, berichtet die internationale Nachrichtenagentur Reuters.

Time to say goodbye? US-Präsident Donald Trump will die Effizienzbehörde DOGE offenbar begraben.

Demnach sei das Ende gekommen, obwohl das Mandat noch acht Monate laufen würde. Bereits Anfang des Monats habe Scott Kupor, Direktor des Amtes für Personalverwaltung (OPM), den Reportern über DOGE mitgeteilt: „So etwas existiert nicht.“ Auf der Homepage endete der Zähler der eingesparten Geldsummen am 4. Oktober, obwohl wöchentliche Updates angekündigt werden.

Trump und DOGE: Steht Effizienzbehörde der US-Regierung vor dem Ende?

Demnach werden die Einsparungen auf 214 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei sich diese Summe unter anderem aus Vertragsauflösungen, Zinsersparnissen, regulatorischen Einsparungen oder Personalabbau zusammensetze. Kritiker bezweifeln jedoch, ob DOGE wirklich so konstruktiv war. Eine Überprüfung durch externe Fachleute war unmöglich, da kaum Informationen über die Arbeit nach draußen drangen.

Kupor meldete sich nach der Veröffentlichung des Reuters-Berichts derweil bei X zu Wort und monierte, seine Kommentare seien so präsentiert worden, dass sie „eine reißerische Überschrift“ ergeben würden. Weiter schrieb der einstige Tech-Unternehmer: „Die Wahrheit ist: DOGE mag keine zentrale Führung unter dem US DOGE Service haben. Die Prinzipien von DOGE sind jedoch nach wie vor gültig: Deregulierung, Bekämpfung von Betrug, Verschwendung und Missbrauch, Umstrukturierung der Bundesbediensteten, Effizienz als oberste Priorität usw.“

Die 16 absurdesten Donald-Trump-Momente 2025

Trumps Gaza Video auf Großleinwänden bei einem Konzert der Band „Massive Attack“ auf dem Unaltrofestival in Italien
Im Februar postete Donald Trump ein KI-generiertes Video, das seine Zukunftsvision für den Gaza-Streifen zeigte. Darin zu sehen waren goldene Trump-Statuen und riesige Hoteltürme. Nach eigener Aussage wollte er das Gebiet zur „Riviera des Nahen Ostens“ machen. Auch eine Vertreibung der lokalen Bevölkerung stand im Raum. Im Hintergrund lief ein KI-generierter Song mit dem Text „Trump-Gaza, Number one“. Auf dem Foto sieht man ein Konzert der Trump-kritischen Band „Massive Attack“, die das Video im Bühnenbild nutzte. © IMAGO / Alessandro Bremec
Flagge Grönlands im Wind
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit sprach Donald Trump immer wieder davon, Grönland zu US-Staatsgebiet zu machen. Im März sagte er über Dänemark: „Sie sagen, sie hätten Anrechte [auf Grönland]. Ich weiß nicht, ob das wahr ist. Aber ich denke nicht.“ Dass Grönland völkerrechtlich tatsächlich zu Dänemark gehört, schien dem US-Präsidenten egal zu sein. © IMAGO / Kristian Tuxen Ladegaard Berg
US-Präsident Trump sitzt an seinem Schreibtisch im Oval Office, neben ihm steht der 4-jährige Sohn von Elon Musk
Während einer Pressekonferenz im Oval Office flüsterte Elon Musks Sohn X Æ A-Xii dem US-Präsidenten Beleidigungen zu. In den Aufnahmen zu hören sind Sätze wie „Du bist nicht der Präsident. Du musst weggehen.“ oder „Ich möchte, dass du den Mund hältst.“ © IMAGO / CNP / AdMedia
Demonstrantin hält ein gelbes Schild mit einem Pinguin und dem Schriftzug „Don‘t tariff on me“
Am 02.04.2025 veröffentlichte Donald Trump seine Zollliste, die die Weltwirtschaft ins Chaos stürzte. Auf der Liste der sanktionierten Länder standen auch die Heard- und McDonald-Inseln. Erstens gehören sie zu Australien, bräuchten also gar keine eigene Zollregelung und zweitens leben auf ihnen quasi ausschließlich Pinguine. Daraufhin kam die Vermutung auf, Trump habe die Liste von ChatGPT erstellen lassen. Online machten Witze über sanktionierte Pinguine die Runde. © IMAGO / Carl Seibert
McMahon im Weißen Haus
So sehr Trump KI, bzw. AI auch liebt, so wenig Ahnung scheint seine Bildungsministerin Linda McMahon von der Technologie zu haben. Im April freute sie sich darüber, dass Kinder in der Schule zukünftig den Umgang mit „A.1.“ lernen sollen. Die Abkürzung AI schien ihr fremd zu sein. Vor ihrer Politik-Karriere managte McMahon bis 2009 zusammen mit ihrem Ehemann die Show-Wrestling-Liga WWE. © IMAGO / Bonnie Cash - Pool via CNP
Zwei Soldaten winken bei Trumps Militärparade aus einem Panzer, darüber ein gigantischer Monitor mit dem Logo der UFC
Zum 250-jährigen Bestehen der US Army ließ Trump eine Militärparade veranstalten. Zufälligerweise fiel sie exakt auf seinen Geburtstag am 14. Juni. Über den Panzern thronten riesige Werbeanzeigen der Hauptsponsoren – darunter die Kampfsport-Liga UFC und Coinbase, eine Handelsplattform für Kryptowährungen. © IMAGO / Tom Williams
US-Präsident Trump auf dem Dach des West Wings des Weißen Hauses
Große Verwirrung herrschte im August, als Trump einen Spaziergang auf dem Dach des Weißen Hauses machte. Mit Reportern unterhielt er sich über seine Pläne, das Gebäude umzubauen. Auf die Frage, was er noch alles bauen wolle, antwortete er scherzhaft „Atomraketen“. © IMAGO / Pool / ABACA
Hufeisenmagnet zieht mehrere Metallkugeln an, 3D-Illustration
In mehreren Reden stellte Donald Trump absurde Thesen über Magnete auf. Glaubt man dem US-Präsidenten, wisse niemand, was Magnete überhaupt seien. Außerdem würden sie ihre Funktion verlieren, wenn man Wasser auf sie schüttet. © IMAGO / Zoonar.com / Cigdem Simsek
Logo des neuen „Department of War“
Von einigen wird Trump als Friedenspräsident gefeiert. Immerhin habe er in der ersten Amtszeit keinen neuen Krieg angefangen. Doch ein Dekret des Präsidenten vom 5. September will nicht so recht in dieses Bild passen. Trump benannte das „Department of Defense“ (Verteidigungsministerium) kurzerhand in „Department of War“ (Kriegsministerium) um. Damit ist der ehemalige Fox News-Moderator Pete Hegseth nun offiziell „Kriegsminister“. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump spricht vor Kameras
Am 10. September wurde der Rechtsextreme und Trump-Vertraute Charlie Kirk ermordet. Donald Trump drückte sein Entsetzen aus, doch als er nur drei Tage nach dem Vorfall gefragt wurde, wie er mit dem Verlust umgehe, war von Trauer oder Empathie wenig zu spüren. Der US-Präsident beteuerte, dass es ihm „sehr gut“ gehe. Statt über Kirk zu sprechen, wechselte er abrupt das Thema und redete lieber darüber, wie großartig sein neuer Ballsaal werden würde. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Armenische und albanische Flagge im Wind, Illustration
Bei einer Pressekonferenz im September redete Trump davon, zwischen „Aberbaidschan“ und Albanien vermittelt zu haben. Eigentlich meinte er Aserbaidschan und Armenien. Es war nicht das erste Mal, dass ihm dieser Fehler passierte. Insgesamt gibt es mindestens drei dokumentierte Fälle. Beim Gipfel der „Europäischen Politischen Gemeinschaft“ machte Albaniens Premier Edi Rama daraufhin Witze über die großartige Streitschlichtung zwischen seinem Land und Aserbaidschan. © iunewind / IMAGO
Bild eines weitgehend zerstörten Teils des East Wings am Weißen Haus während der Abrissarbeiten
Im Oktober rollten Bagger an und zerstörten den historischen East Wing des Weißen Hauses vollständig. Hier soll Trumps neuer Ballsaal entstehen. Weder wurde die Öffentlichkeit im Vorhinein über den Abriss informiert, noch gibt es für das Projekt eine Genehmigung der zuständigen Planungskommission. Finanziert wird es durch private Spenden, unter anderem von Amazon, Apple, Microsoft, Google und Meta. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump
Ebenfalls im Oktober präsentierte Trump im Weißen Haus Modelle eines Triumphbogens für Washington. Er soll zum 250-jährigen Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit errichtet werden. Das größte Exemplar gefalle ihm natürlich am besten. Schnell gaben Internet und Presse dem Projekt den Namen „Arc de Trump“. Kritiker sehen Parallelen zu den Machtbauten historischer Diktatoren, beispielsweise zu Napoleon oder zu Plänen für Hitlers „Welthauptstadt Germania“. So bezeichnet etwa „Der Standard“ Trump als „Möchtegern-Cäsar“. © Jim Lo Scalzo/Imago
Bild einer auf Papier gezeichneten Uhr
Donald Trump prahlte mit seinem guten Abschneiden bei einem IQ-Test. Der sei teilweise „wirklich schwierig“ gewesen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelte es sich jedoch um den Montreal-Cognitive-Assessment-Test – ein Demenztest, der im Rahmen einer Routineuntersuchung durchgeführt wurde. Aufgaben bestehen unter anderem darin, eine bestimmte Uhrzeit mit gezeichneten Uhrzeigern darzustellen oder ein Nashorn zu erkennen. © AndreyPopov / IMAGO
Links: Musiker Kenny Loggins während eines Auftritts. Rechts: US-Präsident Donald Trump inszeniert sich in einem KI generierten Video als Kampfjet-Pilot, der eine Krone trägt.
Als Reaktion auf die „No Kings“-Proteste postete Donald Trump ein KI-generiertes Video (rechts), das ihn mit einer Königskrone zeigt. In einem Kampfjet fliegt das KI-Abbild des Präsidenten über die Protestierenden und wirft Fäkalien auf diese ab. Im Hintergrund läuft der Song „Danger Zone“, den man aus dem Film „Top Gun“ kennt. Sänger Kenny Loggins (links) protestierte gegen die Nutzung seines Liedes. © Dave Alloca/imago/Truth Social (Screenshot)
US-Präsident Trump in Japan
Bei einem Besuch in Japan wirkte Donald Trump verwirrt. Geistesabwesend läuft er am Begrüßungskomitee vorbei. Premierministerin Sanae Takaichi muss den US-Präsidenten immer wieder auf den richtigen Weg führen. Am Ende kommen beide wieder bei ihrem Startpunkt an  © Mark Schiefelbein/dpa

Die angestoßenen Veränderungen würden vom OPM und vom Amt für Management und Budget des Weißen Hauses (OMB) fortgeführt werden. Auch der X-Account des US DOGE Service reagierte auf den Artikel und schrieb: „Die Executive Order zur Einrichtung des US DOGE Service (USDS) ist weiterhin gültig. USDS arbeitet weiter mit den Behörden zusammen, um die Technologie und die Software des Bundes zu modernisieren und so die Effizienz und Produktivität der Regierung zu maximieren.“

Trumps Effizienzbehörde: US-Präsident spricht in Vergangenheit von DOGE

Kupor verwies zugleich auf eine Mitteilung auf der OPM-Homepage. In dieser teilte er mit, dass Trumps Executive Order an die Leiter der Exekutivbehörden, dem OPM und dem OMB jährliche Personalplanungen vorzulegen, eine maximale Effizienz im Interesse der US-Bürger sicherstelle. In der Regierung seien über das Jahr 68.000 Mitarbeiter neu eingestellt worden, während rund 317.000 gehen mussten.

Reuters betont auch, dass niemand aus der Trump-Behörde offiziell erklärt habe, DOGE würde nicht mehr existieren. Seit diesem Sommer sei jedoch aus dem Trump-Team heraus das Ende der Behörde signalisiert worden. So sei auffällig, dass der US-Präsident oft in der Vergangenheit von DOGE spreche.

Protest auf offener Straße: DOGE, die Effizienzbehörde der US-Regierung, ruft vom ersten Tag an viel Kritik hervor.

Zudem hätten die Mitarbeiter der Behörde andere Aufgaben in der Administration übernommen. Mindestens zwei hochrangige DOGE-Angestellte kamen im National Design Studio unter, das über eine Executive Order mit der Verschönerung von Regierungs-Webseiten beauftragt wurde. Andere landeten im Department of Health and Human Services oder im Office of Naval Search.

Spekulationen um DOGE: Trump will weiter gegen Verschwendung und Betrug vorgehen

Welche Rolle Musk bei DOGE genau spielte, blieb undurchsichtig. Eine offizielle Position soll er nie bekleidet haben, nachdem zunächst spekuliert worden war, der Tesla-Chef könnte die Behörde sogar anführen. Musk selbst feierte DOGE zu Beginn als „Kettensäge für die Demokratie“. Doch spätestens nach dem via Social Media zelebrierten Streit mit Trump war er raus.

Inwiefern auch die Zeit der von ihm mit ins Leben gerufenen Effizienzbehörde in Washington abgelaufen ist, muss sich noch zeigen. Vom Weißen Haus erhielt Reuters eine Mail, die die Frage nicht wirklich beantwortete. Sprecherin Liz Huston ließ sich darin so zitieren: „Präsident Trump erhielt ein klares Mandat, um Verschwendung, Betrug und Missbrauch in der gesamten Bundesregierung zu reduzieren, und setzt dieses Versprechen weiterhin aktiv um.“ Vielleicht mit, vielleicht aber auch ohne DOGE. (Quellen: Reuters, DOGE, X, OPM) (mg)

Rubriklistenbild: © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP

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