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Felix Durach
Nail Akkoyun
Sonja Thomaser
Israel attackiert erneut den Libanon; die US-Regierung kritisiert das Vorgehen und mahnt zur Rücksichtnahme. Die Lage in Nahost im News-Ticker.
Update vom 16. Oktober, 20.43 Uhr: Im Südlibanon soll es nach Angaben der Vereinten Nationen erneut zu einem Vorfall zwischen den israelischen Streitkräften und den Friedenstruppen der Beobachtermission Unifil. „Heute Morgen beobachteten Friedenstruppen an einer Position in der Nähe von Kfar Kila, wie ein Merkava-Panzer der israelischen Streitkräfte auf ihren Wachturm feuerte“, teilte Unifil mit.
Zwei Kameras seien zerstört und der Turm beschädigt worden, teilte Unifil mit. „Wieder einmal sehen wir direktes und offenbar absichtliches Feuer auf eine Unifil-Stellung“, hieß es in der Erklärung.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Mehrere Tote bei israelischem Luftangriff auf Stadt im Südlibanon
Update vom 16. Oktober, 19.51 Uhr: Bei dem israelischen Luftangriff auf das Rathaus der südlibanesischen Stadt Nabatieh sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut 16 Menschen getötet worden. Unter den Toten ist früheren Angaben zufolge auch der Bürgermeister Ahmed Kahil. 52 Menschen wurden dem Ministerium zufolge verletzt. Das israelische Militär erklärte, es habe Dutzende Ziele der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz in der Region Nabatieh angegriffen und unterirdische Infrastruktur zerstört. Nabatieh ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region.
Update vom 16. Oktober, 17.10 Uhr: Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen weiteren hochrangigen Kommandeur der Terrormiliz Hisbollah getötet. Dabei soll es sich um den Kommandeur des Kafr Qana Distrikts, Jalal Mustafa Hariri, handeln. Das berichtet das Portal The Times of Israel. Hariri sei bei einem Luftschlag im südlichen Libanon getötet worden. Die Meldung lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Hariri war für die Planung und Durchführung von Terroraktivitäten gegen Israel verantwortlich, teilten die IDF weiter mit.
Lage in Nahost: Vier Menschen bei Hisbollah-Raketenangriff verletzt
Update vom 16. Oktober, 15.45 Uhr: Bei einem Raketenangriff aus dem Libanon auf die israelische Stadt Karmiel sind nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom vier Menschen leicht verletzt worden. Sie seien von Raketensplittern getroffen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Zeitung Times of Israel berichtete, ein Wohnhaus in einem überwiegend von israelischen Arabern bewohnten Ort bei Karmiel habe einen Volltreffer erlitten. In sozialen Medien waren Fotos und Videos eines zerstörten Hauses zu sehen.
Nach Angaben der israelischen Armee war die Gegend um die Stadt und andere Orte in Galiläa im Norden Israels von etwa 30 Raketen aus dem Libanon angegriffen worden. Die meisten der Geschosse seien abgefangen worden. Einige seien jedoch auch eingeschlagen. In der Nacht waren bereits 50 Raketen aus dem Libanon auf ein Gebiet weiter östlich bei der Stadt Safed abgefeuert worden.
Mehrere Tote nach israelischem Luftangriff auf den Libanon
Update vom 16. Oktober, 11.28 Uhr: Bei Angriffen der israelischen Luftwaffe auf die Stadt Nabatijeh im Süden des Libanon sind laut dem libanesischen Gesundheitsministerium mindestens fünf Menschen getötet worden. Bei „einem Angriff des israelischen Feindes“ auf zwei Verwaltungsgebäude seien vorläufigen Angaben zufolge fünf Menschen getötet worden, hieß es in einer Erklärung des Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach Überlebenden.
„Der Bürgermeister von Nabatijeh wurde, wie auch andere, zum Märtyrer. Es ist ein Massaker“, sagte die Gouverneurin Howaida Turk der Nachrichtenagentur AFP. Bürgermeister Ahmad Kahil habe sich mit weiteren Beamten für eine Sitzung des örtlichen Krisenausschusses in der Stadtverwaltung befunden, als das Gebäude bombardiert worden sei.
Update vom 16. Oktober, 9.18 Uhr: Kurz nach einer Evakuierungsaufforderung der israelischen Armee ist der Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut laut Berichten von AFP-Journalisten von Luftangriffen getroffen worden. Zwischen den Gebäuden im schiitisch geprägten Viertel Haret Hreik stieg nach dem Angriff am Mittwochmorgen schwarzer Rauch auf. Zuvor hatte das israelische Militär die Bewohner aufgefordert, das Gebiet zu verlassen.
„Sie befinden sich in der Nähe von Einrichtungen und Interessen, die mit der Hisbollah verbunden sind“ und gegen die das israelische Militär in der Gegend Haret Hreik „in Kürze vorgehen wird“, hatte der israelische Armeesprecher Avichay Adraee knapp eine Stunde zuvor auf Arabisch auf X geschrieben.
Update vom 15. Oktober, 21.50 Uhr: Die US-Regierung hat die andauernden Angriffe des israelischen Militärs auf die libanesische Hauptstadt Beirut kritisiert und zur Rücksichtnahme gemahnt. „Wir haben Israel unmissverständlich mitgeteilt, dass wir ihre fast täglichen Angriffe in dicht besiedelten Gebieten in Beirut ablehnen“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, John Kirby, vor der Presse.
Israel habe zwar das Recht, „gezielte Einsätze“ gegen die Infrastruktur der proiranischen Hisbollah-Miliz durchzuführen, müsse dabei aber auch sicherstellen, dass das Leben von Zivilpersonen, UN-Blauhelmsoldaten und libanesischen Streitkräften nicht gefährdet werde – wie es bereits geschehen sei. „Das ist inakzeptabel, und wir haben die Israelis um nähere Angaben dazu gebeten“, sagte Kirby.
Krieg in Nahost: Dutzende Menschen bei israelischen Angriff auf den Libanon getötet
Update vom 15. Oktober, 19.12 Uhr: Bei israelischen Angriffen im Libanon sind erneut Dutzende Menschen getötet worden. Am Montag wurden in verschiedenen Regionen insgesamt 41 Menschen getötet, wie das Gesundheitsministerium am Nachmittag mitteilte. 124 weitere seien verletzt worden.
Die meisten Menschen wurden demnach bei einem Luftangriff im Norden des Landes getötet. Der Angriff im überwiegend von Christen bewohnten Ort Aito traf nach Angaben von Sicherheitskreisen ein Gebäude, in dem Binnenflüchtlinge Zuflucht gesucht hatten. Nach Darstellung des israelischen Militärs wurde ein Ziel mit Verbindung zur Hisbollah angegriffen. Der Fall werde untersucht. Alle Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Westjordanland: Neue Sanktion gegen jüdische Siedlerorganisationen
Update vom 15. Oktober, 16.35 Uhr: Wegen schwerer Gewalt jüdischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland verhängt Großbritannien neue Sanktionen gegen mehrere Siedlerorganisationen und illegal errichtete Außenposten. Die Siedler hätten „abscheuliche Menschenrechtsverletzungen“ in den besetzten Gebieten unterstützt und begangen, sagte der britische Außenminister David Lammy.
Er habe bei einer Reise ins Westjordanland Palästinenser getroffen, die unter „grausamer Gewalt“ von Siedlern gelitten hätten. „Die Untätigkeit der israelischen Regierung hat ein Klima der Straflosigkeit entstehen lassen, in dem die Gewalt der Siedler ungehindert zunehmen konnte.“ Auch Schulen und Familien mit kleinen Kindern seien Ziel von Gewalt, sagte Lammy. Er forderte die israelische Regierung auf, die Ausbreitung von Siedlungen auf palästinensischem Gebiet zu stoppen.
Lammys konservativer Vorgänger David Cameron verlangte von der neuen sozialdemokratischen Regierung, Sanktionen gegen die ultrarechten israelischen Minister Bezalel Smotrich (Finanzen) und Itamar Ben-Gvir (Polizei) zu verhängen. Er habe zu seiner Amtszeit daran gearbeitet, sagte Cameron der BBC. Die beiden Männer seien Extremisten, die unter anderem Siedlergewalt ermutigt hätten. Zudem könne man mit den Sanktionen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unter Druck setzen, im Einklang mit dem Völkerrecht zu handeln.
Israels Bodenoffensive im Libanon: Hisbollah ruft nach Waffenstillstand
Update vom 15. Oktober, 15.40 Uhr: Die Hisbollah will auch weiterhin zur Unterstützung der islamistischen Hamas handeln und ihren Konflikt mit Israel nicht vom Gaza-Krieg trennen. „Der Libanon und Palästina können nicht getrennt werden“, sagte der Vize-Chef der Hisbollah, Naim Kassim, in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Die Hisbollah strebe eine Waffenruhe mit Israel an. Voraussetzung dafür und für ein Ende ihres Beschusses sei aber eine entsprechende Einigung im parallel laufenden Krieg im Gazastreifen.
Zugleich drohte Kassim mit weiteren Angriffen der Miliz auf Israel, die das ganze Land treffen könnten, zumal Israel seinerseits im gesamten Libanon angreife. „Wir werden jeden Punkt in Israel ins Visier nehmen“, sagte Kassim. „Wir werden die feindliche Armee angreifen, ihre Stützpunkte und ihre Kasernen.“
Israels Offensive im Libanon: Hisbollah feuert erneut Raketen ab
Update vom 15. Oktober, 14.35 Uhr: Die libanesische Hisbollah-Miliz hat erneut eine Salve von Raketen auf den israelischen Norden abgefeuert. Rund 20 Geschosse seien über die Grenze auf israelisches Gebiet geflogen, teilte die israelische Armee mit. Einige davon seien von der Raketenabwehr abgefangen worden. Zuvor hatten in den Küstenstädten Haifa und Naharija Warnsirenen geheult.
Eine der Raketen schlug nach Angaben von Sanitätern unmittelbar neben einem Haus im Großraum Haifa ein. Es gab zunächst keine Berichte über mögliche Opfer.
Update vom 15. Oktober, 12.40 Uhr: Bei dem Anschlag in der Stadt Aschdod in Israel ist nach Behördenangaben ein Polizist getötet worden. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Der Attentäter eröffnete den Angaben zufolge auf einer Schnellstraße südlich von Tel Aviv das Feuer auf Autofahrer. Er sei daraufhin selbst von einem Zivilisten erschossen worden.
Die Polizei teilte mit, es liefen noch Ermittlungen zum genauen Hintergrund des Vorfalls. Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als einem Jahr ist es auch in Israel wieder vermehrt zu Anschlägen von Palästinensern gekommen. Indes gibt es Berichte, dass Israel offenbar auf eine Ausweitung des Bodenangriffs abzielt und im Rahmen der Offensive eine Pufferzone innerhalb des Libanon schaffen will. Ziel ist es, die Hisbollah mehrere Kilometer von der israelischen Grenze fernzuhalten.
Krieg im Nahen Osten: Anschlag auf Polizei in Israel
Update vom 15. Oktober, 11.25 Uhr: In der israelischen Stadt Ashdod ist es auf einer Straße offenbar zu einem bewaffneten Angriff gekommen. Ersten Informationen zufolge gibt es einen Toten und einen Verletzten.
Der Angreifer soll an zwei unterschiedlichen Punkten das Feuer unter anderem auf die Polizei eröffnet und dabei zwei Personen verwundet haben. Später meldeten israelische Medien, dass einer der Personen schwer verwundet worden und auf dem Weg zum Krankenhaus verstorben sei. Der Angreifer wurde noch vor Ort erschossen und getötet.
Update vom 15. Oktober, 10.30 Uhr: Ein iranischer General der höchsten Führungsebene ist nach tagelangem Rätseln über seinen Verbleib wieder aufgetaucht. Iranische Staatsmedien verbreiteten Bilder und Videos von Ismail Ghani bei einer Trauerfeier in Teheran zu Ehren eines durch Israel getöteten iranischen Generals. Ghani ist Kommandeur der sogenannten Al-Kuds-Brigaden, der Auslandseinheit der Revolutionsgarden, und damit enorm einflussreich.
Israels Nahost-Offensive: Netanjahu will Iran-Vergeltung entsprechend „nationaler Interessen“ gestalten
Update vom 15. Oktober, 9.25 Uhr: Die israelische Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will bei ihrer Reaktion auf den iranischen Raketenbeschuss von Anfang Oktober nach eigenem „nationalen Interesse“ entscheiden. Zwar würden auch die „Meinungen der Vereinigten Staaten“ angehört, erklärte Netanjahus Büro am Dienstag. „Aber wir werden unsere endgültigen Entscheidungen auf der Grundlage unseres nationalen Interesses treffen.“
Zuletzt hatten US-Medien berichtet, dass Israel den USA zugesichert habe, bei einem möglichen Vergeltungsangriff auf den Iran nicht auf die Atom- oder Ölanlagen des Landes abzielen zu wollen. Unter Berufung auf nicht näher benannte US-Beamte berichteten die Washington Post und das Wall Street Journal, Netanjahu habe dem Weißen Haus mitgeteilt, dass ein möglicher Gegenschlag sich nur auf iranische Militäreinrichtungen beziehen würde.
Update vom 15. Oktober, 8.50 Uhr: Der Konflikt zwischen dem israelischen Militär und der Hisbollah im Libanon weitet sich aus. Die Luftwaffe hat Medienberichten zufolge jetzt mehrere Angriffe auf den Nordosten des Libanons geflogen. Getroffen worden seien Gebiete in der Bekaa-Ebene, berichtete der Hisbollah-nahe Fernsehsender Al-Majadin. Der Fernsehsender MTV berichtete von mindestens zehn Luftschlägen in Baalbek und dem Umland. Auf einem Video, das aus dem Dorf Duris stammen soll, war ein brennendes Gebäude zu sehen.
Update vom 15. Oktober, 6.38 Uhr: Immer wieder geraten bei den Kämpfen zwischen dem israelischen Militär und der Hisbollah-Miliz auch UN-Friedenssoldaten unter Feuer. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu forderte zuletzt den sofortigen Abzug der Blauhelmsoldaten aus der Kampfzone im Süden des Libanon. Doch die Blauhelme wollen vorerst bleiben, teilte der Chef der UN-Friedensmissionen Unifil, Jean-Pierre Lacroix., jetzt mit. Die UN-Mission überwacht das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon bereits seit Jahrzehnten. Daran sind mehr als 10.000 UN-Soldaten aus mehr als 50 Ländern beteiligt, darunter auch die Bundeswehr.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wies am Montag den Vorwurf zurück, dass das israelische Militär gezielt Unifil-Truppen angegriffen habe. Diese Behauptung sei „absolut falsch“, betonte Netanjahu. „Aber der beste Weg zur Gewährleistung der Sicherheit des Unifil-Personals besteht darin, dass die Unifil der Bitte Israels nachkommt und sich vorübergehend aus der Gefahrenzone zurückzieht.“ Israel wirft der Hisbollah vor, die Blauhelmsoldaten sowie Unifil-Einrichtungen als Schutzschilde zu missbrauchen.
Update vom 14. Oktober, 20.26 Uhr: Mehr als einen Monat nach einem israelischen Luftangriff in einer humanitären Zone im Gazastreifen erklärt das israelische Militär, dabei den Chef der Luftkampfeinheit der islamistischen Hamas getötet zu haben. Er sei direkt am Massaker des 7. Oktobers 2023 beteiligt und mitverantwortlich für die Invasion israelischen Territoriums mit Gleitschirmen und Drohnen gewesen, teilte die Armee bei Telegram mit.
Er war demnach seit Oktober 2023 Chef der Luftkampfeinheit, nachdem sein Vorgänger von der israelischen Armee getötet worden war. Zuvor leitete er laut Armee die Drohneneinheit der Hamas und war für die Waffenproduktion der Terrororganisation zuständig. Er soll eine wichtige Rolle beim Aufbau der Drohnen- und Gleitschirmeinheiten gespielt haben. Die Angaben des israelischen Militärs ließen sich zunächst nicht überprüfen.
Hisbollah meldet Raketenangriff auf nordisraelische Stadt Safed
Update vom 14. Oktober, 18.16 Uhr: Die Hisbollah hat nach eigenen Angaben die nordisraelischen Stadt Safed mit mehreren Raketen angegriffen. Es sei eine „große Raketensalve“ abgefeuert worden, erklärte die pro-iranische Miliz am Montag. Sie bezeichnete die Attacke als Vergeltung für israelische Angriffe auf „libanesische Städte, Dörfer und Zivilisten“.
Israelischer Luftangriff auf den Libanon: Mindestens 18 Mensch getötet
Update vom 14. Oktober, 15.23 Uhr: Im Libanon sind bei einem israelischen Luftangriff laut Einsatzkräften mindestens 18 Menschen getötet worden. Vier weitere Bewohner des Ortes Aito im Norden des Landes seien bei der Attacke verletzt worden, teilte das libanesische Rote Kreuz mit. Die Rettungsarbeiten dauerten demnach an. Zunächst blieb unklar, weshalb das Haus Ziel der israelischen Luftwaffe geworden war.
Das Gesundheitsministerium des Mittelmeerstaats hatte zunächst neun Tote und eine verletzte Person gemeldet.
Das Ziel soll eine Notunterkunft für Binnenflüchtlinge gewesen sein, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Gegend des Luftangriffs in dem multireligiösen Land wird überwiegend von Christen bewohnt.
Seit mehreren Wochen fliegt Israel massive Luftangriffe im Libanon. Insgesamt sind seit Ausbruch der Gefechte zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israels Militär vor gut einem Jahr nach libanesischen Angaben mehr als 2.300 Menschen im Libanon getötet und knapp 10.700 verletzt worden.
EU verhängt wegen Raketenlieferungen neue Iran-Sanktionen
Update vom 14. Oktober, 12.40 Uhr: Die EU sieht es als erwiesen an, dass der Iran ballistische Raketen an Russland geliefert hat. Jetzt macht sie mit einer Drohung ernst und verhängt neue Sanktionen gegen den Iran. Die Strafmaßnahmen sollen Unternehmen, Einrichtungen und Personen treffen, die an der Produktion und Lieferung dieser Waffen beteiligt sind, wie EU-Diplomaten nach einem entsprechenden Beschluss der Außenminister in Luxemburg sagten.
Blutiger Angriff auf Israel: Hisbollah-Drohne tötet Soldaten
Erstmeldung: Jerusalem – Bei einem Drohnenangriff der Hisbollah-Miliz aus dem Libanon auf einen israelischen Armeestützpunkt nahe der Stadt Binjamina sind vier Soldaten getötet worden. Wie die Armee in der Nacht bekanntgab, wurden sieben weitere Soldaten schwer verletzt. Insgesamt erlitten bei der Attacke am Sonntag laut Rettungsdiensten mehr als 60 Menschen Verletzungen. Damit ist es ist einer der blutigsten Angriffe auf Israel seit Beginn des Kriegs im Gazastreifen vor gut einem Jahr.
Die Warnsirenen hatten vor der Attacke der Hisbollah aus dem Libanon nicht geheult. „Wir werden untersuchen, wie eine Drohne ohne Vorwarnung eindringen und eine Basis treffen kann“, kündigte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari laut Medien kurz nach Mitternacht in einer Stellungnahme an.
Hisbollah im Libanon droht Israel mit verstärkten Angriffen
Die proiranische Hisbollah reklamierte den Angriff für sich. Man habe ein Trainingscamp des israelischen Militärs in Binjamina mit einem „Geschwader von Angriffsdrohnen“ attackiert. Israels Radarsysteme hätten die hoch entwickelten Drohnen nicht erfasst, verkündete die Hisbollah in der Nacht auf Telegram. Die Schiiten-Miliz drohte Israel mit noch heftigeren Angriffen, falls der Nachbarstaat seine Offensive im Libanon nicht stoppen sollte – und „dass das, was er heute im Süden Haifas erlebt hat, nur ein kleiner Vorgeschmack auf das ist, was ihn erwartet, wenn er beschließt, seine Aggression gegen unser edles und geliebtes Volk fortzusetzen“.
Lage in Nahost: Israelischer Armeesprecher verspricht besseren Schutz
Nach einer ersten Untersuchung habe die Hisbollah vom Libanon aus zwei Kamikaze-Drohnen gestartet, die vom Meer aus in den israelischen Luftraum eingedrungen seien, meldete die Times of Israel. Beide Drohnen seien vom Radar geortet und eine vor der Küste nördlich von Haifa abgeschossen worden. Flugzeuge und Hubschrauber hätten die zweite Drohne verfolgt, sie sei aber vom Radar verschwunden. Es hätten keine Sirenen geheult, weil davon ausgegangen worden sei, dass die Drohne abgestürzt oder abgefangen worden war, berichtete die Zeitung weiter. Die Drohne schlug schließlich in der Nähe von Binjamina ein.
Israels Armeesprecher Hagari forderte die Öffentlichkeit laut der Times of Israel auf, keine Gerüchte über den Angriff 60 Kilometer nördlich der Stadt Tel Aviv zu verbreiten, solange die Fakten nicht geklärt seien. „Wir sind verpflichtet, für einen besseren Schutz zu sorgen“, wurde er zitiert. „Wir werden diesen Vorfall untersuchen, daraus lernen und uns verbessern“.
USA schicken Israel neues Raketenabwehrsystem – Lage in Nahost bleibt angespannt
Um die Luftverteidigung Israels nach den jüngsten schweren Raketenangriffen durch den Iran zu stärken, schicken die USA eine Batterie des hochmodernen Raketenabwehrsystems THAAD und ein dazugehöriges Team des US-Militärs nach Israel. Der Schritt unterstreiche das eiserne Bekenntnis der Vereinigten Staaten zur Verteidigung Israels, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Die USA hatten im vergangenen Jahr angesichts des eskalierten Nahost-Konflikts bereits eine Batterie des Raketenabwehrsystems in die Region verlegt, nicht aber nach Israel selbst.
Unterdessen feuerte die Hisbollah nach Angaben der israelischen Armee in der Nacht erneut Raketen auf den Norden Israels ab. Demnach fing die Luftabwehr ungefähr fünf aus dem Libanon kommende Geschosse erfolgreich ab. Zuvor hatten in der Bucht von Haifa und umliegenden Gemeinden die Warnsirenen geheult. Laut der Times of Israel waren die Explosionen der Abwehrgeschosse am Nachthimmel über Haifa zu sehen.
Israels Armee berichtet von Hisbollah-Stellungen nahe UN-Posten
Laut Israels Armee hat die mit dem Iran verbündete Hisbollah ihre Stellungen im Süden Libanons gezielt nahe Posten der UN-Friedensmission Unifil eingerichtet. Im vergangenen Monat seien etwa 25 Raketen auf israelische Gemeinden und Truppen von Stellungen der Hisbollah in der Nähe solcher UN-Posten abgefeuert worden. Bei einem dieser Angriffe seien zwei Soldaten getötet worden. Bei begrenzten und „gezielten“ Einsätzen seien Israels Truppen nur „einige Dutzend bis einige hundert Meter“ von Unifil-Posten entfernt auf unterirdische Waffenlager gestoßen, hieß es. Die Hisbollah habe im Laufe der Jahre ihre Angriffsinfrastruktur bewusst in der Nähe von Stellungen der UN-Friedensmission aufgebaut.
Unsere interaktiven Karten zum Israel-Gaza-Krieg zeigen Orte des Konflikts und dessen Verlauf. (red mit Agenturen)
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