Ex-US-Präsident Donald Trump begrüßt seine Anhängerinnen und Anhänger vor einer Rede beim Westside Conservative Breakfast in Urbandale, Iowa. (Archivfoto)
Trumps Chancen auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur stehen gut. Das zeigen mehrere Umfragen. Selbst DeSantis scheint eher Außenseiterchancen zu haben.
Washington, D.C. – Die US-Wahl 2024 liegt noch rund anderthalb Jahre entfernt, selbst die Kandidat:innen auf demokratischer und republikanischer Seite stehen noch nicht endgültig fest. Wobei davon auszugehen ist, dass bei den Republikanern entweder ein alter Bekannter – Donald Trump – oder Florida-Gouverneur Ron DeSantis das Rennen machen wird. Amtsinhaber Joe Biden, der seinen „Run“ bereits angekündigt hat, dürfte für die Demokraten als ältester Präsidentschaftskandidat in der US-Geschichte antreten.
Auf Seiten der Republikaner hat bislang auch die ehemalige UN-Botschafterin, Nikki Haley, ihre Präsidentschaftsambitionen publik gemacht. Ein weiterer Kandidat könnte Ex-Vize-Präsident Mike Pence sein, der Ende letzten Jahres für Verwirrung sorgte, als er seinen Hut doch nicht in den Ring warf. Sowohl Haley als auch Pence können in nationalen Umfragen derzeit rund vier Prozent der republikanischen Stimmen für sich beanspruchen. Weit darüber liegen nur DeSantis und Trump, doch der Ex-Präsident hat dabei stets einen deutlichen Vorteil – denn aktuell zeichnen Umfragen aus den einzelnen US-Staaten ein klares Bild.
Umfragen zur US-Wahl: Weder Haley noch DeSantis kommen an Trump heran
In einer Umfrage der University of New Hampshire von Mitte April lag Trump beispielsweise bei 42 Prozent und DeSantis bei 22 Prozent. Der Gouverneur von New Hampshire, Chris Sununu, der wohl noch diese Woche seine Pläne für 2024 bekannt geben wird, lag mit 12 Prozent auf dem dritten Platz. Umfragen im Heimatstaat sind ein wichtiger Frühindikator für die Erfolgschancen der Bewerber:innen, da die Wählerschaft die Kandidat:innen dort am besten kennen. Kann sich eine Gouverneurin oder ein Gouverneur im heimischen Staat nicht auf die Wählerschaft verlassen, scheint eine Präsidentschaft nahezu unmöglich.
In South Carolina, wo Nikki Haley drei Jahre lang als Gouverneurin regierte, führt ebenfalls Trump. Die Anfang April durchgeführte Umfrage der Winthrop University sah Trump bei 41 Prozent, DeSantis bei 20 Prozent und Haley bei 18 Prozent. Es ist gut möglich, dass Trump seinen Vorsprung hält und Haley mit einem Sieg in der Vorwahl in South Carolina aus dem Rennen wirft. Gleiches gilt für Senator Tim Scott, der in seinem Bundesstaat noch schlechter abschneidet als Haley.
So lief es 2016 ab, als Trump mit einem Vorwahl-Sieg in Florida die Präsidentschaftskampagne von Senator Marco Rubio beendete. Große Chancen werden Haley ohnehin nicht ausgerechnet, allerdings spekulieren einige US-Expert:innen, dass sich die 51-Jährige als mögliche Vize-Präsidentin ins Gespräch bringen möchte. Schließlich soll Haley noch heute ein gutes Verhältnis zu Trump pflegen. Der erzählte auf einer Kundgebung in South Carolina zu Beginn des Jahres, er habe der früheren Gouverneurin sogar eine Kandidatur ans Herz gelegt.
Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus
DeSantis ist Trumps ärgster Widersacher – Führt dessen Kulturkampf zur Präsidentschaft?
Im Durchschnitt liegt Donald Trump in den bisher erhobenen US-Staaten im unteren bis mittleren 40er-Bereich, während er landesweit im mittleren 50er-Bereich liegt. Dass das frühere Staatsoberhaupt in den Wahlen geschlagen wird, scheint aktuell relativ unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich.
So kommt Ron DeSantis‘ Kulturkampf nicht nur Florida, sondern auch über Staatsgrenzen hinaus gut bei der republikanischen Basis an. Um seinen Tatendrang zu beweisen, setzte er mit seinen Mehrheiten im Staatsparlament 80 Gesetze durch, darunter das nahezu vollständige Verbot von Abtreibungen, den Bann von Geschlechtsumwandlungen minderjähriger Transpersonen, sowie das „Don‘t say gay“-Gesetz an Schulen. Doch auch den Kampf gegen Trump nahm DeSantis inzwischen an und verteilte erste Seitenhiebe: Als „egoistisch, prinzipienlos und kleinlich“ hatte der 44-Jährige seinen Konkurrenten einem CNN-Bericht zufolge bezeichnet. Doch die Schlacht zwischen Trump und DeSantis dürfte noch um einiges dreckiger werden. (nak)