VonJulia Schöneseiffenschließen
Am Dienstag ist Chinas Premier Li Qiang zu Gast in Bayern. Thema beim Austausch mit Markus Söder sollen die bayerisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen sein.
Update vom 20. Juni, 21.25 Uhr: Zum Abschluss seiner Deutschlandreise hat Chinas Premierminister Li Qiang Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in München getroffen. Im Fokus des Treffens in der prunkvollen Residenz standen nach Angaben der Staatskanzlei die bayerisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen, wie die Staatskanzlei im Vorfeld mitteilte. China gehört nach den USA und Österreich zu den wichtigsten Exportländern des Freistaats. In früheren Jahren reisten auch die bayerischen Ministerpräsidenten häufig nach China.
„Dialog und Austausch sind wichtig wie nie“, schrieb Söder im Anschluss an das Treffen auf Twitter. „Wir setzen auf Kooperation statt Konfrontation. Gerade in Zeiten globaler Herausforderungen müssen wir international Kontakt halten. (...) Wir stehen für Partnerschaft und machen uns stark für enge Zusammenarbeit unter fairen und rechtsstaatlichen Bedingungen.“
Bei einem Empfang und gemeinsamen Abendessen in der Münchner Residenz am Dienstag wollten sich die Politiker im Delegationskreis mit Vertretern der bayerischen Wirtschaft austauschen. Bei seiner Ankunft am Münchner Flughafen hatte zunächst Staatskanzleichef und Parteikollege Florian Herrmann den Staatsgast begrüßt.
Söder empfängt in der Residenz: Chinas Ministerpräsident kommt nach Bayern
Erstmeldung vom 20. Juni: München – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) empfängt am Dienstagabend hohen Besuch aus China. Im Rahmen seines ersten Deutschland-Besuchs reist der chinesische Ministerpräsident Li Qiang nicht nur zu den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen nach Berlin, sondern auch nach Bayern. Markus Söder wird den chinesischen Premier gegen 19.30 Uhr in der Residenz in München empfangen.
Bei dem Empfang sollen unter anderem die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Bayern und China thematisiert werden, so die Bayerische Staatsregierung. Außerdem gehe es um fairen Wettbewerb, den Klimawandel und auch „Mahnungen zu Rechtsstaatlichkeit“, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Bei dem Treffen werden auch hochrangige Vertreter der bayerischen Wirtschaft dabei sein.
Li Qiang in Berlin: China und Deutschland als „Stabilisatoren“
Vor dem Empfang bei Ministerpräsident Söder fanden bereits die deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin statt. Bei einer Pressekonferenz nach dem Treffen betonte Li Qiang, dass beide Länder die Beziehungen „auf ein immer höheres Niveau bringen“ sollten. Er verwies auf eine „komplexe“ internationale Lage und die mangelnde Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft. „Wenn wir die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft verstärken, werden wir einen Beitrag zur Stabilität der Weltwirtschaft leisten“, sagte Li Qiang. Beide Länder könnten eine „Rolle als Stabilisator“ spielen.
Obwohl die wirtschaftliche Erholung in China an Schwung verloren hat, äußerte sich Li Qiang zuversichtlich über die weitere Entwicklung. Der Regierungschef versicherte auch, dass seine Regierung die Politik der Öffnung nach außen und der Modernisierung vorantreiben werde, wenngleich China zunehmend auf Eigenständigkeit setzt.
Auch Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte sich positiv nach dem Gespräch mit Li Qiang. „Der direkte Dialog, das persönliche Gespräch, ein wirklicher Austausch – all das ist in dieser außergewöhnlichen Zeit voller globaler Herausforderungen und Krisen noch wichtiger als sonst“. Das direkte, persönliche Gespräch trage zu einem besseren Verständnis füreinander bei, sagte Scholz. Es erlaube auch, Fragen zu besprechen, wo wir unterschiedlicher Meinung sind. (jsch/dpa)
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