Nach Serie von Tests

Nordkorea feuert Rakete auf das offene Meer ab – und löst Alarm und Evakuierungen in Japan aus

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Nordkorea hat laut dem südkoreanischen Militär eine ballistische Rakete abgefeuert. Bewohner der japanischen Insel Hokkaido wurden zur Evakuierung aufgerufen.

Seol/München — Nordkorea hat am Donnerstagmorgen (13. April Ortszeit) eine atomwaffenfähige Rakete abgefeuert, wie südkoreanische Militärs angaben. Die Rakete soll mit einer Reichweite von möglicherweise Tausenden Kilometern in Richtung offenes Meer gefeuert worden sein. Japan bestätigte den Raketenstart. Südkoreanische und US-Geheimdienste analysierten die Einzelheiten. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verschärfen sich derzeit wieder.

Nordkorea feuert Rakete auf offenes Meer ab — Japanischen Inselbewohner evakuiert

Der Start sei in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang erfolgt, teilte der Generalstab in Seoul mit. Die Rakete sei dann in Richtung Japanisches Meer geflogen. Die Rakete soll eine mittlere oder höhere Reichweite haben. Nähere Details waren zunächst nicht bekannt. Die Reichweite von Mittelstreckenraketen überschreitet 800 Kilometer, die von Langstreckenraketen 5500 Kilometer. Solche Raketen können mit einem oder mehreren Atomsprengköpfen bestückt werden.

Ein Fernsehgerät zeigt den japanischen Einwohnern das J-Alert oder Nationale Frühwarnsystem, da Nordkorea eine Rakete abfeuerte.

Der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida sagte, die von Nordkorea abgefeuerte Rakete sei nicht auf japanisches Territorium gefallen. Zwischenzeitlich wurden die Bewohner der japanischen Insel Hokkaido zur Evakuierung aufgerufen. Später gaben örtliche Beamte Entwarnung und erklärten, es bestehe „keine Möglichkeit“, dass die Rakete die Insel treffe.

Nordkorea testet regelmäßig nukleare Waffen — Kriegsabschreckung ausbauen

In den vergangenen Wochen hatte Nordkorea eine Reihe von Raketen abgefeuert und nach eigenen Angaben auch eine nukleare Unterwasser-Drohne getestet. Anfang der Woche hatte Machthaber Kim Jong-un laut Staatsmedien dazu aufgerufen, die Fähigkeiten des Landes zur Kriegsabschreckung auf „praktischere und offensivere“ Art auszubauen. Ende März kündigte er nach einem Raketentest eine weitere Aufrüstung Nordkoreas an.

Bei einem Treffen der zentralen Militärkommission sei es um den Umgang mit den „eskalierenden Schritten“ der USA und Südkoreas zur „Entfesselung eines Angriffskrieges“ gegangen, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Beide Staaten nahmen ihre gemeinsamen Militärübungen wieder auf.

Bereits vergangenes Jahr gab es eine bisher beispiellose Serie von Raketentests. UN-Beschlüsse untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite. Das Land ist wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen. (vk/dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Shuji Kajiyama/dpa

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