Thüringens Innenminister Georg Maier ist der Meinung, dass Flüchtlingsunterkünfte vor Angriffen geschützt werden müssen.
Erfurt - Es sei wichtig, dass es Unterstützung vom Bund für die Unterbringung von Flüchtlingen in den Kommunen gebe, sagte der SPD-Politiker am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin». «Und wir müssen natürlich Sorge tragen, dass diese Unterkünfte geschützt werden», sagte Maier mit Blick auf die Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Wochen.
Die Innenressortchefs und -Chefinnen der ostdeutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen treffen sich am Freitag in Erfurt, um über die Demonstrationen, den Schutz von Flüchtlingsunterkünften und Bevölkerungsschutz bei Waldbränden zu sprechen. Für Berlin kommt ein Staatssekretär.
Maier sieht in den teils von Rechtsextremen unterwanderten Demonstrationen in vielen ostdeutschen Städten auch Gefahren einer Radikalisierung. «Hier versuchen Rechtsextreme in die Gesellschaft einzusickern, vorzudringen», sagte er. Man nenne dies «Entgrenzung». In der Folge könne es auch zur Radikalisierung Einzelner oder von Gruppen kommen.
Dass die Demonstrationen vor allem in ostdeutschen Bundesländern starken Zulauf haben, hat seiner Ansicht nach auch soziale Gründe. In Ostdeutschland seien die Löhne geringer, es gebe deutlich weniger Vermögen. «Eine Krise auszuhalten ist halt einfacher, wenn man Reserven hat, wenn man da auf etwas zurückgreifen kann.» Es gehe aber auch darum, wie man Demokratie stärken und Verschwörungsmythen zurückdrängen könne. Das sei auch eine gesellschaftliche Aufgabe. (dpa)