US-Wahl 2024

Was ist der Super Tuesday? Alles zum wichtigsten Tag der US-Vorwahlen

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Am 5. März steht der wichtigste Termin der US-Vorwahlen an. Beim Super Tuesday werden in 15 Bundesstaaten die Präsidentschaftskandidaten gewählt. Die Infos zum Wahltermin im Überblick.

Washington D.C. – Bevor die US-Amerikaner am 5. November ihren Präsidenten wählen, müssen sich die Demokraten und die Republikaner für ihren Kandidaten entscheiden. Das wird anhand sogenannter Vorwahlen bestimmt, die aktuell in den USA stattfinden. Ein besonderer Termin ist dabei der Super Tuesday.

Was ist der Super Tuesday?

Der Super Tuesday ist der wichtigste Termin bei den US-Vorwahlen und findet üblicherweise im Februar oder März des jeweiligen Wahljahres statt. Seinen Namen hat der Wahltag seit den 1980er Jahren und ist seitdem fester Bestandteil in der US-Präsidentschaftswahl. Insgesamt wählen diesmal 15 Bundesstaaten die Kandidatinnen und Kandidaten für die diesjährige Präsidentschaftswahl im November. Die Zahl der Bundesstaaten, die am Super Tuesday ihre Vorwahlen abhalten, kann von Wahl zu Wahl variieren.

Alle Infos zum Super Tuesday in der Übersicht

Wann findet der Super Tuesday statt?5. März 2024
Wie viele Bundesstaaten wählen am Super Tuesday?In 15 Bundesstaaten werden die Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gewählt
Welche Bundesstaaten wählen am Super Tuesday?Alabama, Alaska, Arkansas, California, Colorado, Maine, Massachusetts, Minnesota, North Carolina, Oklahoma, Tennessee, Texas, Utah, Vermont und Virginia
Wer tritt für die Republikaner an?Donald Trump und Nikki Haley
Wer tritt für die Demokraten an?Joe Biden und Dean Philips
Wann wählen die US-Amerikaner ihren Präsidenten?Die Wahlen zum US-Präsidenten finden am 5. November statt

Von Bedeutung ist der Wahltermin wegen der großen Zahl an Delegiertenstimmen, die an diesem Tag zusammenkommen. In diesem Jahr werden 874 von 2429 Delegierten auf den Wahltag entfallen. Somit haben die Kandidatinnen und Kandidaten die Möglichkeit, an einem Tag einen bedeutsamen Vorsprung zu ihren Kontrahenten aufzubauen.

Trump liegt laut Umfragen vor seiner Konkurrentin Haley

Eine landesweite Umfrage von der US-amerikanischen Statistikseite FiveThirtyEight, sieht Donald Trump als klaren Favoriten – auch beim anstehenden Super Tuesday. Auf den ehemaligen Präsidenten entfallen demnach mehr als 70 Prozent aller Stimmen. Nikki Haley, die einzige verbliebene Konkurrentin Trumps, bleibt mit knapp 16 Prozent deutlich hinter ihrem Rivalen zurück.

Die Vorwahlen in den USA sind im vollen Gange. Am 5. März findet der Super-Tuesday statt. 15 US-Bundesstaaten stimmen an diesem Tag über die Präsidentschaftskandidaten ab.

Die Ergebnisse bei den Vorwahlen könnten sich jedoch noch ändern. Die vielen Verfahren, die gegen Trump laufen, könnten ihm noch gefährlich werden. Der 77-Jährige muss sich unter anderem wegen des Verdachts auf Wahlbetrug, dem Sturm auf das Capitol und dem damit zusammenhängenden Umsturzversuch, dem Unterschlagen von Geheimdokumenten und dem Zahlen von Schweigegeld an einen Pornostar, vor Gericht verantworten.

Sollte Trump in einem der vielen Verfahren zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden, könnte Haley als letzte verbleibende Kandidatin der Republikaner, für die US-Präsidentschaftswahl antreten. Außerdem wäre es möglich, dass ihn eine Verurteilung in der Wählergunst sinken lässt. Ob Trump aber tatsächlich verurteilt wird, ist noch unklar. Bislang wird darum gestritten, ob Trump bei der Strafverfolgung durch die Immunität während seiner Zeit als Präsident geschützt ist.

Biden ohne echte Konkurrenz beim Super Tuesday

Als sich Joe Biden erneut auf das Amt des Präsidenten bewarb, war schnell klar, dass er keine wirkliche Konkurrenz zu befürchten hat. Obwohl keine namhaften Politikerinnen und Politiker mit dem amtierenden Präsidenten konkurrieren, sinkt Bidens Zustimmung in der US-Bevölkerung aber stetig. Biden und Trump liefern sich in aktuellen Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ein entscheidender Kritikpunkt an Biden ist seit hohes Alter. Mit 81 Jahren halten viele US-Amerikaner den Präsidenten für zu alt, erneut die Verantwortung als Staatschef zu übernehmen.

Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus

Donald Trump will wieder US-Präsident werden
Nun ist es raus: Donald Trump will 2024 erneut als US-Präsident antreten. Dann wird der Milliardär aus New York 78 Jahre alt sein. Trump hatte das Amt 2017 bis 2021 inne, verlor 2020 aber die Wahl und musste auf eine zweite Amtszeit verzichten. Die soll nun im dritten Anlauf gelingen. Trump wäre erst der zweite Präsident in der Geschichte der USA, dem ein solches Comeback gelingen würde. © Andrew Harnik/dpa
Nikki Haley tritt als US-Botschafterin bei der UN zurück und 2024 vielleicht noch einmal an
Nikki Haley war Trumps letzte verbliebene Rivalin. Doch am Ende zog auch sie sich aus dem parteiinternen Rennen um die US-Präsidentschaft zurück. Nach ihrer Serie von Niederlagen am Super Tuesday verkündete Haley ihren Ausstieg. Die ehemalige Gouverneurin des Bundesstaates South Carolinas wechselt ihre Haltung zu Donald Trump wie andere Leute die Kleidung. Als Botschafterin Trumps bei den Vereinten Nationen war sie enge Vertraute des Ex-Präsidenten, nach dem Sturm aufs Kapitol distanzierte sie sich. Dann sagte sie, sie werde nicht kandidieren, sollte Trump erneut antreten. Haley gilt als Establishment-Republikanerin, die für möglichst geringe Sozialausgaben, niedrige Steuern und eine aggressive Außenpolitik steht. © Evan Vuccid/dpa
Floridas Gouverneur Ron de Santis spricht nach dem Sieg bei den Midterms zu seiner Anhängerschaft
Als härtester Konkurrent für die Nominierung bei den Republikanern für die US-Wahl 2024 galt lange Ron DeSantis. Der Gouverneur Floridas feierte bei den Midterms einen klaren Sieg und wurde von der Wählerschaft im Amt bestätigt. Er galt als der Hoffnungsträger in der Partei. Das Rennen um die Präsidentschaftsnominierung hat er aber inzwischen aufgegeben. DeSantis hatte sich in der Vergangenheit als Trump-Fan inszeniert, geht mittlerweile aber auf Distanz zum Ex-Präsidenten. Hier zu sehen ist der Politiker mit seiner Frau Casey DeSantis und den drei gemeinsamen Kindern. © IMAGO/Luis Santana
Der erfahrene Politiker Asa Hutchinson tritt als Anti-Trump-Kandidat an
Er war bereits Staatsanwalt, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, Behördenleiter der Anti-Drogenbehörde DEA und Gouverneur des Bundesstaates Arkansas. Jetzt wollte Asa Hutchinson 2024 republikanischer Präsidentschaftskandidat werden, doch nach der Vorwahl in Iowa zog er seine Kandidatur zurück. Hutchinson trat als Alternative zu Donald Trump an, denn seines Erachtens sollte dieser „nicht der nächste Anführer unseres Landes sein“. Hutchinson forderte Trump auf, seine Kandidatur aufgrund der Anklage gegen ihn in New York zurückzuziehen – eine Sicht, die die republikanische Wählerschaft nicht teilt. © SCOTT OLSON / AFP
Vivek Ramaswamy, Trump-Fan mit Anti-Woke-Agenda
Vivek Ramaswamy hatte Großes vor. Der 38-jährige, rechtslibertäre Tech-Unternehmer mit indischen Wurzeln wollte US-Präsident werden. Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der Vorwahl in Iowa warf er aber das Handtuch und empfahl, Trump zu Wählen. Der Trump-Fan sieht die USA in einer „nationalen Identitätskrise“ und fordert eine „nationale Wiederbelebung“. Dazu will er z.B. das FBI und das Bildungsministerium abschaffen. Er wolle Trumps „America-First-Aganda auf die nächste Stufe bringen“.  © Anna Moneymaker / AFP
US-Wahl 2024: Ehemaliger Trump-Vertrauter Christie will ins Weiße Haus
Chris Christie hatte auch noch einmal Ambitionen auf das Weiße Haus angemeldet. Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaats New Jersey war einst ein enger Vertrauter von Donald Trump, hat sich aber mittlerweile von ihm losgesagt und kritisiert ihn sogar öffentlich. So bezeichnete er den früheren Präsidenten wegen dessen Haltung zum Ukraine-Krieg als „Feigling“ und „Marionette“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Christie wollte 2016 schon einmal Präsidentschaftskandidat seiner Partei werden, zog nach schlechten Ergebnissen bei den Vorwahlen aber zurück. Diesmal gab er bereits vor den Vorwahlen der Republikaner auf. © Charles Krupa/dpa
Zu den krassen Außenseitern zählt auch Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt.
Zu den krassen Außenseitern zählte von Beginn an Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt. Der Republikaner, der am 4. Dezember aus dem Rennen ausstieg, ist seit dem 15. Dezember 2016 Gouverneur von North Dakota. Vor seiner politischen Karriere war er Softwareunternehmer, Microsoft-Manager und Risikokapitalgeber. Im April unterzeichnete Burgum ein Gesetz, das Abtreibungen in der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Zudem hat er zahlreiche Gesetze unterzeichnet, die die Rechte von trans Menschen einschränken. © SCOTT OLSON/afp
Senator Tim Scott aus dem Bundesstaat South Carolina begreift seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen als Verkörperung des amerikanischen Traumes. In einem im April veröffentlichten Video spricht er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und fordert mehr Optimismus. Scott betont darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nennt er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung.
Tim Scott (blaues Hemd) hat sich aus dem Rennen um die Kandidatur verabschiedet. Am 12. November zog der Senator aus South Carolina seine Kandidatur zurück. In einem im April veröffentlichten Video sprach er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und forderte mehr Optimismus. Scott betonte darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nannte er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung. Seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen begreift Scott als Verkörperung des amerikanischen Traumes.  © ALLISON JOYCE
Mike Pence könnte 2024 bei der US-Wahl für das Amt des Präsidenten kandidieren.
Ausgestiegen ist auch Trumps ehemaliger Vizepräsident. „Dies ist nicht meine Zeit“, sagte Mike Pence am 28. Oktober 2023. Pence war in Umfragen weit abgeschlagen und hatte Medienberichten zufolge Probleme bei der Beschaffung von Geldern für seine Kampagne. „Wir wussten immer, dass dies ein harter Kampf sein würde, aber ich bereue nichts“, erklärte Pence. Mit kritischen Kommentaren nach den Midterms hatte sich der ultrakonservative Pence für einen möglichen Machtkampf innerhalb der Republikanischen Partei in Stellung gebracht. © IMAGO/Aimee Dilger
Larry Elder ist 2024 der erste schwarze Präsidentschaftskandidat bei den Republikanern
Am 26. Oktober zog sich Larry Elder zurück. Schon bei seinem ersten Versuch als Politiker war er gescheitert: 2021 versuchte der rechte Radiomoderator und Rechtsanwalt erfolglos, Kaliforniens demokratischen Gouverneur Gavin Newsom abzulösen. Elder vertritt rechtsradikale Ansichten, wie ein Abtreibungsverbot, glaubt, dass an Grenzen „Mauern funktionieren“, Antirassismus sowie Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion hingegen nicht. © SCOTT OLSON / AFP
Perry Johnson ist im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur.
Am 20. Oktober zog sich auch Perry Johnson aus dem Wahlkampf zurück. Er war im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Aufgefallen war der Unternehmer zuvor nur im Jahr 2022, als er für das Amt des Gouverneurs in Michigan kandidieren wollte. Wegen unsauberer Machenschaften wurde er allerdings von den republikanischen Vorwahlen vorzeitig ausgeschlossen. Johnson positionierte sich im Wahlkampf gegen Abtreibungen. Zudem kritisierte er die Höhe der Hilfsgelder, die die USA der Ukraine zur Verfügung stellen. Zugleich stellte Johnson aber klar, dass er Wladimir Putin nicht vertraue. © SCOTT OLSON/afp
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung sind bisher Ryan Binkley, Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez.
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung waren auch Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez. Auch sie haben ihre Kandidatur bereits wieder zurückgezogen. Im Rennen sind dagegen noch Ryan Binkley, John Anthony Castro und E. W. Jackson. Chancen auf eine Nominierung dürften sie allerdings kaum haben. Großer Favorit bleibt allen Anklagen und Prozessen zum Trotz weiter der frühere Präsident Donald Trump. Die Republikaner haben auf jeden Fall die Qual der Wahl. © ALLISON JOYCE/afp

Dass Biden bei den Vorwahlen keine Konkurrenz fürchten muss, war nicht immer der Fall. Beim Super Tuesday 2020 blieb er zunächst hinter seinem Konkurrenten Bernie Sanders zurück. Im Verlauf der Wahlveranstaltung traten aber einige Kandidatinnen und Kandidaten der Demokraten zurück und sprachen Biden ihre Unterstützung aus. Darunter auch die aktuelle Vizepräsidentin Kamala Harris. (nhi)

Rubriklistenbild: © Andrew Harnik/picture alliance/dpa/AP

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