25 Millionen Dollar futsch

Teure Verluste an Ukraine-Front: Billig-Drohne zerstört Putins hochmodernes Radar-System

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Der Ukraine-Krieg zeigt, wie mit günstigen Kamikaze-Drohnen teures Kriegsgerät zerstört wird. Die Videos dazu werden dann in den sozialen Medien veröffentlicht.

Kiew - Drohnen sind in der modernen Kriegsführung unerlässlich. Im Ukraine-Krieg kommen diese unbemannten Flugzeuge immer mehr zum Vorschein. Gerade die ukrainische Armee versetzt mit kleinen Drohnen der russischen Übermacht große Verluste. Das zeigt ein vom ukrainischen Militär veröffentlichtes Video auf X. „Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Krieges wurde R-416GM, eine moderne russische mobile Kommunikationsstation, von den ukrainischen Spezialeinsatzkräften zerstört“, heißt es in der Erklärung zu dem Video.

Russische Verluste im Ukraine-Krieg: Billige FPV-Drohne zerstört 25-Millionen-Dollar-Anlage

In dem Video zu den russischen Verlusten nähert sich im Ukraine-Krieg eine FPV-Kamikaze-Drohne der Kommunikationsstation und es kommt dann zu einer Explosion. Später steigt dann Rauch auf. Durch den Angriff sei die Kommunikation zwischen dem Kommandoposten und den russischen Armee-Einheiten unterbrochen worden, heißt es dazu in einer Erklärung. Die Aktion soll sich nördlich der russisch-ukrainischen Grenze abgespielt haben. Newsweek schätzt den Wert des R-416GM auf 25 Millionen Dollar. Eine Kamikazedrohne bekommt man je nach Ausrüstung und Typ für wenige Tausend Dollar.

Einfache Mittel wirken an der Front gegen Russlands Angriffskrieg

Unter dem Druck des seit über zwei Jahren andauernden russischen Angriffskrieges und der Übermacht ihres Feindes hat die Ukraine die Entwicklung und Produktion von Drohnen verschiedenster Typen rasch ausgebaut. Solange an der Front Artilleriegranaten knapp sind, werfen die Ukrainer mit kleinen FPV-Drohnen Sprengkörper über russischen Soldaten ab. Sie haben mit diesen Waffen in den vergangenen Wochen verstärkt auch das russische Hinterland angegriffen.

Auch Russland veröffentlicht Videos von FPF-Drohnen

Beide Kriegsparteien veröffentlichen immer wieder Clips davon, wie Drohnen in Panzertechnik einschlagen oder einzelne Soldaten in Schützengräben töten. Von den von einer Person mit Videobrille gesteuerten kleinen FPV-Drohnen, an die einfach Sprengsätze montiert oder geklebt werden, würden inzwischen Hunderttausende produziert, von den schweren Kampfdrohnen Zehntausende, wie russische Behörden berichten. Die Abkürzung FPV steht für First Person View und bezeichnet eine Drohnen-Variante, bei welcher der Flugkörper per Kameratechnik aus der Ich-Perspektive eines Piloten ferngesteuert werden kann.

Der Ukraine-Krieg zeigt, wie mit günstigen FPV-Kamikazedrohnen teures Kriegsgerät zerstört wird.

Für Offensive: Alliierte wollen Ukraine auch mit FPV-Drohnen ausstatten

Auch die westlichen Alliierten wollen die Ukraine mit FPV-Drohnen ausstatten. Litauen hatte der Ukraine im April zugesischert, im Krieg gegen Russland mit der Lieferung von 3000 Kampfdrohnen zu helfen. In „naher Zukunft“ werde ihr Land die in Litauen gefertigten Drohnen im Wert von zwei Millionen Euro für die Ukraine kaufen, sagte Regierungschefin Ingrida Simonyte anlässlich eines Besuchs ihres ukrainischen Kollegen Denys Schmyhal in Vilnius. (erpe/dpa/AFP)

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