Stabschef vor Grand Jury gezerrt: Meadows muss gegen Trump aussagen
VonUlrike Hagen
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Als Stabschef im Weißen Haus war er dicht dran am US-Präsidenten: Mark Meadows musste jetzt zu den Ermittlungen gegen Donald Trump aussagen.
Frankfurt/Washington – Er wird als potenzieller Kronzeuge gehandelt: Mark Meadows, ehemaliger Stabschef von Donald Trump, sagte nach Berichten der New York Times vor einem Geschworenengremium, der sogenannten Grand Jury, im Rahmen der Ermittlungen gegen seinen Ex-Chef, den ehemaligen US-Präsidenten, aus. Um den Inhalt wird ein großes Geheimnis gemacht.
Meadows Aussagen stehen danach im Zusammenhang zu den laufenden Untersuchungen über geheime Regierungsdokumente, die Trump nach dem Ausscheiden aus dem Amt mitnahm sowie den Ermittlungen des Sturms auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021. Die US-Tageszeitung beruft sich auf nicht namentlich genannte Quellen.
6. Januar 2021 - der Sturm aufs Kapitol in Bildern
Sturm auf das Kapitol: Ex-Stabschef Meadows bei Ermittlungen gegen Trump befragt
Bereits im November wurde der Sonderermittler Jack Smith vom US-Justizministerium beauftragt, die Ermittlungen gegen Donald Trump, der derzeit gute Chancen auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur hat, zu überwachen. Smith wird sich sowohl mit den Untersuchungen zu geheimen Regierungsdokumenten befassen, die Trump nach seinem Ausscheiden aus dem Amt in seinem Privatanwesen aufbewahrt hat, als auch mit den Ermittlungen zur Attacke auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021.
Damals hatten Anhänger von Donald Trump den Parlamentssitz in Washington gestürmt. Zu diesem Zeitpunkt war der Kongress zusammengekommen, um offiziell den Wahlsieg vonr Joe Biden, Trumps demokratischem Herausforderer, zu bestätigen. Die gewalttätige Menschenmenge versuchte, dies zu verhindern.
Berichte: Mark Meadows sagt vor Grand Jury gegen Trump aus
Unklar sei, ob Meadows zu einem oder zu beiden Fällen befragt wurde, wie die Zeitung berichtet. Es gebe auch keine genauen Informationen darüber, wann der 63-Jährige ausgesagt hat. „Ohne zu kommentieren, ob Herr Meadows vor der Grand Jury oder in einem anderen Verfahren ausgesagt hat oder nicht, hat sich Herr Meadows verpflichtet, die Wahrheit zu sagen, wenn er gesetzlich dazu verpflichtet ist“, zitiert die New York Times Meadows Anwalt, George Terwilliger.
Die Kongressabgeordneten werfen Donald Trump mehrere Vergehen vor, darunter Anstiftung oder Beihilfe zum Aufstand, Behinderung offizieller Verfahren und Verschwörung zum Betrug gegen die USA. Es ist jedoch noch ungewiss, ob es tatsächlich zu einem Verfahren kommt, da die Entscheidung beim Justizministerium liegt. Zumindest die Frage, ob Donald Trump im Fall einer Anklage begnadigt wird, scheint indes für Joe Biden bereits entschieden zu sein. (ulha)