Naher Osten

Stealth-Bomber-Angriff: USA attackieren geheimes Waffenlager von Huthis im Jemen

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Die USA haben Huthi-Miliz-Stellungen im Jemen ins Visier genommen. Ein klares Signal, dass die USA „jederzeit und überall“ zuschlagen können.

Sanaa – Die USA haben am Mittwoch nach Angaben des US-Militärs und des Verteidigungsministeriums mehrere Waffenlager in von den Huthis kontrollierten Gegenden des Jemen mit strategischen B2-Bombern angegriffen. „Die US-Streitkräfte haben mehrere unterirdische Einrichtungen der Huthis ins Visier genommen, in denen verschiedene Waffenkomponenten untergebracht waren, die die Huthis für ihre Angriffe auf zivile und militärische Schiffe in der gesamten Region verwendet haben“, erklärte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.

Die B2-Bomber hätten Präzisionsangriffe gegen fünf unterirdische Orte zur Waffenlagerung geflogen, fuhr Austin fort. Der Einsatz des Tarnkappenbombers demonstriere die Fähigkeiten der USA, „jederzeit und überall“ gegen diese Ziele vorzugehen.

Wegen Israel-Konflikt: Huthi greifen immer wieder Handelsschiffe an

Die Huthi-Miliz ist wie die libanesische Hisbollah Teil der vom Iran angeführten und gegen Israel gerichteten „Achse des Widerstands“, der auch die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen angehört. Die Gruppe, die seit Jahren große Teile des Jemen kontrolliert, greift immer wieder Handelsschiffe im Roten Meer und im Golf von Aden an, eigenen Angaben zufolge „aus Solidarität“ mit den Palästinensern im Gazastreifen. Die USA und Großbritannien attackieren als Reaktion bereits seit Januar Ziele der Huthis im Jemen.

Immer wieder greifen die USA Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen an. (Archivfoto)

„Auf Anweisung von Präsident Biden habe ich diese gezielten Angriffe genehmigt, um die Fähigkeit der Huthis, ihr destabilisierendes Verhalten fortzusetzen, weiter einzuschränken und um die US-Streitkräfte und das Personal in einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt zu schützen und zu verteidigen“, erklärte Austin. Das US-Zentralkommando Centcom gab in den Onlinenetzwerken an, dass es zunächst keine Hinweise auf zivile Opfer durch die Angriffe von Mittwoch gegeben habe.

USA fordern von Israel Schutz von UN-Soldaten

Unterdessen geht die israelische Offensive im Gazastreifen und auch im Libanon weiter. Austin hat dazu aufgerufen, die Soldaten der UN-Beobachtermission Unifil im Südlibanon zu schützen. In einem Telefonat mit seinem israelischen Kollegen Joav Galant habe Austin betont, wie wichtig es sei, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit und den Schutz der Unifil-Truppen und der libanesischen Streitkräfte zu gewährleisten, teilte das Pentagon mit. Der US-Verteidigungsminister habe auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, einen diplomatischen Weg zu beschreiten, um die Sicherheit der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten der israelisch-libanesischen Grenze so bald wie möglich zu gewährleisten.

Hintergrund ist der mehrmalige Beschuss von Soldaten der UN-Beobachtermission Unifil in den vergangenen Tagen. Im Unifil-Hauptquartier sind auch etwa 40 deutsche Bundeswehr-Soldaten stationiert.

USA fordern Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen

Darüber hinaus forderte Austin Israel erneut auf, Maßnahmen zur Linderung des Leids der Menschen im Gazastreifen zu ergreifen. Er habe die israelische Regierung ermutigt, weitere Schritte zur Verbesserung der entsetzlichen humanitären Lage zu ergreifen, hieß es aus Washington.

Bereits am Dienstag hatte die US-Regierung Israel aufgefordert, die humanitäre Lage im Gazastreifen innerhalb von 30 Tagen spürbar zu verbessern. Andernfalls drohe ein Verstoß gegen US-Gesetze zur militärischen Unterstützung – was möglicherweise auch die amerikanische Militärhilfe für Israel gefährden könnte. (erpe/dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Azaki

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