US-Tankflugzeuge bereits auf Zypern

Nahost-Eskalation: Iran bereitet Vergeltungsschläge auf US-Stützpunkte vor

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Die USA könnten schon bald in den Nahost-Konflikt eingreifen. Der Iran bereitet sich bereits intensiv auf diese Möglichkeit vor.

Teheran – Die Lage in Nahost eskaliert immer schneller. Auch auf andere Länder könnte der Konflikt zwischen Iran und Israel bald übergreifen. So hat laut eines Berichts der New York Times der Iran Raketen und andere militärische Ausrüstung für Angriffe auf US-Stützpunkte im Nahen Osten vorbereitet, falls sich die USA dem Krieg in Israel und dem Iran anschließen sollten. Das Blatt beruft sich dabei auf amerikanische Beamte, die Geheimdienstberichte geprüft haben.

USA schicken Tankflugzeuge nach Europa

Washington ist bereits aktiv geworden, nachdem der Konflikt ausgebrochen war: Die Vereinigten Staaten haben etwa drei Dutzend Tankflugzeuge nach Europa geschickt, die Kampfjets beim Schutz amerikanischer Stützpunkte unterstützen oder die Reichweite von Bombern bei einem möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen erweitern könnten.

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

Jerusalem drängt die Amerikaner, in den Konflikt einzugreifen. Laut der Bericht wird die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz mit ziemlicher Sicherheit ihre Angriffe auf Schiffe im Roten Meer wieder aufnehmen, sollten sich die Vereinigten Staaten der israelischen Kampagne anschließen. Israel ist bei einem möglichen Angriff auf wichtige iranische Atomanlage Fordo auf US-Hilfe angewiesen. Zudem glauben die Quellen, dass pro-iranische Milizen im Irak und in Syrien wahrscheinlich versuchen würden, dortige US-Stützpunkte anzugreifen. Andere Regierungsvertreter erklärten, dass der Iran im Falle eines Angriffs die Straße von Hormus verminen könnte, um amerikanische Kriegsschiffe im Persischen Golf festzuhalten.

Höchste Alarmbereitschaft für US-Streitkräfte in Nahost

Die USA scheint zumindest für den Ernstfall bereit. Kommandeure verhängten höchste Alarmbereitschaft für amerikanische Truppen auf Militärstützpunkten in der gesamten Region, darunter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien und Saudi-Arabien. Über 40.000 Soldaten hat Washington im Nahen Osten stationiert. US-Beamte erklärten, der Iran brauche keine großen Vorbereitungen, um amerikanische Stützpunkte in der Region anzugreifen. Das iranische Militär verfügt über Raketenbasen in Reichweite von Bahrain, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Konflikt eskaliert: Teheran steht in Flammen. (Archivbild)

Zwei iranische Regierungsvertreter räumten bereits ein, dass das Land US-Stützpunkte im Nahen Osten, beginnend mit denen im Irak, angreifen würde, falls sich die USA dem Krieg Israels anschließen sollten. Der Iran würde auch alle amerikanischen Stützpunkte in arabischen Ländern angreifen, die sich an einem Angriff beteiligen, so die beiden Regierungsvertreter.

Iran sieht Schuld bei Israel und seinen Unterstützern

„Unsere Feinde sollten wissen, dass sie mit militärischen Angriffen auf uns keine Lösung erreichen und dem iranischen Volk ihren Willen nicht aufzwingen können“, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghchi am Montag in einer Erklärung. Araghchi erklärte seinen europäischen Amtskollegen in Telefongesprächen, dass im Falle einer Ausweitung des Krieges die Schuld bei Israel und seinen wichtigsten Unterstützern läge.

Die USA schicken übereinstimmenden Berichten zufolge einen weiteren Flugzeugträger in den Nahen Osten. (Archivbild)

Der zyprische Verteidigungsminister Vassilis Palmas hat bestätigt, dass US-amerikanische Militärflugzeuge auf dem Luftwaffenstützpunkt der zyprischen Stadt Paphos angekommen sind. Es handele sich dabei nicht um Kampfflieger, sondern um Transportflugzeuge, sagte er im Fernsehen.

Trump verschärft Tonfall gegen den Iran

Zyprische Medien berichteten außerdem von Tankflugzeugen, die Kampfjets in der Luft betanken können. Um wie viele Maschinen es sich handelt, wurde zunächst nicht bekannt. Am Wochenende hatte es Berichte in US-Medien gegeben, wonach das Militär Dutzende Tankflugzeuge nach Europa verlegt hat, um sie im Bedarfsfall schnell im Nahen Osten einsetzen zu können. Tankflugzeuge sind wichtig für die Logistik großer Kampfeinsätze – sie erlauben Kampfjets, deutlich länger in der Luft zu bleiben, oder auch größere Distanzen zu Angriffszielen zurückzulegen.

Zuvor hatte Donald Trump seinen Tonfall gegenüber der Regierung in Teheran erheblich verschärft. In einer Reihe von Botschaften auf Truth Social schrieb Trump neben seinem Aufruf zur Kapitulation, die USA wüssten, wo sich Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei verstecke – es gebe aber „zumindest vorerst“ keine Absicht, ihn zu töten. Er unterstrich zudem, der Luftraum über dem Land sei vollständig unter Kontrolle. (cgsc mit dpa)

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