Letzte Umfragen zur Hamburg-Wahl: Prognosen deuten Trend für Ergebnis an
VonChristian Stör
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Wo stehen die Parteien vor der Hamburg-Wahl: Wer gewinnt, wer schafft den Einzug in die Bürgerschaft? Die letzten Umfragen zeigen eine klare Tendenz.
Hamburg – Die letzten Umfragen fallen eindeutig aus: Die SPD liegt vor der Hamburg-Wahl am 2. März mit komfortablem Abstand vorne. Die Meinungsforschungsinstitute sehen sie bei 32 bis 33 Prozent. Anders als im Bund stehen die Zeichen in Hamburg also auf Kontinuität. Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher könnte demnach seine Arbeit für weitere fünf Jahre fortsetzen. Von Wechselstimmung ist an der Elbe jedenfalls nichts zu spüren.
Dennoch gibt es einen Wermutstropfen für die SPD: Einerseits liegen die Sozialdemokraten in der Hansestadt um etwa das Doppelte über dem Niveau, das sie bei der Bundestagswahl erreichte. Auf der anderen Seite schneiden sie damit deutlich schlechter ab als bei der Wahl zur Hamburger Bürgerschaft vor fünf Jahren, bei der sie 39,2 Prozent holen konnte.
Brauer, Scholz und Tschentscher – alle Bürgermeister Hamburgs in der Übersicht
Letzte Umfragen vor der Hamburg-Wahl sehen klaren Favoriten
Dennoch dürfte der SPD der Sieg auch diesmal wieder nicht zu nehmen sein. In den Umfragen vor der Hamburg-Wahl beträgt der Vorsprung auf die Konkurrenz deutlich mehr als zehn Punkte. Um Platz zwei streiten sich die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Dennis Thering und die Grünen von Vizeregierungschefin Katharina Fegebank. Beide liegen nur einen Punkt auseinander.
Die Linke setzt ihren Höhenflug offenbar auch bei der Hamburg-Wahl fort. Ähnlich wie im Bund kann die Linkspartei auch vor der Bürgerschaftswahl offenbar noch einmal zulegen. Die AfD könnte bei der Hamburg-Wahl ebenfalls zweistellig abschneiden.
Dagegen dürften alle anderen Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern: Volt, FDP und BSW müssen sich in den letzten Umfragen mit Werten weit darunter begnügen. Mitunter werden sie gar nicht mehr einzeln aufgelistet, sondern fallen unter die sonstigen Parteien. Die exakten Zahlen der letzten Umfragen sind den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen. Die Angaben erfolgen in Prozent.
Partei
F’gr. Wahlen
Insa für Bild
Infratest dimap
SPD
33
32
32
CDU
18
17
17
Grüne
17
16
18
Linke
12
13
10
AfD
9
11
10
Volt
3
-
3
FDP
-
3
3
BSW
-
3
3
Sonstige
8
5
4
Welche Koalitionen wären nach den letzten Umfragen zur Hamburg-Wahl möglich?
Anders als nach den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen vor einigen Monaten zeichnen sich in Hamburg damit klare Mehrheitsverhältnisse und eine voraussichtlich unkomplizierte Regierungsbildung ab. In der Bürgerschaft wären den letzten Umfragen zufolge fünf Parteien vertreten, die Koalitionspartner SPD und Grüne hätten weiter eine Mehrheit. Ein zumindest denkbarer Koalitionswechsel zu einem Bündnis aus SPD und CDU ist bisher kein Thema.
Sowohl Tschentscher als auch Fegebank bekannten sich bereits klar zu einer Fortsetzung der rot-grünen Koalition, die weitgehend reibungslos regiert. Das trifft die Stimmung der Wählerinnen und Wähler: Mehr als 50 Prozent sprachen sich in Umfragen jüngst für eine Fortsetzung des Bündnisses aus, 30 bis 40 Prozent für eine Koalition aus SPD und CDU.
In den letzten Umfragen vor der Hamburg-Wahl am 2. März liegt die SPD von Peter Tschentscher (links) klar vorne. Die Grünen von Katharina Fegebank und die CDU von Dennis Thering streiten um Platz zwei.
Hamburg-Wahl am 2. März: Umfragen sind keine Prognosen
Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. Auch auf die Exit Polls ist Verlass. Ein Blick auf die Bundestagswahl vom 23. Februar zeigt, wie gut hier die Forschungsgruppe Wahlen aus Mannheim und Infratest dimap aus Berlin abgeschnitten haben. So lag die Summe der quadrieren Abweichung laut einer Analyse von Markforschung.de beim Mannheimer Institut gerade einmal bei 1,74 – ein enorm niedriger Wert. Das Berliner Institut schnitt nicht ganz so gut ab (6,77), sah aber im Gegensatz zur Forschungsgruppe Wahlen voraus, dass FDP und BSW knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden.
Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets eine statistische Fehlertoleranz von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten. (cs/dpa/AFP)