VonJana Stäbenerschließen
Um die Bauern zu besänftigen, schlägt Cem Özdemir eine Abgabe für tierische Lebensmittel vor. Wir zeigen, wie teuer das für dich werden kann.
Nach der bundesweiten Aktionswoche haben Landwirt:innen aus ganz Deutschland erneut protestiert – dieses Mal am Brandenburger Tor in Berlin. Die Bauernproteste, die Rechtsextreme auf mehreren Ebenen unterwandern, sollen die Bundesregierung unter Druck setzen. Besonders, dass sie die Steuervorteile beim Agrardiesel reduzieren will, stört den Bauernverband. Am Montag, 15. Januar 2024, berieten er und die Ampel-Koalition gemeinsam über Lösungen.
Eine Idee, die der Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat, ist eine Steuer oder Abgabe auf Fleisch und tierische Produkte. Diese „Tierwohlabgabe“ oder auch „Tierwohlcent“ genannt, diskutieren Politiker:innen schon seit 2020. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, vielmehr müssen wir es jetzt endlich mal einbauen“, sagt Özdemir der Süddeutschen Zeitung (SZ).
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Tierwohlcent: So viel könnte dich die Abgabe kosten
Mehrkosten für Verbraucher:innen in Zeiten, in denen auch die Shrinkflation zuschlägt? Özdemir beruhigt: „Schon wenige Cent mehr pro Kilo Fleisch würden bedeuten, dass unsere Landwirte Tiere, Klima und Natur besser schützen können – so, wie es doch alle verlangen“, sagt er der SZ.
Denkbar sei eine Abgabe von 40 Cent pro Kilo Fleisch und Wurst, 15 Cent pro Kilo Käse, Butter und Milchpulver und eine Abgabe von zwei Cent pro Kilo Milch, Eiern und Frischmilchprodukten wie Joghurt und Quark. Auf diese Weise könnten jährlich 3,6 Milliarden Euro gesammelt werden, die Landwirten wie dieser jungen Bäuerin, die sich zu den Bauernprotesten äußerte, zugutekommen.
Was bedeutet das konkret für deinen Wocheneinkauf? BuzzFeed News Deutschland hat sich das angeschaut und anhand eines (mehr oder weniger) typischen Einkaufkorbs bei Rewe ausgerechnet, wie viel dich der Tierwohlcent kosten würde:
- Zwiebeln 1,49€
- Kartoffeln 2,69€
- Tomaten 2,99€
- Gurke 0,95€
- Salat 1,29€
- Trauben 1,99€
- Äpfel 3,49€
- 2 Packungen Nudeln 4,18€
- 1 Dose Erbsen 1,39€
- 2 Gläser Pesto 7,18€
- 10 Eier (a. 63 g = 630 g) 4,99€
- 1 Päckchen Butter (250g) 2,99
- 1 Packung Käse (120 g) 2,49€
- 1 Feta-Käse (200g) 2,19€
- 1 Packung Lyoner (80g) 1,79€
- 1 Packung Salami (80g) 1,89€
- 1 Packung Frankfurter Würstchen (200g) 5,99€
- 1 Packung Putenschnitzel (350g) 5,22€
- 2 Gläser Joghurt (1 kg) 2,19€
- 2 Liter Milch 3,18€
- 2 Tafeln Schokolade 2,98 €
- 1 Box Kekse 3,49€
- 1 Packung Chips 1,99€
- Tiefkühl-Pommes 2,79€
In unserer Beispielrechnung zahlst du für einen (mehr oder weniger) typischen Wocheneinkauf mit tierischen und nicht-tierischen Lebensmitteln insgesamt 73,10 Euro.
Mit dem Tierwohlcent würden die tierischen Produkte deines Einkaufs um folgenden Betrag teurer werden:
- 10 Eier (a. 63 g = 630 g) werden etwa ein Cent teurer (5€)
- 1 Päckchen Butter (250g) wird etwa vier Cent teurer (3,03€)
- 1 Packung Käse (120 g) wird etwa zwei Cent teurer (2,51€)
- 1 Feta-Käse (200g) wird etwa drei Cent teurer (2,22€)
- 1 Packung Lyoner (80g) wird etwa drei Cent teurer (1,82€)
- 1 Packung Salami (80g) wird etwa drei Cent teurer (1,92€)
- 1 Packung Frankfurter Würstchen (200g) wird etwa acht Cent teurer (6,07€)
- 1 Packung Putenschnitzel (350g) wird etwa 14 Cent teurer (4,36€)
- 2 Gläser Joghurt (1 kg) werden etwa zwei Cent teurer (2,21€)
- 2 Liter Milch werden etwa vier Cent teurer (3,22€)
Dein Wocheneinkauf würde also um etwa 0,44 Euro teurer werden – wenn du etwa so viele tierische Produkte in den Einkaufskorb legst, wie wir in unserer Beispielrechnung.
Mehr Beispielrechnungen? So teuer wird ein Besuch bei deinem Lieblingsitaliener mit der gestiegenen Mehrwertsteuer in der Gastronomie.
Rubriklistenbild: © Science Photo Library/IMAGO, Collage

