Lambrecht unter 30 Prozent

SPD überholt Union, aber Scholz rutscht ab: Umfrage zeigt brisantes Meinungsbild in Deutschland

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So ganz zufrieden sind die Deutschen mit Kanzler Scholz derzeit nicht – das zumindest zeigt eine aktuelle Umfrage. Die SPD legt trotzdem zu, während die Union das Nachsehen hat.

Berlin - Nach ihrem Sieg bei der Landtagswahl im Saarland kann die SPD einer Umfrage zufolge auch im Bund in der Gunst der Wählerinnen und Wähler zulegen und überholt die Union. Laut dem RTL/ntv-Trendbarometer kommen die Sozialdemokraten auf 27 Prozent (plus 3 Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche), während die CDU als Wahlverlierer im Saarland bundesweit zusammen mit der CSU zwei Punkte einbüßt und nun bei 24 Prozent steht – ein Wechsel an der Spitze also. Die Grünen, die an der Saar extrem knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten, gewinnen einen Punkt hinzu und erreichen erstmals seit August 2021 wieder 19 Prozent.

Scholz verliert bei Umfrage 15 Prozent – Habeck und Baerbock unverändert hoch

Nach der am Dienstag veröffentlichen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von RTL Deutschland liegt die FDP bei 8 Prozent (-1) und damit nun hinter der AfD, die unverändert auf 9 Prozent kommt. Auch die Linke verliert einen Punkt und sinkt auf 4 Prozent. Die Beliebtheit von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ging deutlich zurück - mit seiner Arbeit sind aktuell nur 45 Prozent der Befragten zufrieden, während es Anfang März noch 60 Prozent waren.

Außenministerin Annalena Baerbock und Vizekanzler Robert Habeck (beide Grüne) kommen jeweils auf unverändert hohe Werte: 58 Prozent beziehungsweise 53 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Auf einen relativ schwachen Wert von 28 Prozent zufriedenen Befragten kommt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD).

Ausblick: Welche Wahlen stehen in Deutschland als Nächstes an?

In einer weiteren Umfrage wurde auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) abgestraft. Zwar waren erst letztes Jahr Bundestagswahlen, so finden auch im Jahr 2022 einige wichtige Wahlen in Deutschland statt:

  • 27. März: Landtagswahl im Saarland (Sieg SPD)
  • 8. Mai: Landtagswahl in Schleswig-Holstein
  • 15. Mai: Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen
  • 9. Oktober: Landtagswahl in Niedersachsen

Für diese Wahlen sind die aktuellen Beliebtheitsumfragen wichtige Indikatoren. Denn sie zeigen, wie die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands über die aktuelle Politik denkt. Die Regelmäßigkeit der Umfragen ermöglicht dabei eine sehr spezifische Bewertung der Parteien und Politiker.

Beispiel Scholz: Konnte sich der frisch gewählte Kanzler nach den ersten Wochen seiner Amtszeit noch über hohe Beliebtheitswerte freuen – 60 Prozent Anfang März – sind diese jetzt stark eingebrochen. Ein Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt und den damit verbundenen Preissteigerungen für Kohle, Öl und Gas liegt auf der Hand. Annalena Baerbock dagegen scheint sich als Außenministerin aus Sicht der Deutschen gut zu schlagen. (fh/dpa)

Rubriklistenbild: © Political-Moments / IMAGO

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