Zurückweisungen an Grenzen

Trotz Grenzkontrollen: Mehr als 1500 Abgewiesene beantragen erneut Asyl

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Trotz Abweisungen an der Grenze geben zahlreiche der Betroffenen nicht auf und beantragen zu einem späteren Zeitpunkt wieder Asyl.

Berlin – Seit Mitte September 2024 kontrolliert Deutschland die Einreisen an sämtlichen Landesgrenzen wieder flächendeckend. Zuvor galten solche Maßnahmen nur an ausgewählten Grenzabschnitten. Mit der Ausweitung reagierte das Bundesinnenministerium – damals noch unter der Ampel-Regierung – auf die anhaltend hohe Zahl unerlaubter Einreisen. Die befristeten Kontrollen wurden seither zweimal durch Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) verlängert, zuletzt mit einer Laufzeit bis Mitte März 2026.

Seit dem Amtsantritt von Alexander Dobrindt als Bundesinnenminister im Mai werden auch Asylsuchende an den Landgrenzen zurückgewiesen. (Archivfoto)

Trotz verschärfter Grenzkontrollen stellen zahlreiche zuvor zurückgewiesene Personen erneut Asylanträge in Deutschland. Nach Angaben der Bundesregierung haben seit Beginn der intensivierten Kontrollen an den Landgrenzen mehr als 1.500 Menschen um Schutz ersucht, nachdem ihnen zunächst die Einreise verweigert worden war.

Nach Zurückweisungen an deutschen Grenzen: Über 1.500 Asylgesuche erneut gestellt

Konkret wurden bis zum Stichtag 31. Oktober 1.582 Asylgesuche registriert. Betroffen sind Personen, die seit dem 7. Mai im Zuge der verstärkten Binnengrenzkontrollen zurückgewiesen worden waren. Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Aus den Daten des Ausländerzentralregisters lässt sich allerdings nicht erkennen, unter welchen Umständen die Asylanträge gestellt wurden. Unklar bleibt demnach, ob die Gesuche im Zusammenhang mit einem erneuten Einreiseversuch nahe der Grenze oder erst nach einer Einreise an einem anderen Ort in Deutschland gestellt wurden.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Grenzpolitik unter Dobrindt: Zurückweisungen an Grenzen rechtlich umstritten

Kurz nach seinem Amtsantritt im Mai hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die bereits zuvor eingeführten Grenzkontrollen deutlich verschärft. Die Bundespolizei erhielt die Weisung, Asylsuchende an den Grenzen grundsätzlich zurückzuweisen. Ausgenommen sind Personen, die als besonders schutzbedürftig gelten, darunter etwa Kranke oder Schwangere. Nach vorläufigen Angaben der Bundespolizei wurden im Zeitraum vom 8. Mai bis zum 31. Oktober insgesamt 201 Menschen als vulnerabel eingestuft.

Zwar erlaubt das deutsche Asylrecht grundsätzlich Zurückweisungen an der Grenze. In der Praxis gilt jedoch vor allem das Recht der Europäischen Union. Maßgeblich ist die sogenannte Dublin-III-Verordnung, die festlegt, wie EU-Staaten mit Menschen umgehen müssen, die an ihren Grenzen Asyl beantragen.

Die Regeln sehen vor, dass Asylsuchende nicht sofort zurückgewiesen werden dürfen – auch dann nicht, wenn ein anderes EU-Land für ihr Asylverfahren zuständig sein könnte. Stattdessen müssen die Behörden zunächst prüfen, welcher Staat verantwortlich ist. Erst danach darf die Person geordnet in dieses Land gebracht werden, damit dort über den Asylantrag entschieden wird.

EUAA meldet starken Rückgang der Asylanträge in Europa

Die Zahl der Asylanträge in Europa ist deutlich zurückgegangen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 wurden in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie in der Schweiz und in Norwegen rund 399.000 Asylgesuche registriert. Das entspricht einem Rückgang von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie aus einem aktuellen Bericht der EU-Asylagentur EUAA hervorgeht.

Als Hauptursache nennt die Behörde nicht politische Veränderungen innerhalb der EU. Ausschlaggebend sei vielmehr die Entwicklung in Syrien: Nach dem Sturz des langjährigen Präsidenten Baschar al-Assad im Dezember 2024 habe sich die Zahl der Asylanträge syrischer Staatsangehöriger drastisch verringert. Über ein Jahrzehnt hinweg stellten Syrer die größte Gruppe unter den Schutzsuchenden dar. Innerhalb weniger Monate sei ihre Zahl laut EUAA um rund zwei Drittel auf etwa 25.000 Anträge gesunken. (Quellen: dpa, tagesschau, EUAA) (jal)

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