Der UN-Sonderbeauftragte für den Sudan, Volker Perthes, sieht es als Aufgabe der Vereinten Nationen an, jede noch so kleine Chance“ auf Frieden im Sudan zu nutzen.
Es gehe aktuell darum, «beide Seiten dazuzubekommen, zu deeskalieren», sagte Perthes am Dienstag im Deutschlandfunk. Man habe in den vergangenen beiden Tagen bereits dreistündige humanitäre Waffenpausen verhandelt, sagte der Deutsche weiter. Diese seien aber entgegen der Zusagen der rivalisierenden Generäle schnell gebrochen worden.
Im Sudan sind am Samstag Kämpfe zwischen den zwei mächtigsten Generälen des Landes und ihren Einheiten ausgebrochen. Die zwei Männer führten das Land im Nordosten Afrikas mit rund 46 Millionen Einwohner seit einem gemeinsamen Militärcoup im Jahr 2021.
De-facto-Präsident Abdel Fattah al-Burhan, der auch Oberbefehlshaber der Armee ist, kämpft mit dem Militär gegen seinen Stellvertreter Mohammed Hamdan Daglo, den Anführer der mächtigen paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RSF). Eigentlich hätten die RSF der Armee unterstellt und die Macht im Land wieder an eine zivile Regierung übertragen werden sollen.
«Das sudanesische Volk in seiner Mehrheit ist sicherlich bereit für eine friedliche Zukunft», sagte Perthes weiter. In den besten Zeiten des Sudan hätten die verschiedenen Völker auch friedlich zusammengelebt - es gebe keinen Grund, warum sie das nicht wieder tun sollten. Er sprach sich für Vermittlungen durch die Nachbarländer Ägypten und Südsudan aus. «Wenn deren Präsidenten ihren Einfluss geltend machen wollen, beide Parteien dazu zu bekommen, die Kämpfe einzustellen, ist das natürlich höchst willkommen», sagte er.
Laut UN sind im Zuge der Gefechte mindestens 185 Menschen, Zivilisten wie Kämpfer, getötet und 1800 Personen verletzt worden. Die Kämpfe dauern in mehreren Landesteilen an. (dpa)