Starker Anstieg an Straftaten

Faeser nennt Kriminalstatistik „erschütternd“ und „durch nichts zu rechtfertigen“

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Innenministerin Nancy Faeser hat die Kriminalstatistik 2023 vorgestellt. Raub, Diebstahl, Einbrüche, Gewalt: In allen Bereichen stiegen die Zahlen.

Update vom 9. April, 13.15 Uhr: Zum Abschluss noch einige Zahlen aus der Kriminalstatistik 2023:

  • Im Jahr 2023 wurden bundesweit rund 5,94 Millionen Straftaten statistisch erfasst. Das sind 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch wenn man ausländerrechtliche Verstöße nicht berücksichtigt, liegt der Anstieg immerhin noch bei 4,4 Prozent. 
  • Die Gewaltkriminalität nahm 2023 laut Statistik um 8,6 Prozent auf knapp 214 100 Fälle zu. Sie erreichte damit den höchsten Stand seit 2007. 
  • Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg um rund 18 Prozent im Vergleich zu 2022. Das BKA betont aber, dass damit das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 nicht erreicht ist. 
  • Bei den Gewalttaten war der Anstieg bei Raubdelikten mit 17,4 Prozent am größten. Die Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Übergriffe im besonders schweren Fall nahmen um 2,4 Prozent zu, Körperverletzungsdelikte um rund sieben Prozent.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik 2023.

Kriminalstatistik: Ausländer auch oft Opfer von Straftaten

Update vom 9. April, 13.08 Uhr: Die Kriminalitätszahlen unter der ausländischen Bevölkerung in Deutschland ist laut der aktuellen Kriminalstatistik stark angestiegen. BKA-Präsident Holger Münch hat deshalb die Wichtigkeit von Integrationsmaßnahmen betont. Wenn Integration gelängen, müsse ein hoher Ausländeranteil nicht zwangsläufig zu mehr Straftaten führen. Dass Menschen aus anderen Ländern „prinzipiell krimineller“ seien – „das stimmt so nicht“, betonte Münch.

Update vom 9. April, 12.08 Uhr: Laut BKA-Präsident Münch sind nicht nur auf der Täter-, sondern auch auf der Opferseite der Kriminalstatistik viele ausländische Personen: „Viel der Kriminalität spielt sich zwischen den Zuwanderern ab.“ Allerdings sehe man an den aktuellen Zahlen auch, dass die Kriminalitätszahlen steigen, wenn man im Bereich der Zuwanderung „an die Grenzen des Machbaren“ komme. Faeser betonte, man wolle mit den aktuellen Zahlen keine „Ressentiments“ gegenüber ausländischen Mitbürgern schüren. „Es gibt keine einfachen Antworten.“

Update vom 9. April, 11.46 Uhr: Zur aktuellen Kriminalstatistik äußerte sich bei der Pressekonferenz auch BKA-Präsident Holger Münch. Unter den Zuwanderungsgruppen seien die Kriminalitätszahlen unter Georgiern und Migranten aus den Maghreb-Staaten besonders auffällig, bei letzteren gebe es auch oft Mehrfach-Täter. Teils seien die Verdächtigen gezielt nach Deutschland gelockt worden, um dort Straftaten zu begehen. Unauffällig seien dagegen die Zuwanderungsgruppen aus Afghanistan und Syrien. Bei diesen Gruppen sei der Anstieg allein auf die insgesamt gestiegene Zuwanderung aus diesen Ländern zurückzuführen.

Kriminalstatistik: Straftaten im Drogenbereich sprunghaft angestiegen

Update vom 9. April, 11.33 Uhr: Faeser geht auch speziell auf die Drogenkriminalität in Deutschland ein. Bei Straftaten im Zusammenhang mit Kokain und Crack habe es einen Anstieg von 30 Prozent gegeben, warnt sie. Es gebe eine regelrechte Kokain-Schwemme von Südamerika nach Europa. Durch die involvierten Drogenkartelle gebe es eine „brutale Gewaltspirale“, wie man sie in Ländern wie Belgien und den Niederlanden bereits sehen könne. Dies wolle sie für Deutschland auf jeden Fall vermeiden.

Update vom 9. April, 11.22 Uhr: Faeser geht auf den starken Anstieg bei den nicht-deutschen Tatverdächtigen von 14,5 Prozent ein. Dies gelte es „ohne Scheu und Ressentiments“ zu diskutieren. „Auch hier gilt der Grundsatz null Toleranz: Wer sich nicht an die Regeln hält, muss gehen.“ Die Täter müssten Deutschland deutlich schneller verlassen als bisher, die neuen restriktiven Abschieberegeln würden bereits gelten, jetzt liege es an den Bundesländern, sie umzusetzen. Zudem sei Prävention nötig. Man erwarte von jedem in der Gesellschaft „Respekt statt Gewalt“.

Faeser stellt Statistik zu Straftaten vor: Täglich 300 Angriffe auf Polizisten

Update vom 9. April, 11.13 Uhr: 2023 habe es täglich fast 300 Angriffe auf Polizeibeamte gegeben, so Faeser – ein Anstieg von 10 Prozent. Das sei „erschütternd“ und „durch nichts zu rechtfertigen“, so die Innenministerin. Als Folge der Corona-Pandemie wertet Faeser die „deutlich gestiegene Jugendkriminalität“. Sie führt dies unter anderem auf die psychischen Belastungen und soziale Verwerfungen während der Pandemie zurück. 2023 wurden gut 104.000 verdächtige Kinder unter 14 Jahren ermittelt – ein Zuwachs von 43 Prozent gegenüber 2019.

Update vom 9. April, 11.05 Uhr: Nancy Faeser hat mit der Vorstellung der Kriminalstatistik begonnen. Deutschland sei weiterhin eines der sichersten Länder der Welt, betont sie. Dennoch gebe es alarmierende Entwicklungen: Mehr Gewaltdelikte, mehr Jugendkriminalität und mehr Ausländerkriminalität. Vor allem der Anstieg der Gewaltkriminalität sei „nicht hinnehmbar“ so Faeser. Die Zunahme liege hier bei 8,4 Prozent gegenüber 2022 auf über 214.000 Straftaten. Sie fordert „null Toleranz“ gegenüber den Tätern. Schnelle Verfahren und spürbare Strafen seien notwendig. „Die Strafe muss möglichst auf den Fuß folgen.“

Faeser stellt Kriminalstatistik vor – schon davor entflammt Streit um Migration

Berlin – Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hat am Dienstagvormittag (9. April) keine frohen Botschaften zu verkünden: Sie stellt um 11 Uhr die polizeiliche Kriminalstatistik vor. Zuvor wurde bereits bekannt, dass die Zahl der Straftaten in Deutschland angestiegen ist auf dem höchsten Stand seit 2016 ist. Die Gewaltkriminalität und der Deliktbereich „gefährliche und schwere Körperverletzung“ erreichten jeweils Rekordhöhen. Das ist eine Kehrtwende. In den Jahren zuvor war die Kriminalität in Deutschland meist gesunken.

Faeser stellt Kriminalstatistik vor – Zahl nicht-deutscher Verdächtiger steigt

Laut ARD haben die Behörden 2023 fast sechs Millionen Straftaten registriert – laut einem Bericht der ARD sind das 9,3 Prozent mehr als im Jahr 2019. Dazwischen herrschte durch die Corona-Pandemie eine Ausnahmesituation: Durch Homeoffice, Ausgangssperren und andere Beschränkungen gab es weniger Straftaten.

Auch die Zahl nicht-deutscher Tatverdächtiger hat laut neuer Statistik offenbar zugenommen. Nach Informationen der ARD hatten von den knapp 2,25 Millionen Verdächtigen rund 923.000 keinen deutschen Pass. Das ist ein Anstieg von 17,8 Prozent im Vergleich zu 2022.

Kriminalstatistik 2023: CDU fordert härtere Migrationspolitik - „Müssen wissen, wer kommt“

Das ruft die Union auf den Plan: CDU/CSU rufen die Ampel-Koalition angesichts der neuen Kriminalstatistik zum Handeln in der Migrationspolitik auf. „Wir haben da ein Problem – das hat auch mit Migration zu tun“, sagte Unionfraktionsvize Andrea Lindholz (CSU) am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Wir müssen Migration besser steuern, wir müssen wissen, wer in unser Land kommt“, fügte sie hinzu.

Deutschland stoße mit seiner „Integrationsfähigkeit“ an seine Grenzen, sagte Lindholz weiter. Integration und Prävention kosteten „immens viel Kapazitäten, die wir realistisch gesagt gar nicht haben.“

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Mehr Straftaten laut Kriminalstatistik – Grünen warnen vor Fokus auf Migranten

Die SPD im Bundestag sieht angesichts der neuen Statistik vor allem die Bundesländer in der Pflicht. „Die zunehmende Gewaltbereitschaft braucht eine doppelte Antwort: konsequente Strafverfolgung und umgehende Ahndung der Taten sowie mehr Prävention im Vorfeld“, sagte ihr innenpolitischer Sprecher Sebastian Hartmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Die für die polizeiliche Gefahrenabwehr zuständigen Länder müssen hier ihren Fokus setzen, um die beginnende Spirale zu durchbrechen.“

Auch die Grünen zeigten sich besorgt, warnten aber vor einem Fokus auf die Migration. „Wenig verantwortlich“ sei es, mit den Zahlen den Fokus auf die Migration zu lenken, sagte ihre Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic dem RND. „Das wird der Komplexität der Entwicklung von Kriminalitätsphänomen in keiner Weise gerecht.“ Dennoch müssten die Zahlen „jetzt sehr genau“ analysiert werden, um die richtigen Schlüsse zu ziehen, betonte Mihalic.

Kriminalstatistik wird vorgestellt: Polizei warnt vor Überforderung

Der neue Polizeibeauftragte des Bundes hat mit Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2023 davor gewarnt, die Beamten in Uniform aus dem Blick zu verlieren. „Die PKS zeigt, wie herausfordernd der Polizeiberuf ist. Die steigenden Zahlen im Bereich der Gewalttaten sind nicht nur Zahlen in der Statistik“, sagte Uli Grötsch (SPD) dem Magazin Stern.

„Sie machen auch was mit den Menschen in den Uniformen. Deshalb ist ein Ausgleich zum harten Arbeitsalltag notwendig“, fuhr Grötsch fort. „Dabei denke ich etwa an mehr Raum für Supervision und modernere Arbeitsformen.“

Faeser präsentiert Kriminalstatistik gemeinsam mit BKA-Präsident

Die polizeiliche Kriminalstatistik präsentieren gemeinsam mit Faeser der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Michael Stübgen (CDU) und Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts (BKA). Sie wird jährlich bundesweit auf Grundlage der von den 16 Landeskriminalämtern übermittelten Daten erhoben. Sie dient der Beobachtung der Kriminalität und einzelner Deliktsarten und gibt Auskunft zur Zahl der Tatverdächtigen und Opfer sowie zu Aufklärungsraten.

Die Zahl der von der Polizei registrierten Straftaten im vergangenen Jahr ist einem Bericht zufolge um 5,5 Prozent auf 5,94 Millionen gestiegen. Das geht demnach aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2023 hervor, die Faeser offiziell vorstellt und aus der die Welt am Sonntag vorab zitiert hatte. (dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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