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Ein Hyperschall-Kampfjet soll die US-Luftwaffe für die Zukunft rüsten. Nun holt sich die Air Force mehrere Unternehmen mit an Bord.
Washington – Ende Mai 2022 lief der Film „Top Gun: Maverick“ in den Kinos an. Mehr als 3,5 Millionen deutsche Kinobesucher trieb der Blockbuster vor die Leinwände. In den ersten 15 Minuten sahen die Zuschauer Tom Cruise alias Leutnant Pete „Maverick“ Mitchell, wie er als Testpilot in einem Jet in Überschallgeschwindigkeit durch die Wolkendecke rast. Nun will die Luftwaffe der USA nachziehen und eben so ein Fluggerät entwickeln. Genauer: einen Mach10-Hyperschall-Kampfjet, der eine Spitzengeschwindigkeit von über 12.000 km/h erreichen soll.
„Project Mayhem“ gestartet: Air Force entwickelt neuen Hyperschall-Kampfjet
Mit dem neuen Hyperschall-Jet setzen die Vereinigten Staaten ein Zeichen. Denn inmitten des Ukraine-Krieges zeigte Russlands Regierungschef Wladimir Putin gleich zwei neue Wunderwaffen: den Atom-Torpedo „Poseidon“ sowie eine Hyperschall-Rakete Zirkon, die er auf Schiffen seiner maritimen Streitkräfte installieren ließ. Begleitet von Videos simulierter Angriffe auf Florida/USA und die englische Halbinsel verlieh der Kreml seiner Drohung Nachdruck.
Größtes Problem des Hyperschall-Bombers für 335 Millionen Dollar: Hitze
Nun arbeitet die US-Luftwaffe ebenfalls an einer Hyperschall-Waffe, wie das US-Unternehmens Draper, eine Software-Firma für Luft- und Raumfahrt, in einer Pressemitteilung bekannt gab. Neben der Air Force und Draper seien mehrere weitere Unternehmen an dem 335-Millionen-Dollar-Auftrag beteiligt, unter anderem Flugzeug-Bauer, und Spezialisten für Energiewaffen und autonome Systeme. Geführt werde das Berater-Team der Luftwaffe von der Software-Firma Leidos.
Die Entwicklung des Hyperschall-Flugzeugs sei jedoch eine immense technische Herausforderung. Ganz abgesehen von der Geschwindigkeit, Steuerung und Navigation sorge bei extrem hohen Geschwindigkeiten die Reibung mit der Luft für extreme Hitze. Bevor ein Prototyp á la Top Gun in den Himmel steigen könne, seien daher ausführliche „virtuelle Simulationen der extremen Bedingungen eines Hyperschall-Fluges“ erforderlich. Besonders mit Blick auf das Budget, betont Frank Serna, Leiter der betreffenden Abteilung bei Draper.
Aufklärung, Überwachung, Spionage: „Project Mayhem“ besitzt auch „Strike Program“
Wie bei Russlands Hyperschall-Raketen ist ebenso bei dem US-Jet die Geschwindigkeit das Gefährliche. Denn aktuelle Luftschutz-Systeme sind nicht auf eine so extrem hohe Geschwindigkeit ausgelegt – die Raketen oder Jets sind schlicht zu schnell. Daher sei das „Project Mayhem“ (Projekt Chaos) nach Angaben der Firma Draper auf Spionage, Aufklärung und Überwachung angelegt. Es beherberge jedoch auch ein „Strike Program“, eine Bewaffnung sei somit inbegriffen.
Apropos Kampfjet: Erst vor kurzem kam es zu einem Vorfall zwischen einem Flugzeug der russischen Luftwaffe und einer Bundeswehr-Maschine. In der Nähe der russischen Exklave Kaliningrad fing der russische Kampfjet das deutsche Aufklärungsflugzeug Typ P-3 Orion ab und begleitete es eine gewisse Zeit.
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