Patriot-Luftabwehrsysteme

Streit um Luftabwehrsystem: Polen wirft Deutschland Vertrauensbruch vor

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Polens Vize-Außenminister Marcin Przydacz kritisiert die deutsche Kommunikation rund um die Patriots-Luftabwehrsysteme.

Vor zwei Wochen bot Deutschland Polen Patriot-Luftabwehrsysteme zum Schutz seines Luftraums an. Seitdem herrscht ein Hin und Her von beiden Seiten.

Warschau - «Der grundlegende Fehler der deutschen Seite bestand darin, dass sie mit dem Angebot der Patriot-Systeme an die Medien gegangen ist, bevor die Verhandlungen beendet waren», sagte Vize-Außenminister Marcin Przydacz dem öffentlich-rechtlichen Sender TVP. Zuvor hatte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak bekanntgeben, sein Land werde die deutschen Flugabwehrsysteme nun doch annehmen.

Vor zwei Wochen hatte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) in einem Interview öffentlich gemacht, dass Deutschland Polen die Patriots zum Schutz seines Luftraums anbiete. Blaszczak hatte dies zunächst begrüßt, es wurde auch eine Vereinbarung getroffen. Kurz darauf düpierte die nationalkonservative PiS-Regierung Berlin mit dem Vorschlag, die Flugabwehrsysteme statt nach Polen in die Westukraine zu verlegen. Dies ist problematisch, da die Ukraine im Gegensatz zu Polen nicht Mitglied der Nato ist. (dpa)

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