VonPatrick Mayerschließen
Wladimir Putins Russland sammelt nahe der finnischen Nato-Grenze immer mehr Soldaten, Panzer und Kampfflugzeuge. Vier Militär-Stützpunkte geraten in den Fokus.
Murmansk – Die außenpolitische Aggression von Wladimir Putin sowie militärische Muskelspiele aus China machen international große Sorgen. Und das ununterbrochen.
Während die russische Armee in der Ukraine keine Feuerpause eingelegt hat, obwohl Putin das vor dem orthodoxen Osterfest angekündigt hatte, werden aus Skandinavien bedenkliche Beobachtungen mitgeteilt. Im Mittelpunkt steht die rund 1340 Kilometer lange Grenze zwischen Finnland und der Russischen Föderation.
So berichtet der schwedische Sender SVT laut des Nachrichtenportals Focus Online, dass Putins Streitkräfte zuletzt ihre Aktivitäten an gleich vier Standorten unweit der Grenze zum skandinavischen Nachbarn gesteigert haben und unter anderem mehr Soldaten dorthin gesandt haben. Und zwar entlang der riesigen Grenze von Süden nach Norden nach Kamenka, Petrosawodsk, Seweromorsk und Olenja.
Finnland und Norwegen besorgt: Immer mehr russisches Militär vor ihren Grenzen
Die Militärstützpunkte Seweromorsk und Olenja sind auch für Finnlands skandinavischen Nachbarn Norwegen problematisch. Von der Kleinstadt Seweromorsk samt gleichnamiger Militärbasis sind es an die norwegische Grenze gerade einmal 110 Kilometer Distanz. Und: Im benachbarten Murmansk ist die große russische Nordflotte beheimatet. In den Norden Finnlands sind es von Seweromorsk aus dagegen rund 190 Kilometer - es ist ebenfalls eine überschaubare Strecke für Kampfjets oder Kampfhubschrauber.
Wie nun SVT aus Schweden berichtet, sollen Satellitenbilder zeigen, dass das Moskauer Regime den Luftwaffenstützpunkt Seweromorsk-2 sanieren und renovieren ließ. Auf den Bilden sollen zum Beispiel Militärhubschrauber zu erkennen sein, die an selber Ort und Stelle zuvor offenbar nicht auftauchten. Andere Satellitenbilder sollen indes russische Langstreckenbomber auf dem Luftwaffenstützpunkt Olenja dokumentieren, von wo aus sie laut Focus Online mit ihren heimtückischen Bombardements in den nur vermeintlich fernen Ukraine-Krieg eingreifen.
Grenze zwischen Russland und Finnland: Moskau lässt offenbar eine große Basis bauen
In Finnland ist der Argwohn gegenüber dem unberechenbaren Nachbarn historisch bedingt. Ein Rückblick: Im Winterkrieg )1939/40 überfiel die sowjetische Armee das Nachbarland am 30. November 1939. Sie war den Verteidigern zahlenmäßig weitaus überlegen, musste aber empfindliche Verluste hinnehmen. Nach heftigen Gefechten bis März 1940 - meist in dichten Wäldern - musste Finnland schließlich erhebliche Gebiete Kareliens an das damals kommunistische Moskauer Regime abgeben. Ferner wurde die Halbinsel Hanko im Südwesten des bis heute dünn besiedelten Landes unter Zwang für dreißig Jahre an die Sowjetunion als deren Flottenstützpunkt in der Ostsee verpachtet.
Und gegenwärtig? Wie der schwedische SVT laut Focus Online zudem berichtet, sollen bei Kamenka, etwa 56 Kilometer südöstlich der finnischen Grenze, geschätzt 130 Militär-Zelte für angeblich 2000 russische Soldaten aufgestellt worden sein. Damit nicht genug: In Petrosawodsk, 160 Kilometer von der Grenze weg, seien drei große Lagerhallen für die russische Armee errichtet worden, in denen demnach Panzer vermutet werden. Die russische Kleinstadt Petrosawodsk stand für die skandinavischen Nato-Länder schon unlängst im Fokus. So schrieb das Wall Street Journal (WSJ), dass die Russen hier mutmaßlich eine neue, vergleichsweise riesige Militärbasis planen – angeblich für zehntausende Soldaten. (pm)
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