Live-Ticker

Putin-Getreue wüten über Merz-Selenskyj-Treffen – „dann haben wir keine andere Wahl, als Berlin anzugreifen“

  • schließen
  • Simon Schröder
    schließen

Der Live-Ticker zum Treffen zwischen Selenskyj und Merz. Deutschland und die Ukraine vereinbaren eine weitere Zusammenarbeit. Der Kreml wütet.

Update, 19.22 Uhr: Außenminister Johann Wadephul hat die von Russland geäußerten Kriegstreiberei-Vorwürfe an Deutschland zurückgewiesen. Der Außenminister betonte in Washington, dass Deutschland das Völkerrecht verteidige, indem es an der Seite der Ukraine stehe.

Wadephul stellte klar, dass Russland einen rechtswidrigen, völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine führe. „Dieser Krieg kann sofort aufhören und dafür ist Voraussetzung, dass Russland seine Kampfverantwortung einstellt“, fügte er hinzu. Das wäre ein wirklicher Verzicht auf Kriegstreiberei.

Lawrow wirft Deutschland Beteiligung am Ukraine-Krieg vor – müssen „Wahnsinn beenden“

Update, 17.50 Uhr: Der russische Außenminister Lawrow hat die deutschen Waffenpläne mit der Ukraine scharf kritisiert. Lawrow warf Deutschland vor, durch die geplante gemeinsame Entwicklung weitreichender Waffensysteme bereits direkt am Krieg beteiligt zu sein. Die Berliner Entscheidungen würden „Spannungen aufbauen“, so Lawrow gegenüber dem russischen Staatsfernsehen.

Der Kreml-Diplomat appellierte an „verantwortungsvolle Politiker“ in Deutschland, „die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Wahnsinn zu beenden“. Hintergrund ist Kanzler Merz‘ Ankündigung beim Treffen mit Selenskyj, Deutschland werde mit der Ukraine weitreichende Waffensysteme entwickeln.

Berlin: Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine, und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geben im Bundeskanzleramt nach einem Treffen eine Pressekonferenz.

Ukraine-Krieg: Kiesewetter kritisiert Merz für unzureichende Waffenlieferungen

Update, 16.49 Uhr: Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter kritisierte Bundeskanzler Merz nach der Pressekonferenz mit Wolodymyr Selenskyj scharf. Die Waffenlieferungen an die Ukraine sind für Kiesewetter unzureichend. Im Gespräch mit RTL/ntv sagte er: „Der Ansatz ist, Putin zu zeigen, dass wir bereit sind, kurzfristig die Ukraine mit allem, was erforderlich ist, zu unterstützen und nicht, solange es nötig ist, wie das heute wieder anklang“, sagte der CDU-Politiker.

In den Jahren 2023 und noch Anfang 2024 wäre eine Taurus-Lieferung an die Ukraine hilfreich gewesen, „als 80 Prozent der Versorgung über die Krim-Brücke lief“. Weiter meinte Kiesewetter: „Taurus könnte heute weit entfernte Munitionslager oder Kommandostände bekämpfen. Aber es ist eben ein Zeichen, ein Symbol deutscher unterlassener Hilfeleistung und im Grunde genommen einer Verzögerung der Unterstützung der Ukraine durch die Mittel, die vorhanden sind.“

Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks

ukraine-krieg-russland-bilder-eindruecke-kiew-rakete
Der Krieg begann Ende Februar mit Angriffen Russlands auf zahlreiche Städte der Ukraine. Die Truppen aus Moskau nahmen frühzeitig auch Kiew, die Haupstadt des Landes, unter Raketenbeschuss. Eine der russischen Raketen wurde als Teil einer Ausstellung vor dem Nationalmuseum für Militärgeschichte platziert. Kurator Pavlo Netesov wollte nach eigener Aussage mit der Ausstellung der zerstörten Ausrüstung die Bewohnerinnen und Bewohner Kiews an die Straßenkämpfe erinnern, die in anderen Städte der Ukraine tobten, von denen die Hauptstadt aber verschont blieb. © Sergei Supinsky/afp
Wolodymyr Selenskyi in Donezk
Eine dieser Städte war Donezk. Im Mai 2022 besuchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die einstige Millionenmetropole und hörte sich dort den Bericht von Frontsoldaten an. In Donezk tobt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits seit 2014. Seitdem herrscht dort ein von Moskau installiertes Regime, das sich selbst Volksrepublik Donezk nennt. Nach einigen vorübergehenden Waffenstillstandsabkommen ist die Stadt im Südosten nun wieder Ort erbitterterte Kämpfe. © Uncredited/dpa
Menschen suchen Deckung in Lyssytschansk
Es ist vor allem die Zivilbevölkerung, wie diese beiden Kinder und Seniorinnen in Lyssytschansk, die unter dem Ukraine-Krieg leiden. Die Großstadt liegt mitten im Donbass, die seit Kriegsausbruch am schwersten umkämpfte Region in der Ukraine. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht fliehen oder konnten, müssen nun regelmäßig Schutz vor Artilleriebeschuss suchen. © Aris Messinis/afp
Tschassiw Jar, Kleinstadt der Ukraine in der Nähe Lyssytschansk
Unweit von Lyssytschansk liegt die Kleinstadt Tschassiw Jar. Dort räumen Arbeiter die Trümmer eines Hauses von der Straße, das von einer russischen „Hurrikan“-Rakete getroffen wurde. Im Juli 2022 feierte Russland vor allem in der Donbass-Region militärische Erfolge. Zahlreiche Städte und Gemeinden wurden erobert. Die Truppen Wladimir Putins schienen die Ukraine im Sturm zu erobern. © Anatolii Stepanov/afp
brennendes Weizenfeld in der Region Saporischschja
Dieser Mann in Militäruniform ist in einem brennenden Weizenfeld in der Region Saporischschja, während russische Truppen Felder beschießen, um die örtlichen Landwirte an der Getreideernte zu hindern. Die Ukraine auszuhungern und die Ernte zu stehlen, war von Anfang an Teil der russischen Strategie © Uncredited/dpa
Das sechsmonatige Jubiläum im August war ein trauriger Abschnitt im russischen Angriffs-Krieg
Das sechsmonatige Jubiläum des UKraine-Kriegs im August war ein trauriger Abschnitt der russischen Invasion. Doch die ukrainischen Streitkräfte leisteten mit Herz und allen Mitteln weiter Widerstand und feierten ihre Nation, wie hier mit Drohne und ukrainischer Flagge über dem „Monument des Mutterlands“ in Kiew. © Dimitar Dilkoff/afp
Hier wurde im September in der Stadt Kupiansk in der Kharkiv Region eine Brücke bombadiert
Im September begannen die Truppen Wladimir Putins, die Infrastruktur der ukrainischen Städte unter Beschuss zu nehmen. In der Stadt Kupiansk in der Region Kharkiw bombardierte Moskau eine Brücke. An vielen anderen Städten versuchten die russischen Streitkräfte, die Energieversorgung zu stören. © Yasuyoshi Chiba/afp
Statt eines kurzen Angriffskriegs, den der russische Präsident Wladimir Putin geplant hatte, dauert der Krieg immer noch an.
Weil die Erfolge in der Ukraine ausblieben, benötigten die russischen Truppen immer mehr Rekruten für die Front. Präsident Wladimir Putin verkündete deshalb eine Teilmobilisierung im eigenen Land. Tausende junger Männer mussten sich wie dieser Mann in der Stadt Kineschma von ihren Müttern verabschieden und in den Ukraine-Krieg ziehen. © Vladimir Smirnov/imago
Hier sieht man Putin bei einer Ansprache auf einem großen Screen auf dem Roten Platz anlässlich der Annexion von vier Regionen der Ukraine, die von russischen Truppen im September besetzt waren
Im Osten der Ukraine schuf Wladimir Putin Ende September Tatsachen. Vier Regionen des Landes, die zuvor ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, wurden annektiert. Anlässlich der Gebietsgewinne richtete sich Putin in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung Russlands. Zumindest auf dem Roten Platz in Moskau wurde Putins Rede frenetisch bejubelt. © Alexander Nemenov/afp
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf. Sie ist die einzige Landverbindung zwischen Russland und der annektierten Krim-Halbinsel. Russland versprach, die Täter zu finden, ohne die Ukraine sofort zu beschuldigen. © Uncredited/afp
Ukrainische Artilleristen feuern eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk Ende Oktober während des russischen Einmarsches in die Ukraine
Ebenfalls im Oktober gelingt es der Ukraine, an vielen Frontabschnitten vorzurücken. Das gelingt den Streitkräften vor allem dank der Unterstützung aus dem Westen, die immer mehr schweres Gerät in den Konflikt liefert. Hier feuern ukrainische Artilleristen eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk ab. © Dimitar Dilkoff/afp
Ein Einwohner von Cherson hebt seinen Daumen zur Unterstützung der Ukraine auf dem Hauptplatz der Stadt nach der Befreiung von den russischen Besatzern
Mitte November gelingt den ukrainischen Truppen ein großer Erfolg. Sie können die Hafenstadt Cherson im Südosten des Landes zurückerobern. Die Millionenmetropole besitzt neben hohem strategischem auch symbolischen Wert im Kampf gegen Russland. Ein Bewohner feiert die Befreieung mit erhobenem Daumen im Zentrum der Stadt. © Celestino Arce Lavin/dpa
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden. Russland attackierte die Ukraine mit einem massiven Angriff auf die zivile Infrastruktur, wodurch Millionen von Haushalten ohne Strom blieben. Unmittelbar nach dem Vorfall gab es Befürchtungen, dass es sich um eine neue Eskalation des Konflikts handeln könnte, doch am 16. November 2022 gab Polen bekannt, dass das Geschoss wahrscheinlich von der ukrainischen Luftabwehr stammte. Diese Theorie wurde dann auch von Washington bestätigt. © Wojtek Radwanski/Damien Simonart/afp
ein Werk des britischen Straßenkünstlers Banksy auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion
Auch Banksy besuchte die Ukraine inmitten des Krieges. Ein am 17. November 2022 aufgenommenes Foto zeigt ein Werk des britischen Straßenkünstlers auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Ukraine sich auf einen Winter des Krieges einstellen wird müssen. © Sergei Supinsky/afp
Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten
Weitere harte Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur. Sogar Kernkraftwerke werden zum Ziel russischer Raketen. Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten, der durch Beschuss im Zuge der russischen Militäroperation in der Ukraine in Enerhodar beschädigt wurde. © Alexey Kudenko/imago
Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022
Kleine Momente des Glücks im Wahnsinn des Krieges: Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022, als die Stadt nach den jüngsten massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur von einem geplanten Stromausfall betroffen ist. © Yuriy Dyachyshyn/afp
Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine
Für einen Augenblick darf dieses Mädchen einfach Kind sein. Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine © Dimitar Dilkoff/afp
Ukraine-Krieg - Jahrestag Kriegsbeginn- Kiew
Ukrainische Soldaten erinnern am 24. Februar 2023 an der Sophienkathedrale in Kiew an den Beginn des Ukraine-Kriegs ein Jahr zuvor. © Kay Nietfeld/dpa
Ukraine-Krieg - Orthodoxe Ostern in Saporischschja
Die kirchlichen Rituale werden in der Ukraine auch im April 2023 befolgt: Orthodoxe christliche Priester und Gläubige bei der Segnung der traditionellen Osterkörbe am Ostersonntag in der St. Nikolaus-Kirche in Saporischschja. © Andriy Andriyenko/dpa
Ukraine-Krieg - Ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes
Ukrainische Soldaten gestikulieren im September 2023 auf ihrem Bradley Fighting Vehicle (BFV) in der Frontstadt Orichiw. Aus ihrem amerikanischen Schützenpanzer berichten sie von schweren Gefechten. Seit Kriegsbeginn stand Orichiw unter ständigem Beschuss der russischen Armee. © Oliver Weiken/dpa
Ukraine-Krieg - Kupjansk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) wird am 30. November 2023 während eines Besuchs in einem Gefechtsstand an der Front in Kupjansk über die Kriegssituation informiert. © dpa
Lwiw
Auch im Dezember 2023 feiern die Menschen in der Ukraine Weihnachten. In Lwiw besuchen sie den Gottesdienst an Heiligabend und bereiten sich darauf vor, den ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember zu feiern.  © Yuriy Dyachyshyn/AFP
Ukraine-Krieg - Charkiw
Ein großer Haufen Trümmer mit Resten von russischen Raketen liegt in der Stadt Charkiw. In den frühen Morgenstunden des 15. Februar 2024 schlug eine russische Rakete in einem Wohngebiet von Chugugyv ein und tötete eine 67-jährige Frau. © Ximena Borrazas/dpa
Charkiw
Trotz Gesprächen über eine Waffenruhe dauert der Ukraine-Blick auch im Jahr 2025 weiter an. Charkiw steht mehrmals schwer unter russischem Beschuss. Das Kunstwerk „Kreuz des Friedens“ mit einem Kruzifix aus 20.000 Fragmenten russischer Artilleriegeschosse wurde vom amerikanisch-ukrainischen Künstler Sergey Melnikoff (besser bekannt als MFF) und dem ukrainischen Künstler Viktor Belchik geschaffen. © Sergey Bobok/AFP
Ukraine-Krieg - Sumy
Bei einem schweren russischen Luftschlag mit ballistischen Raketen gegen die Stadt Sumy kommen am Palmsonntag 2025 mehr als 30 Menschen ums Leben. Mehr als 100 Zivilpersonen werden verletzt. Unter den Toten sind auch Kinder. © Evgeniy Maloletka/dpa

Wilde Drohungen aus Russland nach Treffen zwischen Merz und Selenskyj zum Ende des Ukraine-Kriegs

Update, 16.29 Uhr: Der russische Propagandist Wladimir Solowjow legte nach der Drohung von Simonjan noch einen drauf. Er bezeichnete Kanzler Friedrich Merz unter anderem als „Nazi-Abschaum“. Auf Telegram erklärte Solowjow in einem Statement: „Ich bin mir sicher, dass sich Taurus-Raketen bereits auf dem Territorium der Ukraine befinden. Offensichtlich wird Selenskyj, um seinen westlichen Herren zu gefallen, die Krim-Brücke angreifen. Die Deutschen haben dies wiederholt gefordert.“

Weiter monierte Putins Propagandist: „Ich halte es für notwendig, die deutsche Seite über alle bestehenden Kontakte darüber zu informieren, dass in diesem Fall sofort ein Gegenangriff sowohl auf die Entscheidungszentren in Kiew, d. h. auf das gesamte Regierungsviertel, als auch auf eine Reihe von Einrichtungen auf deutschem Gebiet erfolgen wird. Sie sollten sich keine Illusionen machen, dass wir nicht reagieren werden. Wollen Sie den Dritten Weltkrieg?“ Ein Angriff auf die Krim-Brücke sei „der Beginn des Dritten Weltkriegs“.

Update, 15.58 Uhr: In Russland reagiert man auf die Pressekonferenz in Berlin mit Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj mit Drohungen. Die Chefredakteurin des russischen Propagandasenders RT, Margarita Simonjan erklärte auf ihrem Telegram-Kanal: „In den Moskauer Büros wird darüber diskutiert, dass, wenn das deutsche Militär Moskau mit deutschen Waffen angreift (und die Erlaubnis, mit Taurus anzugreifen, kann nur dies bedeuten (…)) dann haben wir keine andere Wahl, als Berlin anzugreifen.“

Kanzler Merz hatte sich zu einer möglichen Taurus-Lieferung an die Ukraine bei der Pressekonferenz nicht geäußert. Man wolle der Ukraine jedoch ermöglichen, eigene Langstreckenwaffen herzustellen.

Update, 14.55 Uhr: Die große Neuerung, die Kanzler Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj bei der Presskonferenz bekanntgaben, war, dass Deutschland die Ukraine bei der Produktion von Langstreckenwaffen unterstützen wird. Die Verteidigungsminister beider Länder, Boris Pistorius und Rustem Umjerow, sollten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen. „Wir wollen weitreichende Waffen ermöglichen. Wir wollen auch gemeinsame Produktion ermöglichen“, sagte Merz. „Wir werden vor allem darum bemüht sein, die ukrainische Armee mit allen Möglichkeiten auszustatten, (…) das Land erfolgreich zu verteidigen“, sagte der Kanzler. Über die bislang von der Ukraine gewünschte Lieferung des deutschen Marschflugkörpers Taurus sprach Merz nicht. 

Selenskyj sagte, es gehe um die Finanzierung bereits bestehender Projekte in der Ukraine. Merz erläuterte, es werde eine Zusammenarbeit auch auf industrieller Ebene sein, die sowohl in der Ukraine als auch in Deutschland stattfinden könne. Weitere Details werde man bis auf Weiteres nicht nennen. Merz sagte: „Aber gehen Sie davon aus, dass die Weigerung der russischen Seite, Gespräche zu führen, die Weigerung, einen Waffenstillstand einzuhalten, jetzt wirklich Konsequenzen hat.“

Merz schließt Nutzung der Nord Stream 2 Pipeline für Gaslieferungen aus Russland aus

Update, 14.15 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine Nutzung der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 für Gaslieferungen aus Russland ausgeschlossen. Seine Regierung werde „alles tun, damit Nord Stream 2 eben nicht wieder in Betrieb genommen werden kann“, sagt Merz. Angesichts der massiven Angriffe Russlands auf die Ukraine werde Deutschland „den Druck auf Russland weiter erhöhen“. Ziel müsse es sein, „die Kriegsmaschine Moskaus zu schwächen“, erklärt Merz. Gleichzeitig gehe es aber auch darum, „den Weg für Verhandlungen“ über eine Waffenruhe zu öffnen.

Update, 14.11 Uhr: Merz betonte auf Nachfrage von Presseleuten erneut, man wolle der Ukraine bei der „Produktion von weitreichenden Waffen mit der Ukraine“, helfen. Die Weigerung der Russen, einen Waffenstillstand einzugehen und einzuhalten, werde weitere Konsequenzen haben, kündigt Merz an.

Absprache zur Waffenproduktion zwischen Deutschland und der Ukraine für Langstreckenwaffen

Update, 14.03 Uhr: Selenskyj verkündet, es gebe neue Absprachen zur Waffenproduktion zwischen Deutschland und der Ukraine. „Drohnen helfen effektiv die Leben unserer Soldaten zu schützen.“ Genau ins Detail will Selenskyj nicht gehen. „Wir werden zusammen mit Friedrich Gespräche mit deutschen Unternehmen führen“, sagt der ukrainische Präsident. Seine Rede beendet Selenskyj mit den Worten: „Lang lebe die Ukraine.“

Update, 13.58 Uhr: Selenskyj erklärt: „Ich danke Deutschland dafür, dass wir schnellstmöglich einen Waffenstillstand anstreben.” Weiter betonte er Putins „gewaltsamer Wunsch” sei es die Menschen in der Ukraine zu töten „und Leben zu zerstören“. Putin müsse diesen Wunsch ablegen, damit es zu einem Waffenstillstand kommen könne. „Die Verlängerung des Krieges muss schmerzhaft für Russland werden.”

Update, 13.53 Uhr: Nachdem Merz seine Rede beendet hatte, kam es zu einer kleinen Panne. Selenskyj begann auf Ukrainisch, doch die Übersetzung bliebt zunächst aus. Nach einem kurzen Moment der Verwirrung setzte Selenskyj erneut mit Übersetzung an.

Für Ende des Ukraine-Kriegs: Merz will militärische Unterstützung für Ukraine weiter ausbauen

Update, 13.50 Uhr: Drittens habe Merz mit Selenskyj besprochen, wie man die Verhandlungen zum Ende des Ukraine-Kriegs vorantreiben könne. „Wir werden deshalb den Druck auf Russland weiter erhöhen.“ Viertens wolle man die militärische Unterstützung der Ukraine weiter ausbauen. Deutschland wolle einen Teil der Finanzierung für die Starlink-Satelliten finanzieren.

Update, 13.36 Uhr: Mit etwas Verspätung beginnt die Pressekonferenz. Kanzler Friedrich Merz beginnt die Konferenz und heißt den ukrainischen Präsidenten Selenskyj willkommen. Merz habe in dem Gespräch mit Selenskyj fünf Punkte festgehalten. Durch den Ukraine-Krieg sei man sich näher gekommen. „Fast alle Bundesminister arbeiten heute eng zusammen mit den ukrainischen Kolleginnen und Kollegen.“ Man wolle deutsch-ukrainische Regierungskonsultationen abhalten. Zweitens müsse über die „wirtschaftlichen Zukunftschancen“ der Ukraine beraten werden.

Update, 13.28 Uhr: Gleich geht die Pressekonferenz mit Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj los. Die Live-Übertragung der Konferenz können Sie bei phoenix mitverfolgen.

Update, 13.15 Uhr: Noch läuft das Treffen zwischen Merz und Selenskyj hinter verschlossenen Türen. Ab 13.30 Uhr soll die Pressekonferenz losgehen. Spannend wird, ob sich der Kanzler zu einer möglichen Taurus-Lieferung an die Ukraine äußert. Merz hatte in den vergangenen Tagen eine Kehrtwende bei der Ukraine-Politik seines Vorgängers Olaf Scholz hingelegt und die Reichweitenbeschränkung für deutsche Waffen im Ukraine-Krieg aufgehoben.

Merz empfängt den ukrainischen Präsidenten Selenskyj: Gespräche zum Ende des Ukraine-Kriegs

Update, 12.06 Uhr: Jetzt ist auch Wolodymyr Selenskyj von Bundeskanzler Friedrich Merz offiziell begrüßt worden. Ungewöhnlich für Selenskyj ist, dass er ein schwarzes Jackett trägt. Normalerweise trägt der ukrainische Staatschef auch bei hochrangigen Besuchen nur informelle Kleidung. Der ukrainische Präsident wird nun von der Bundeswehr empfangen.

Update, 11.59 Uhr: Gegen 12.00 Uhr wird Bundeskanzler Friedrich Merz den Präsidenten der Ukraine, Selenskyj, in Berlin offiziell willkommen heißen. Zunächst werden die Gespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Eine Pressekonferenz ist für 13.30 Uhr geplant. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat das Bundeskanzleramt gerade erreicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird von Kanzler Friedrich Merz empfangen. Ungewöhnlich für den ukrainischen Staatschef: er trägt ein Jackett.

Update, 11.13 Uhr: Die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform meldet, dass Wolodymyr Selenskyj in Berlin eingetroffen sei. Bei einem Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten und Kanzler Friedrich Merz könnte auch die mögliche Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern zur Sprache kommen. Der Bundeskanzler hatte zuvor angekündigt, die Reichweitenbeschränkung für deutsche Waffen im Ukraine-Konflikt aufheben zu wollen. Generell soll es bei dem Treffen um ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs gehen.

Erstmeldung: Berlin/Kiew – Ein Zusammentreffen zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dem ukrainischen Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj ist für Mittwoch angesetzt. Diese Information wurde vom Regierungssprecher am Mittwochvormittag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigt. Dabei soll es um ein Ende des Ukraine-Kriegs gehen: „Bei dem Besuch wird es um die deutsche Unterstützung der Ukraine und die Bemühungen um einen Waffenstillstand“ gehen, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte. Ein gemeinsamer Medientermin beider Politiker wurde für 13.30 Uhr angekündigt.

Jens Spahn (CDU), der die Unionsfraktion im Bundestag leitet, bezeichnete die angekündigte Visite des ukrainischen Präsidenten als ein „starkes Zeichen“. In seiner Mittwochsäußerung im rbb24 Inforadio erklärte Spahn, der Bundeskanzler werde Selenskyj versichern, „dass die deutsche Führungsrolle auch in der Verteidigungsunterstützung für die Ukraine“ fortbestehen werde.

Auf die Frage nach möglichen Taurus-Marschflugkörperlieferungen blieb Spahn unkonkret: „Ich denke, es macht wenig Sinn, über einzelne Waffensystem zu reden. Putin darf ruhig im Unklaren darüber sein, was wir tun, was wir liefern, welche Möglichkeiten die Ukraine hat. Entscheidend ist, die Ukraine wird so ausgestattet, dass sie ihre Heimat und auch unsere Freiheit verteidigen kann“, führte er aus. Spahn betonte, dass der Kanzler bezüglich der Reichweitendiskussion gelieferter Waffen keine neue Position bezogen habe. „Friedrich Merz hat gesagt, was gilt, (…) das ja auch schon unter Scholz“ Amtszeit praktiziert wurde, nämlich dass westliche Waffensysteme mit größerer Reichweite eingesetzt werden dürfen.

Verschiedene Medien hatten den Berlin-Besuch Selenskyjs bereits vorab publik gemacht, entgegen der üblichen Praxis, derartige Reisen aus Sicherheitserwägungen bis zum letzten Moment vertraulich zu behandeln. Die formelle Ankündigung erfolgte erst kurz vor dem tatsächlichen Termin. Seit der russischen Invasion in der Ukraine vor über drei Jahren reist Selenskyj nun zum vierten Mal in die deutsche Hauptstadt. Der Besuch erfolgt in einer besonders kritischen Phase und zeitgleich mit der Premiere des Außenministers Johann Wadephul in der US-Hauptstadt.

Bundeskanzler Merz wird bei seinem Besuch in Kiew Anfang Mai von Präsident Selenskyj in Empfang genommen. (Archivbild)

Bei seiner Zusammenkunft mit dem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio strebt der Außenminister des Merz-Kabinetts eine enge Abstimmung mit den Vereinigten Staaten hinsichtlich der Strategie gegenüber dem russischen Präsidenten an. „Damit Putin endlich an den Verhandlungstisch kommt, damit Russland endlich in ernsthafte Verhandlungen einsteigt, müssen wir den Druck aufrechterhalten“, äußerte der CDU-Vertreter vor seiner Abreise in die amerikanische Hauptstadt. „Wir Europäer werden die Sanktionsschrauben weiter anziehen, auch der US-Kongress ist zu mehr Sanktionen bereit.“

Die Tonlage des US-Präsidenten Donald Trump gegenüber dem Kremlführer Wladimir Putin hat sich jüngst merklich verschärft. Der Republikaner postete auf seiner Plattform Truth Social eine deutliche Warnung: „Er (Putin, Anm. d. Red.) ist absolut verrückt geworden! Er tötet unnötigerweise eine Menge Menschen, und ich spreche nicht nur von Soldaten“, so Trump. „Raketen und Drohnen werden auf Städte in der Ukraine geschossen, ohne jeglichen Grund.“ In einem Pressegespräch kündigte Trump weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau an. Die Ernüchterung des US-Präsidenten bezüglich des russischen Machthabers wird zunehmend offensichtlich. (sischr mit Agenturmaterial)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

Kommentare