Auch Taucher im Einsatz

Spionage mit Drohnen? Polizisten stürmen Frachter bei Kiel – Besatzung wohl aus Russland

  • schließen

Wird ein Frachter im Nord-Ostsee-Kanal als Startort für Spionage-Drohnen genutzt? Wegen des Verdachts durchsuchen Polizisten das Schiff über viele Stunden.

Kiel – Die ukrainische Operation Spinnennetz wurde in Europa als großer Erfolg angesehen. Dank zahlreicher Drohnen schaltete Kiew Anfang Juni Dutzende russische Kampfflugzeuge am Boden aus. Einige davon befanden sich tief im Inneren des Reiches von Kreml-Chef Wladimir Putin, der sie damit wohl in trügerischer Sicherheit wähnte. Der koordinierte Angriff war eine Reaktion auf den Ukraine-Krieg. Möglich wurden die Schläge nur, weil LKWs die unbemannten Flugobjekte in die Nähe der Ziele fahren konnten.

Spionage-Verdacht: Der Frachter „Scanlark“ wurde von Dutzenden Polizisten unter die Lupe genommen. (Archivbild der Polizisten)

Moskau reagierte wenig überraschend erbost. Allerdings wird auch Russland vorgehalten, Drohnen in fremden Ländern und damit weit entfernt vom eigentlichen Einflussbereich operieren zu lassen. Meldungen über mögliche Spionage-Attacken auf Militäranlagen und andere kritische Infrastruktur häuften sich auch in Deutschland in jüngerer Vergangenheit. Allerdings wird gerätselt, wie die Drohnen auf deutsches Gebiet gelangen. In diesem Zusammenhang sorgt eine gemeinsame Meldung der Staatsanwaltschaft Flensburg und des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein für Aufsehen.

Spionage-Drohne über Marineschiff: Polizei durchsucht Frachter wegen Verdacht der Agententätigkeit

Darin heißt es, die Landespolizei Schleswig-Holstein und die Polizei Niedersachsen hätten am Sonntag (7. September) einen Frachter in der Schleuse Kiel-Holtenau durchsucht. Die Aktion stand im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren. Es besteht der Verdacht der Agententätigkeit zu Sabotagezwecken und des sicherheitsgefährdenden Abbildens.

Zudem wird von der „Abwehr von Gefahren für die maritime kritische Infrastruktur Deutschlands“ gesprochen. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) geht es um „sicherheitsgefährdende Abbildungen von militärischen Anlagen – etwa Fotos“.

Wie die Ermittler weiter mitteilten, besteht der Verdacht, von dem durchsuchten Schiff aus sei am 26. August 2025 eine Drohne gestartet, die „über ein Marineschiff gesteuert worden ist, um dieses auszukundschaften und Bildaufnahmen zu fertigen“. Vorerst würden wegen der laufenden Ermittlungen keine weiteren Auskünfte erteilt.

Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick

Die Bundeswehr ist zu See, an Land und in der Luft mit verschiedenen Waffensystemen präsent.
Marine, Heer und Luftwaffe können auf ein breites Angebot an militärischem Arsenal zurückgreifen. Wir zeigen in dieser Fotostrecke eine Auswahl. © dpa (3) / Boris Roessler / Moritz Frankenberg / Bernd von Jutrczenka
Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)
Patriot (MIM-104): Weitreichendes Flugabwehrraketensystem zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen. Bekämpfungsreichweite ca. 68 Kilometer, kann mehrere Ziele gleichzeitig erfassen und bekämpfen. © IMAGO / Schöning
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform – es kombiniert Kanone und Boden-Luft-Raketen und ist spezialisiert auf Drohnenabwehr. © IMAGO / Zoonar
Die Fregatte F 222 Baden-Württemberg nimmt an der multinationalen Formationsfahrt teil auf dem Transit im Ostchinesischen Meer im Rahmen des Indo-Pacific Deployment, am 11.09.2024.
Die Fregatte „Baden-Württemberg“ ist das Typschiff der modernen F125-Klasse der Deutschen Marine und wurde für langandauernde, weltweite Einsätze mit geringer Besatzung konzipiert. Sie zeichnet sich durch hohe Automatisierung, vielseitige Einsatzmöglichkeiten und eine besondere Eignung für Stabilitätsmissionen und Kriseninterventionen aus. © Bundeswehr/Leon Rodewald
Ein Tornado-Kampfflugzeug startet während der Übung „Baltic Hunter 2023“ vom Flugplatz des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ in Rostock-Laage.
Der Tornado ist ein zweistrahliges Mehrzweckkampfflugzeug, das von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelt wurde und seit den 1980er Jahren vor allem für Tiefflugangriffe, Aufklärung und elektronische Kampfführung eingesetzt wird. Er bleibt trotz seines Alters ein wichtiger Bestandteil der Luftwaffe, insbesondere als Träger für die nukleare Teilhabe und spezialisierte Aufgaben. © Jens Büttner/dpa
Kampfpanzer Leopard 2A7 der Bundeswehr (vorne) bei einer Übung mit einem Puma-Schützenpanzer (hinten). (Archivfoto)
Der Leopard 2 ist ein deutscher Kampfpanzer, der seit 1979 das Rückgrat der Panzertruppe bildet und als Hauptwaffensystem der Bundeswehr sowie vieler Nato-Staaten gilt. Er vereint hohe Feuerkraft durch seine 120-mm-Glattrohrkanone, starken Panzerschutz und außergewöhnliche Beweglichkeit und ist speziell für den Kampf gegen gegnerische Panzerverbände konzipiert. © IMAGO/Björn Trotzki
Infanterist der Zukunft der Bundeswehr ausgestattet u.a. mit Panzerfaust 3.
Die Panzerfaust 3 ist eine moderne, tragbare Panzerabwehrwaffe der Bundeswehr, die mit einem Mehrfachscharfschuss-System und einem hochentwickelten Gefechtskopf ausgestattet ist, um gut geschützte Fahrzeuge zu bekämpfen. Sie bietet eine hohe Präzision, Reichweite von bis zu 600 Metern und kann sowohl gegen gepanzerte Fahrzeuge als auch gegen befestigte Ziele eingesetzt werden. © Björn Trotzki/imago
Drohne "Luna"
„Luna“ ist ein unbemanntes Aufklärungsdrohnensystem der Bundeswehr, das zur Echtzeitüberwachung und Zielaufklärung auf dem Gefechtsfeld eingesetzt wird. Mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern liefert die „Luna“-Drohne Bild- und Videodaten zur Unterstützung von Einsatzkräften. © dpa
Wuchtig: Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr.
Die Panzerhaubitze 2000 ist ein selbstfahrendes Artilleriegeschütz der Bundeswehr mit einer 155-mm-Kanone, das Reichweiten von 30 Kilometern mit Standard- und bis zu 40 Kilometern mit reichweitengesteigerter Munition erzielt. © IMAGO / Sven Simon
Am 28.02.22 lief das Minenjagdboot Dattelnzur Verstärkung der NATO-Nordflanke aus.
Das Minenjagdboot „Datteln“ ist Teil der Frankenthal-Klasse (Klasse 332) der Deutschen Marine und spezialisiert auf das Aufspüren und Beseitigen von Seeminen. Es nimmt regelmäßig an internationalen Nato-Einsätzen und Übungen teil und trägt so zur Sicherung von Seewegen bei. © Presse- und Informationszentrum Marine
Soldaten bei der Waffen- und Geräteausbildung mit einem Gewehr (Archivfoto aus dem Jahr 2005).
Das G36 ist seit 1997 das Standard-Sturmgewehr der Bundeswehr und zeichnet sich durch sein geringes Gewicht, die modulare Bauweise und die einfache Handhabung aus. Es verfügt über eine Feuerrate von etwa 750 Schuss pro Minute und ist mit einem integrierten Optiksystem ausgestattet. Es wird schrittweise durch das modernere G95 ersetzt. © dpa
-
Die Bundeswehr nutzt aktuell die Pistole P8 als Standarddienstpistole im Kaliber 9 x 19 mm, plant jedoch deren Ablösung durch die modernere P13. Für Spezialkräfte werden bereits die neuen Walther P14 und P14K eingeführt, die speziell auf deren Anforderungen zugeschnitten sind. (Symbolfoto) © dpa (Symbolbild)
Bundeswehr in Hamburg
Der Wiesel ist ein leicht gepanzertes, luftverlastbares Kettenfahrzeug der Bundeswehr, das vor allem bei Fallschirmjägern und Spezialkräften im Einsatz ist. Es existiert in verschiedenen Varianten, etwa mit 20-mm-Maschinenkanone oder Panzerabwehrlenkwaffen, und bietet hohe Mobilität bei geringem Gewicht. © Markus Scholz/dpa
Von Kiew schon lange angefragt: der Taurus-Marschflugkörper aus Deutschland.
Der Taurus ist ein hochpräziser, weitreichender Marschflugkörper, der von Deutschland und Schweden entwickelt wurde und vor allem zur Bekämpfung stark geschützter Bodenziele aus großer Entfernung eingesetzt wird. Mit einer Reichweite von über 500 Kilometern und modernster Zielerfassungstechnologie ermöglicht der Taurus präzise Angriffe bei minimalem Risiko für das Trägerflugzeug. © IMAGO / Political-Moments
Deutsches Flugabwehrsystem Iris-T
Das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM. Es dient der Abwehr von Flugzeugen, Hubschraubern, Marschflugkörpern und Drohnen. Seit 2024 in der Bundeswehr eingeführt. © Wolfgang Kumm/dpa
Korvette läuft zu EU-Einsatz vor Libyen aus
Die Korvette „Ludwigshafen am Rhein“ ist ein modernes Kriegsschiff der Braunschweig-Klasse der Deutschen Marine, das vor allem für Küstenüberwachung, Aufklärung und Schutzaufgaben eingesetzt wird. Sie ist mit einem 76-mm-Geschütz, Flugabwehrraketen und Seezielflugkörpern bewaffnet und zeichnet sich durch hohe Wendigkeit und moderne Sensorik aus. © picture alliance / dpa
Mit dieser Ausrüstung kämpft unsere Bundeswehr
Der Mungo ist ein leicht gepanzertes Mehrzweckfahrzeug der Bundeswehr, das speziell für den schnellen Transport von Soldaten und Material, insbesondere für Spezialkräfte, entwickelt wurde. Aufgrund seiner kompakten Bauweise und Luftverlastbarkeit eignet sich der Mungo besonders für Einsätze in schwierigem Gelände und bei schnellen Operationen. © Quelle: Bundeswehr
PIONIERPANZER DACHS: Der Panzer ist ein Arbeitsgerät der Pioniere und basiert auf dem Fahrgestellt des Leopard 1. Mit seinem Teleskoparmbagger errichtet er Ein- und Ausfahrten sowie Zu- und Abfahrten an Gewässerübergangsstellen und macht den Gewässergrund befahrbar. Außerdem dient er zum Anlegen und Beseitigen von Hindernissen und Sperren auf dem Gefechtsfeld. TECHNISCHE DATEN: Motorleistung: 610 kW (830 PS); Gewicht: ca. 43 t; Baggerleistung: ca. 140 Kubikmeter/h
Der Pionierpanzer Dachs ist ein spezialisiertes Unterstützungsfahrzeug der Bundeswehr, das auf dem Leopard-1-Fahrgestell basiert und für Aufgaben wie Baggern, Räumen und Bergen eingesetzt wird. Ausgestattet mit Baggerarm, Räumschild und Seilwinde ermöglicht er Pionieren das Überwinden von Hindernissen und das Befahrbarmachen von Wegen unter Gefechtsbedingungen. © Quelle: Bundeswehr
Ein Raketenwerfer MARS II steht in der Alb-Kaserne.
Der MARS II ist das moderne Raketenartilleriesystem der Bundeswehr, das präzisionsgelenkte Raketen mit Reichweiten von bis zu 84 Kilometern abfeuern kann. Es basiert auf dem amerikanischen MLRS M270, bietet hohe Feuerkraft und Flexibilität und wird vor allem zur Unterstützung von Bodentruppen eingesetzt. © Sebastian Gollnow/dpa
Die Eurofighter sind beeindruckende Kampfjets. Zahlreiche westliche Armeen haben sie in ihrem Bestand. Fotos lassen erahnen, welche technischen Fähigkeiten sie haben.
Der Eurofighter Typhoon ist ein Mehrzweckkampfflugzeug europäischer Herkunft, das durch seine hohe Wendigkeit und vielseitige Bewaffnung sowohl Luftüberlegenheits- als auch Präzisionsangriffe ermöglicht. Er bildet das Rückgrat der Luftwaffen mehrerer europäischer Staaten und ist für Luftverteidigung, Begleitschutz sowie internationale Einsätze ausgelegt. © dpa
U-Boot der Klasse U212A
Die U-Boote der Klasse 212 A sind das Rückgrat der deutschen Marine und zählen zu den modernsten konventionellen U-Booten weltweit. Dank ihres außenluftunabhängigen Brennstoffzellenantriebs sind sie besonders leise, ausdauernd und schwer zu orten, was sie ideal für Aufklärungs- und Spezialoperationen macht. (Symbolfoto)  © picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa
Die Bundeswehr in Afghanistan: Von dem Ausspäh-Programm "Prism" wußten die Deutschen angeblilch schon seit 2011.
Der Dingo ist ein gepanzertes Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) der Bundeswehr, das vor allem für Patrouillen- und Konvoifahrten in gefährlichen Einsatzgebieten entwickelt wurde und durch hervorragenden Minen- und ballistischen Schutz vielen Soldaten das Leben gerettet hat.  © picture alliance / dpa
Bundeswehr
Das MANTIS, ehemals auch Nächstbereichschutzsystem C-RAM (NBS C-RAM), ist ein stationäres Luft-Nahbereichs-Flugabwehrsystem (engl. Short Range Air Defense, kurz SHORAD). Neben den klassischen Zielen der Flugabwehr, wie Flugzeuge und Hubschrauber, kann es sowohl gegen kleine Ziele wie Drohnen/UAVs und Lenkwaffen als auch gegen sogenannte RAM-Ziele (Raketen, Artilleriegeschosse und Mörser) eingesetzt werden. © Bundeswehr
Wiesbaden Army Airfield
Der Kampfhubschrauber Tiger ist ein deutsch-französischer, zweisitziger Mehrzweckhubschrauber der Bundeswehr, der für Panzerabwehr, Luftnahunterstützung und Aufklärung konzipiert wurde. Er ist mit modernen Waffen wie Panzerabwehrlenkraketen, Maschinengewehren und Luft-Luft-Raketen ausgestattet ist. Die Bundeswehr plant, den Tiger bis 2032 aus der Nutzung zu nehmen und schrittweise durch leichtere Kampfhubschrauber zu ersetzen. © Andreas Arnold/dpa
Militärische Fahrzeuge im Norden von Sachsen-Anhalt
Der Schützenpanzer Marder war über Jahrzehnte das Standardfahrzeug der Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr und gilt als bewährtes, wendiges und feuerkräftiges Waffensystem. Mit seiner 20-mm-Bordmaschinenkanone, Panzerabwehrlenkwaffen und moderner Nachtsichttechnik bot er den Panzergrenadieren Schutz, Mobilität und vielseitige Einsatzmöglichkeiten – sowohl im Kalten Krieg als auch bei Auslandseinsätzen, etwa in Afghanistan. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Symbolbild: Das Panzergrenadierbataillon 112 ist mit dem Schützenpanzer Puma auf dem Weg in die Letzlinger Heide zum Gefechtsübungszentrum Heer, am 12.02.2024.
Der Puma ist der modernste Schützenpanzer der Bundeswehr und ersetzt schrittweise den Marder. Er bietet eine hochmoderne Kombination aus starker Bewaffnung, umfassendem Schutz und digitaler Vernetzung, wodurch er optimal auf die Anforderungen moderner Gefechtsführung und die Zusammenarbeit mit dem Kampfpanzer Leopard 2 ausgelegt ist. © Bundeswehr/Julia Dahlmann
Tag der Bundeswehr 2024
Der CH-53 ist der größte und schwerste Transporthubschrauber der Bundeswehr und seit 1975 im Einsatz, vor allem für den schnellen Transport von Personen, Material und bei Katastrophenhilfe sowie in Auslandseinsätzen wie Afghanistan und Mali. Aufgrund seines Alters und steigender Wartungsprobleme soll der CH-53 bis 2030 durch den moderneren CH-47F Chinook ersetzt werden. © Frank Hammerschmidt/dpa

Frachter wird in Kiel durchsucht: Verdächtiges Schiff hat deutsche Vergangenheit

Die Kieler Nachrichten (KN) berichten derweil, Ziel der Polizei-Aktion sei der Frachter „Scanlark“ gewesen. Das Schiff ist für die Reederei Vista Shipping Agency aus der estnischen Hauptstadt Tallinn unterwegs. Unbestätigten Informationen zufolge würden die Besatzungsmitglieder allesamt aus Russland stammen.

Dem Portal marinetraffic.com ist zu entnehmen, dass der Frachter 75 Meter lang ist und 1985 in Haren an der Ems gebaut wurde. Seit 2006 fährt er unter der Flagge des Karibikstaates St. Vincent und die Grenadinen. Dem KN-Artikel zufolge fuhr das Schiff einst für die deutsche Reederei Pott und trug früher die Namen „Drochtersen“ und „Öland“. Seit 2009 ist es als „Scanlark“ bekannt. Im Nord-Ostsee-Kanal soll das Schiff regelmäßig zu Gast sein.

Laut dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (shz) seien offenbar schon vor dem „geheimnisvollen Polizei-Großeinsatz“ auf dem Nord-Ostsee-Kanal, der in der Schleuse begann, die Webcam am Kanal mit Folie abgedeckt und die Besucherplattform gesperrt worden. Gegen 16 Uhr stürmten den KN zufolge Polizisten an Bord. Über Nacht hätten rund 40 Beamte das Schiff auf den Kopf gestellt.

Frachter „Scanlark“

Länge: 75,17 Meter

Breite: 10,70 Meter

Tiefgang: 4,60 Meter

Tragfähigkeit: 1555 Tonnen

Baujahr: 1985

Nationalität: St. Vincent und die Grenadinen

Besitzer: Vista Shipping Agency aus Tallinn

Quellen: marinetraffic.com, balticshipping.com

Polizei-Aktion mit Tauchern: Besatzung muss auch nachts auf dem Schiff bleiben

Die Besatzung sei während der Fahrt von der Südschleuse zum Voithkai im Nordhafen von Spezialkräften der Polizei bewacht worden. Eskortiert wurde der Frachter demnach von einem Schlauchboot der niedersächsischen Polizei.

Auch während des nächtlichen Einsatzes hätten die Besatzungsmitglieder das Schiff nicht verlassen dürfen. Taucher hätten den Rumpf abgesucht. An Land seien zahlreiche Fahrzeuge in Position gebracht worden. Dem shz ist zudem zu entnehmen, dass ein Schlauchboot ununterbrochen um den Frachter patrouilliert sei, „als wenn die Einsatzkräfte Sorge hätten, externe unbekannte Taucher könnten hier etwas entfernen“.

Häufig im Nord-Ostsee-Kanal unterwegs: Auf dem Frachter „Scanlark“ sollen ausschließlich Besatzungsmitglieder aus Russland arbeiten.

Frachter als Basis für Spionage-Drohnen? Politik beurteilt Durchsuchung als „starkes Zeichen“

Vom „Bild eines regelrechten Ermittlungskrimis“ schreibt der Spiegel angesichts der Schilderungen. Das niedersächsische Innenministerium betonte im Zusammenhang mit der Polizei-Aktion, die norddeutschen Küstenländer stünden wegen ihrer exponierten geografischen Lage vor einer besonderen Herausforderung. Außerdem seien die Nordländer „wegen ihrer maritimen Infrastruktur spezifischen Risiken ausgesetzt“.

Als „starkes Zeichen“ bezeichnete Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) die Kontrolle des Frachters. Sie hob die enge Zusammenarbeit der beiden Polizeibehörden hervor, dank der „der Frachter gestoppt und einer umfassenden Kontrolle unterzogen werden“ konnte.

Auch ihre niedersächsische Amtskollegin Daniela Behrens (SPD) äußerte sich. Die Nachfolgerin ihres im Januar 2023 zum Bundesverteidigungsminister aufgestiegenen Parteifreundes Boris Pistorius ergänzte: „Das durchsuchte Schiff steht im Verdacht, als Basis für Drohnenflüge über kritischer Infrastruktur in Norddeutschland fungiert zu haben.“ Der Einsatz der Polizei sei erfolgreich abgeschlossen worden. (mg)

Rubriklistenbild: ©  Frank Molter/dpa, IMAGO / Tim Oelbermann

Kommentare