VonPatrick Mayerschließen
Nato-Mitglieder befürchten einen Angriff Russlands auf das Bündnis. Eine Analyse beschreibt die mögliche Eskalation durch das Moskau-Regime Wladimir Putins.
Riga - Es gibt eine gemeinsame Sorge, die sie alle teilen. Der deutsche Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius von der SPD, der norwegische Oberbefehlshaber, der schwedische Minister für Zivilschutz und der polnische Außenminister. Sie warnen alle vor der Möglichkeit eines Krieges zwischen Russland und der Nato.
Russland-Konfrontation mit der Nato? Analyse beschreibt mögliche Eskalation
Der Ukraine-Krieg dient als warnendes Beispiel. Während Wladimir Putin, der Autokrat aus dem Kreml, im Schwarzen Meer und auf der Krim Rückschläge hinnehmen muss, hat Polen angekündigt, sich auf einen möglichen militärischen Konflikt mit Moskau vorzubereiten.
Am 6. Februar veröffentlichte die britische Tageszeitung The Daily Telegraph auf ihrer Online-Nachrichtenseite eine Analyse, die beschreibt, wie eine Eskalation zwischen den russischen Streitkräften und der Nato aussehen könnte. Und wo ein Angriff Russlands auf das Bündnis am wahrscheinlichsten wäre. Die Analyse ist im Konjunktiv verfasst.
Wladimir Putin: Plant der Moskau-Autokrat eine neue Offensive in der Ukraine?
Laut dieser Analyse plant Putin im Frühjahr 2024 eine neue Großoffensive in der Ukraine mit bis zu 200.000 Soldaten. Passend dazu erklärte Putin laut Bild am 2. Februar bei der Veranstaltung „Alles für den Sieg“ in der Stadt Tula, etwa 150 Kilometer südlich von Moskau, dass „99 Prozent der Bevölkerung“ dabei seien, Russland im Kampf gegen seine „Feinde“ zu verteidigen. Putin sprach damals von einer „landesweiten Bewegung“.
Die Experten des Institute for the Study of War (ISW) schrieben in einer Einschätzung zu Putins Rede, der russische Machthaber „beschwor eine umfassende soziale und wirtschaftliche Mobilisierung Russlands herauf, die an die totale Mobilisierung der Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs erinnerte“. Zudem brachte das ISW eine mögliche russische Großoffensive auf die Millionenstadt Charkiw in die Diskussion über den Kriegsverlauf ein. Putin möchte demnach im Vorfeld der (undemokratischen) russischen Präsidentschaftswahlen (15. bis 17. März) angebliche Erfolge auf dem Schlachtfeld präsentieren.
The Telegraph has published a new scenario of a potential war between Russia and NATO
— NEXTA (@nexta_tv) February 6, 2024
▪️ Putin mobilizes 200 thousand soldiers in Russia and goes on a new offensive in Ukraine in spring 2024;
▪️ Russian Federation provokes protests of Russian speaking people in the Baltics and… pic.twitter.com/KK69GPUPEk
Russland gegen die Nato: Kaliningrad und das Baltikum rücken in den Fokus
Passend zu dieser These: Ende Januar berichtete der US-Sender CNN von heftigen Kämpfen in der nordöstlichen Ukraine, und zwar genau dort, wo die Regionen Charkiw und Luhansk aufeinandertreffen. Ein Hinweis auf eine bevorstehende Offensive? Laut The Daily Telegraph könnten die Russen in einer zweiten Eskalationsphase im Sommer 2024 Cyberangriffe auf die Baltischen Staaten starten und Unruhen unter den russischen Minderheiten dort anstacheln. In Estland, das rund 1,3 Millionen Einwohner hat, sind schätzungsweise 25 Prozent der Bevölkerung ethnische Russen.
In einem dritten Schritt könnte Russland die Unruhen in den Baltischen Staaten als Vorwand nutzen, um Militärübungen in Belarus durchzuführen und die Truppenpräsenz in seiner Exklave Kaliningrad an der Ostsee (siehe Karte oben) zu erhöhen. Bezeichnend: Putin besuchte am 25. Januar die Baltische Föderale Immanuel-Kant-Universität in der gleichnamigen Großstadt Kaliningrad, als die Nato-Mitglieder fast täglich vor einer militärischen Konfrontation mit dem Kreml-Regime warnten.
Kaliningrad
Kaliningrad hieß früher Königsberg und war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 Hauptstadt der preußischen Provinz Ostpreußen. Mit der Eroberung durch die „Rote Armee“ fiel die Ostsee-Hafenstadt vom damaligen Nazi-Deutschland an die Sowjetunion. 1946 wurde die Stadt in Kaliningrad umbenannt. Nach dem Zerfall der UdSSR 1991 verblieb die Region als Exklave bei Russland. Heute leben in der Stadt rund 490.000 Einwohnerinnen und Einwohner und in der Oblast etwa eine Million Menschen.
Wie weit geht Wladimir Putin? Russland droht der Nato und dem Baltikum
In Kaliningrad, das direkt an die Nato-Staaten Polen und Litauen grenzt, ist die Baltische Flotte Russlands stationiert. Im Dezember 2023 veröffentlichte die Carnegie Stiftung für Internationalen Frieden (CEIP) eine Studie über die angebliche Anzahl russischer Kriegsschiffe in der Ostsee-Region. Laut CEIP sind in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg, ein „einziges dieselelektrisches Angriffs-U-Boot“, fünf Lenkwaffenzerstörer, eine Lenkwaffenfregatte, fünfunddreißig kleinere Patrouillen- und Küstenkampfschiffe sowie dreizehn amphibische Landungsboote stationiert.
Laut The Daily Telegraph könnte das russische Regime hier einen Konflikt mit der Nato in der Suwalki-Lücke an der polnisch-litauischen Grenze auslösen. Der Suwalki-Korridor erstreckt sich über 104 Kilometer Länge nahe der polnischen Kleinstadt Suwalken zwischen Kaliningrad und Belarus. Dieser schmale Landstreifen zwischen Polen und dem Baltikum gilt als Achillesferse der Nato. In einem fünften Schritt würde Putin laut der Analyse entscheiden, ob er einen Angriff auf das westliche Bündnisgebiet wagt. Dies ist zumindest ein mögliches Szenario, vor dem immer mehr EU-Politiker und Nato-Vertreter warnen. (pm)
Autor Patrick Mayer hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.
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