Vor Landtagswahl

SPD in Rheinland-Pfalz setzt auf Schweitzer als Spitzenkandidat

  • schließen

Alexander Schweitzer will mit kostenfreien Schulmaterialien und Entlastungen bei Führerscheinkosten im Wahlkampf punkten.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) setzt für die Landtagswahl am 22. März auf die Stärke seiner Landespartei. Mit Rückenwind aus der Bundes-SPD für den Wahlkampf rechne er „schon seit Jahren nicht“, sagte Schweitzer beim Landesparteitag der rheinland-pfälzischen SPD in Mainz.

Mit Begeisterung: Alexander Schweitzer und Sabine Bätzing-Lichtenthäler beim Parteitag.

Der 52-jährige Pfälzer, der seit Juni auch als stellvertretender Vorsitzender der Bundes-SPD amtiert, wurde von den Delegierten mit 100 Prozent der gültigen Stimmen zum Spitzenkandidaten gekürt. Parteichefin Sabine Bätzing-Lichtenthäler steht auf Platz 2 der Liste und erhielt ebenfalls mehr als 99 Prozent Zustimmung von der Basis.

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Kandidatenkür bei der SPD

Die Bundesministerinnen Stefanie Hubig (Justiz) und Verena Hubertz (Wohnen, Bauwesen) waren zwar anwesend, doch die Reden wurden von Landespolitiker:innen gehalten. Vor einer Woche beim CDU-Parteitag hatte das anders ausgesehen. CDU-Partei- und Fraktionschef Gordon Schnieder hatte Unterstützung aus Berlin geholt, als er mit 99 Prozent Zustimmung in Morbach zum Spitzenkandidaten gewählt wurde. Dafür war Bundeskanzler Friedrich Merz in den Hunsrück gekommen. In den Umfragen liegt die CDU derzeit rund sechs Punkte vor Schweitzers SPD.

Zur Kandidatenkür bei der SPD kamen die drei ehemaligen SPD-Regierungschefs Malu Dreyer, Kurt Beck und Rudolf Scharping. Die SPD regiert in Rheinland-Pfalz seit 34 Jahren, obwohl das „Land der Rüben und Reben“ strukturell als konservativ gilt. Es war bis 1991 insgesamt 45 Jahre lang stets von Christdemokraten in der Staatskanzlei geführt worden, darunter Helmut Kohl und Bernhard Vogel.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

„Ich erlebe eine hoch motivierte SPD und freue mich auf unseren Gute-Laune-Wahlkampf mit Haustürbesuchen statt Hochglanz“, kündigte Schweitzer an. Das Wahlprogramm soll im Januar beschlossen werden. Schweitzer kündigte finanzielle Entlastung für viele Familien an. So sollten digitale und analoge Schulmaterialien sowie Arbeitshefte für alle Schülerinnen und Schüler im Land komplett kostenfrei werden, erläuterte Schweitzer am Rande des Parteitags. Dies werde im ersten Jahr wohl etwas über 130 Millionen Euro und danach gut 50 Millionen Euro jährlich kosten.

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: FDP und FW veranstalteten am Wochenende Landesparteitage

Eine Entlastung bei den auf rund 4000 Euro gestiegenen Führerscheinkosten will der SPD-Spitzenkandidat auch im Wahlprogramm verankern. „Wir können die Verwaltungsgebühren übernehmen.“ Das seien rund 200 Euro. Schweitzer amtiert seit dem Juli 2024 als Ministerpräsident in Mainz. Er führt eine Dreier-Koalition der SPD mit Grünen und FDP an. Seine Vorgängerin Malu Dreyer hatte das Amt nach elfeinhalb Jahren abgegeben und zur Begründung gesagt: „Meine Akkus laden sich nicht mehr so schnell auf.“

Auch FDP und Freie Wähler veranstalteten am Wochenende Landesparteitage in Rheinland-Pfalz. Beide sind derzeit im Landtag vertreten – die FDP sogar in der Landesregierung – und müssen angesichts der Umfragen befürchten, im März an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern.

Anders die Linke, die noch nie in den Mainzer Landtag eingezogen ist, und jetzt in Umfragen bei sechs Prozent rangiert. Bei der Bundestagswahl im Februar hatte die Partei bundesweit 8,8 Prozent geholt – und in Rheinland-Pfalz immerhin 6,5 Prozent. „Wir wollen das Wahlergebnis der Linken bei der Bundestagswahl auch nach Rheinland-Pfalz tragen und an unseren großen Erfolg anknüpfen“, sagte der Bundesvorsitzende der Linken, Jan van Aken, beim Landesparteitag am Wochenende in Trier. Linken-Spitzenkandidatin Rebecca Ruppert kündigte an, „günstige Mieten, eine bessere Gesundheitsversorgung und die Preisentwicklung“ ins Zentrum zu stellen. „Alle, die den Laden am Laufen halten, müssen von ihrem Einkommen leben können.“

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

Kommentare