„Donald hat Angst vor Alzheimer“: Trump soll gegen eigenen Vater wegen Demenz gespottet haben
VonStephanie Munk
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Donald Trump lässt vor der US-Wahl keine Chance aus, Joe Biden Demenz zu unterstellen. Ein Vertrauter sprach nun über die Angst Trumps, selbst an Alzheimer zu erkranken.
Washington – In den USA spielt es bei den Präsidentschaftswahlen eine große Rolle, wie fit die Kandidaten sind. Für deutsche Verhältnisse höchst ungewöhnlich ist der jährliche medizinische Check, den sich der Präsident unterzieht und der auch der Öffentlichkeit bekannt gegeben wird. Der Arzt des amtierenden Präsidenten Joe Biden bescheinigte ihm zuletzt, ein „gesunder, vitaler 80-Jähriger zu sein“.
Dennoch ist das Alter von Joe Biden, mittlerweile 81, sein größtes Manko im US-Wahlkampf. Dabei ist sein Konkurrent Donald Trump mit 77 Jahren kaum jünger. Trotzdem setzt Trump vor der US-Wahl im November gnadenlos darauf, Biden Demenz und Alzheimer zu unterstellen. Unterdessen gibt es aber auch Spekulationen über Trumps eigenen geistigen Zustand – denn auch leistete sich in den vergangenen Wochen eine Verwechslung nach der anderen. Ferndiagnosen um eine mögliche Demenz bleiben so auch Trump nicht erspart.
Donald Trumps Vater Fred litt an Alzheimer – Wunder Punkt im Wahlkampf mit Biden?
Bei Trump könnten solche Gerüchte einen wunden Punkt treffen. Denn gesichert ist, dass Trumps Vater Fred Trump senior an Alzheimer litt. Es ist lange her, dass Trump darüber öffentlich sprach – kein Wunder, schließlich will er Spekulationen über Demenz von sich weg und in Richtung seines Mitbewerbers Biden lenken.
Donald Trumps Nichte Mary Trump packte aber in einem Buch aus dem Jahr 2020 über den Alzheimer des Trump-Seniors Fred aus. Sie berichtet darin beispielsweise über eine Feier in Mar-a-Lago, die Donald Trump Mitte der 90er Jahre gegeben habe. Fred Trump sei damals Ende 80 und schwer an Alzheimer erkrankt gewesen, soll sie laut einem Bericht der Washington Post in ihrem Buch schildern. Zwei seiner eigenen Kinder soll Fred Trump nicht wiedererkannt haben.
Trump soll Vater Fred für dessen Demenz verhöhnt haben
Mary Trump wirft kein gutes Licht auf Donald Trumps Umgang mit der Demenz seines Vaters: Er habe verärgert auf die Aussetzer seines Vaters reagiert. Sie schreibt, dass Trump seinen Vater „abwies und verhöhnte“, berichtete Business Insiderüber die entsprechenden Passagen.
Hinter diesem Umgang mit der Krankheit könnte die Angst stecken, selbst zu erkranken. Die Washington Post sprach mit einem ehemaligen leitenden Angestellten der Trump-Regierung, der sagte: „Donald hat zweifellos Angst vor Alzheimer“. Die anonyme Quelle sagte weiter: „Er wird nicht darüber reden und es auch nicht zugeben.“ Aber allein, dass Trump den amtierenden Präsidenten beinahe täglich mit seinem angeblich zweifelhaften geistigen Zustand konfrontiere, zeige, dass Trump ein Thema mit Alzheimer habe.
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„Muster“ bei Trump, Feinde als dement zu beschimpfen
Zumal Biden nicht der erste ist, den Trump dergestalt attackiert: Es gilt als Muster Trumps, seine Feinde als gebrechlich und geistig defizitär zu beschimpfen. Gleichzeitig rühmt er sich laut Washington Post selbst damit, bei einem medizinischen Frühtest für Demenz überragend abgeschnitten zu haben – ohne jedoch die Testergebnisse öffentlich zu machen.
Aussetzer gab es in jüngster Zeit sowohl bei Amtsinhaber Joe Biden als auch bei seinem Herausforderer Trump. Biden verwechselte Mexiko mit Ägypten, als er über seien Bemühungen im Nahost-Krieg sprach. Bei einer Anekdote über einen G7-Gipfel 2021 sprach er von Helmut Kohl, den er mit Angela Merkel verwechselte. Auch den amtierenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron verwechselte Biden mit seinem Vorgänger, François Mitterrand.
Biden dement? Präsident wütet über Bericht - Auch Trump mit Aussetzern
Vernichtend für Biden war ein Bericht des Sonderermittlers Robert Hur. Über Biden schrieb dieser in seinem Abschlussbericht zu Bidens Dokumentenaffäre, er sei „ein sympathischer, wohlmeinender, älterer Mann mit schlechtem Gedächtnis“ und „verminderten Fähigkeiten im fortgeschrittenen Alter“. Ein wütender Biden rief sofort eine Pressekonferenz ein und stellte klar: „Mein Gedächtnis ist in Ordnung. Ich bin ein älterer Mann und ich weiß zum Teufel, was ich tue.“
Der 77-jährige Trump spottet zwar ständig über Bidens angebliche Demenz, leistet sich aber selbst eine verwirrte Aussage nach der anderen. Vor kurzem sagte er bei einem Wahlkampfauftritt: „Putin hat so wenig Respekt vor Obama, dass er anfängt, mit dem Wort Atomwaffen um sich zu werfen“. Gemeint war offensichtlich Biden, da Obama seit sieben Jahren nicht mehr im Amt ist.
Zuvor verwechselte Trump seine 52-jährige Herausforderin Nikki Haley mit der 83-jährigen Demokratin Nancy Pelosi. Nach dem Hamas-Angriff auf Israel sprach Trump von der „Hummus-Terroristen-Invasion“ – und Viktor Orbán bezeichnete er als „Anführer der Türkei“. (smu)