Ständige Attacken auf Biden

„Donald hat Angst vor Alzheimer“: Trump soll gegen eigenen Vater wegen Demenz gespottet haben

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Donald Trump lässt vor der US-Wahl keine Chance aus, Joe Biden Demenz zu unterstellen. Ein Vertrauter sprach nun über die Angst Trumps, selbst an Alzheimer zu erkranken.

Washington – In den USA spielt es bei den Präsidentschaftswahlen eine große Rolle, wie fit die Kandidaten sind. Für deutsche Verhältnisse höchst ungewöhnlich ist der jährliche medizinische Check, den sich der Präsident unterzieht und der auch der Öffentlichkeit bekannt gegeben wird. Der Arzt des amtierenden Präsidenten Joe Biden bescheinigte ihm zuletzt, ein „gesunder, vitaler 80-Jähriger zu sein“.

Dennoch ist das Alter von Joe Biden, mittlerweile 81, sein größtes Manko im US-Wahlkampf. Dabei ist sein Konkurrent Donald Trump mit 77 Jahren kaum jünger. Trotzdem setzt Trump vor der US-Wahl im November gnadenlos darauf, Biden Demenz und Alzheimer zu unterstellen. Unterdessen gibt es aber auch Spekulationen über Trumps eigenen geistigen Zustand – denn auch leistete sich in den vergangenen Wochen eine Verwechslung nach der anderen. Ferndiagnosen um eine mögliche Demenz bleiben so auch Trump nicht erspart.

Angst vor Alzheimer? Die Krankheit Demenz soll ein wunder Punkt bei Donald Trump sein, denn sein Vater litt daran.

Donald Trumps Vater Fred litt an Alzheimer – Wunder Punkt im Wahlkampf mit Biden?

Bei Trump könnten solche Gerüchte einen wunden Punkt treffen. Denn gesichert ist, dass Trumps Vater Fred Trump senior an Alzheimer litt. Es ist lange her, dass Trump darüber öffentlich sprach – kein Wunder, schließlich will er Spekulationen über Demenz von sich weg und in Richtung seines Mitbewerbers Biden lenken.

Donald Trumps Nichte Mary Trump packte aber in einem Buch aus dem Jahr 2020 über den Alzheimer des Trump-Seniors Fred aus. Sie berichtet darin beispielsweise über eine Feier in Mar-a-Lago, die Donald Trump Mitte der 90er Jahre gegeben habe. Fred Trump sei damals Ende 80 und schwer an Alzheimer erkrankt gewesen, soll sie laut einem Bericht der Washington Post in ihrem Buch schildern. Zwei seiner eigenen Kinder soll Fred Trump nicht wiedererkannt haben.

Trump soll Vater Fred für dessen Demenz verhöhnt haben

Mary Trump wirft kein gutes Licht auf Donald Trumps Umgang mit der Demenz seines Vaters: Er habe verärgert auf die Aussetzer seines Vaters reagiert. Sie schreibt, dass Trump seinen Vater „abwies und verhöhnte“, berichtete Business Insider über die entsprechenden Passagen.

Hinter diesem Umgang mit der Krankheit könnte die Angst stecken, selbst zu erkranken. Die Washington Post sprach mit einem ehemaligen leitenden Angestellten der Trump-Regierung, der sagte: „Donald hat zweifellos Angst vor Alzheimer“. Die anonyme Quelle sagte weiter: „Er wird nicht darüber reden und es auch nicht zugeben.“ Aber allein, dass Trump den amtierenden Präsidenten beinahe täglich mit seinem angeblich zweifelhaften geistigen Zustand konfrontiere, zeige, dass Trump ein Thema mit Alzheimer habe.

Die Trump-Dynastie: Alle Mitglieder und ihre Rollen in der „First Family“

Drei Ehefrauen, vier Geschwister, fünf Kinder, zehn Enkelkinder: Donald Trumps Familie wächst und wächst. Wir stellen Donalds Lieblingskinder, die Ex-Frauen und den Rest des Trump-Clans vor.
Drei Ehefrauen, vier Geschwister, fünf Kinder, elf Enkelkinder … © Imago
Von links: Donald Trump Jr., Tiffany Trump, Donald Trump, Melania Trump und Barron Trump im Weißen Haus im August 2020
… Donald Trumps Familie wächst und wächst. Wir stellen Donalds Lieblingskinder, die Ex-Frauen und den Rest des Trump-Clans vor. © Imago
Donald Trump, ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten.
Er ist wohl der kontroverseste Amtsinhaber der Vereinigten Staaten: Donald Trump. Von 2017 bis 2021 residierte der Multimilliardär aus New York das erste Mal im Weißen Haus in Washington, DC. Bei der US-Wahl 2024 wurde er dann erneut zum US-Präsidenten gewählt. © Angela Piazza/Imago
Ivana Trump, ehemalige Ehefrau von Donald Trump und Mutter von Ivanka, Eric und Don, starb in diesem Jahr.
Von 1977 bis 1990 war Donald Trump mit seiner ersten Ehefrau Ivana Trump verheiratet. Die Scheidung von Ivana und Donald Trump zählt bis heute zu den berühmtesten Trennungen der USA. © Kristin Callahan/Imago
Ivana Trump auf dem roten Teppich zu einer Feier der Grammy-Gala im Januar 2018 in New York
Ivana behauptete, Donald Trump habe sie während ihrer Ehe 1989 vergewaltigt. Später gab sie zu, diese Anschuldigungen auf Anraten ihrer Anwälte erfunden zu haben. © John Angelillo/Imago
Ivana Trump bei der Vorstellung ihres Buches „Raising Trump“ in einem Hotel in Zagreb in Kroatien im April 2018.
Ivana Trump starb am 14. Juli 2022 im Alter von 73 Jahren in ihrer Wohnung in New York an den Folgen eines Treppensturzes. © Marko Lukunic/Imago
Donald Trump Jr. bei einer Pressekonferenz zum Gerichtsverfahren gegen seinen Vater im Mai 2024 in New York
Donald Trump Jr. ist das älteste der drei Kinder von Donald Trump und dessen erster Ehefrau Ivana. Er ist als lautstarker Unterstützer der Politik seines Vaters bekannt und nimmt teilweise noch extremere Positionen als dieser ein. © Carlos Chiossone/Imago
Donald Trump Jr. und seine Ex-Ehefrau Vanessa Trump.
Im Jahr 2003 lernte Trump Jr. Vanessa Haydon kennen. Sie heirateten 2005. Zusammen haben sie fünf Kinder, die zwischen 2007 und 2014 geboren wurden.  © John Angelillo/dpa
Parteitag der Republikaner in Milwaukee: Donald Trump Jr. und seine Tochter Kai Madison Trump
Das älteste Kind von Vanessa Haydon und Donald Trump Jr. ist Kai Madison Trump (im Bild), die im Mai 2007 geboren wurde. Haydon und Trump ließen sich Ende 2018 scheiden. © Jasper Colt/Imago
Donald Trump Jr. und seine neue Freundin Kimberly Guilfoyle.
Von 2018 bis 2024 stand diese Frau an der Seite von Donald Trump Jr.: Kimberly Guilfoyle, Juristin und ehemalige Moderatorin des US-Nachrichtensender Fox News. Sie ist neun Jahre älter als er und war vor der Beziehung zu Trump Jr. bereits zweimal verheiratet.  © Peter Foley/Imago
Ivanka Trump und Jared Kushner mit ihren drei Kindern.
Auch Donald Trumps älteste Tochter Ivanka Trump hat ihre eigene Familie gegründet: Verheiratet ist sie mit dem Unternehmer Jared Kushner.  © Imago
Ivanka Trump bei einem Spiel der New York Mets im August 2023 in New York
Ivanka gilt als heimliches Lieblingskind Trumps. Der nahm seine Tochter und ihren Ehemann mit nach Washington, DC. Im Weißen Haus waren beide in Trumps erster Amtszeit als Beraterin und Berater des US-Präsidenten tätig. Das Ehepaar nahm so Schlüsselrollen im Stab des US-Präsidenten ein.  © Imago
Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner bei einer Zeremomnie in Prag am 28. Oktober 2022
Ivanka Trump und Jared Kushner haben zusammen drei Kinder: Arabella Rose, Joseph Frederick und Theodore James. © Imago
Mittlerer Sohn von Donald Trump: Eric Trump mit seiner Frau Lara.
Und dann wäre da noch Eric Trump: Seit 2014 ist der zweite Sohn von Donald Trump mit seiner Frau Lara verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder. © Mark Hertzberg/Imago
Eric Trump und Donald Trump beim Parteitag der Republikaner im Juli 2024 in Milwaukee, Wisconsin
Wie seine älteren Geschwister stieg auch Eric in die Familienfirma ein. Im Februar 2024 wurde er – ebenso wie sein Bruder Donald Jr. – in einem Betrugsprozess in New York dazu verurteilt, rund vier Millionen Dollar Strafe zu zahlen. Zudem darf er zwei Jahre lang kein Unternehmen im Bundesstaat New York leiten. © Imago
CPAC-Konferenz in Washington: Lara Trump
Eric Trumps Ehefrau Lara Trump wiederum soll Gerüchten zufolge den Fußstapfen ihres Schwiegervaters folgen wollen und eine politische Karriere anstreben. © Niyi Fote/dpa
Donald Trump und Marla Maples im Jahr 1991
Auf Ivana folgte an der Seite Donald Trumps Marla Maples. Die US-amerikanische Schauspielerin war von 1993 bis 1999 mit Trump verheiratet.  © Adam Scull/Imago
Marla Maples, Tiffany Trump und Donald Trump (v.l.) am 29. März 1994 in New York
1993 kam Tiffany, die Tochter von Marla Maples und Donald Trump, zur Welt.  © Imago
Ex-Frau von Donald Trump und Mutter von Tiffany Trump Marla Maples.
Berichten zufolge könnte die Trennung von Trump im Zusammenhang mit einer Affäre von Maples stehen. Ein Polizist griff Maples und einen Bodyguard Trumps im April 1996 auf. Nachdem Trump den Bodyguard gefeuert hatte, plauderte dieser von einer Liaison. © Vincenzo Landi/Imago
Tiffany Trump, Tochter von Donald Trump und Marla Maples.
Tiffany Trump wurde nach dem Unternehmen Tiffany & Co. benannt, dessen Hauptgeschäft neben dem Trump Tower in New York lag. Nach der Scheidung der Eltern 1999 wurde Tiffany von ihrer Mutter in Kalifornien großgezogen, wo sie bis zu ihrem Highschool-Abschluss lebte. Sie galt lange als schwarzes Schaf der Dynastie.  © Andrew Dolph/Imago
Tiffany Trump (l.) streichelt an Thanksgiving 2017 im Rosengarten des Weißen Hauses einen Truthahn, nehmen ihr Ivanka Trump mit ihrer Tochter Arabella
Anders als Ivanka, Eric und Don Jr. erhielt sie bisher keine wichtige Funktion im millionenschweren Familienunternehmen. Auch im Wahlkampf war sie selten zu sehen. Im November heiratete sie in Mar-a-Lago den libanesisch-amerikanischen Geschäftsmann Michael Boulos. © Imago
Tiffany Trump Boulos
Am 15. Mai 2025 gab Tiffany Trump (hier mit ihrem Ehemann bei der Amtseinführung ihres Vaters) auf Instagram die Geburt ihres ersten Kindes bekannt, eines Sohnes namens Alexander Trump Boulos. © Jack Gruber/Imago
Donald Trump mit seiner aktuellen Ehefrau Melania Trump.
Melania Trump ist die aktuelle Ehefrau Donald Trumps. Das Model ist seit 2005 mit dem ehemaligen Präsidenten verheiratet. Die beliebteste First Lady ist Melania Trump nicht.  © Imago
Melania Trump am Rednerpult einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner im Oktober 2024 in New York
Die First Lady wurde als Melanija Knavs in Slowenien geboren. Damiot ist sie nach Louisa Adams in den Jahren 1825 bis 1829 erst die zweite Präsidentengattin, die nicht in den USA zur Welt kam. © Imago
Trump and Vance Swearing-In at the US Capitol
2006 bekamen Melanie und Donald Trump einen Sohn. Barron Trumps öffentliche Auftritte sind allerdings rar. Hier ist er während der Amtseinführung seines Vaters am 20. Januar 2025 zu sehen. Zum Erstaunen der Öffentlichkeit: Der jüngste Sohn von Donald Trump ist mittlerweile über zwei Meter groß. © Kevin Lamarque/Imago

„Muster“ bei Trump, Feinde als dement zu beschimpfen

Zumal Biden nicht der erste ist, den Trump dergestalt attackiert: Es gilt als Muster Trumps, seine Feinde als gebrechlich und geistig defizitär zu beschimpfen. Gleichzeitig rühmt er sich laut Washington Post selbst damit, bei einem medizinischen Frühtest für Demenz überragend abgeschnitten zu haben – ohne jedoch die Testergebnisse öffentlich zu machen.

Aussetzer gab es in jüngster Zeit sowohl bei Amtsinhaber Joe Biden als auch bei seinem Herausforderer Trump. Biden verwechselte Mexiko mit Ägypten, als er über seien Bemühungen im Nahost-Krieg sprach. Bei einer Anekdote über einen G7-Gipfel 2021 sprach er von Helmut Kohl, den er mit Angela Merkel verwechselte. Auch den amtierenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron verwechselte Biden mit seinem Vorgänger, François Mitterrand.

Biden dement? Präsident wütet über Bericht - Auch Trump mit Aussetzern

Vernichtend für Biden war ein Bericht des Sonderermittlers Robert Hur. Über Biden schrieb dieser in seinem Abschlussbericht zu Bidens Dokumentenaffäre, er sei „ein sympathischer, wohlmeinender, älterer Mann mit schlechtem Gedächtnis“ und „verminderten Fähigkeiten im fortgeschrittenen Alter“. Ein wütender Biden rief sofort eine Pressekonferenz ein und stellte klar: „Mein Gedächtnis ist in Ordnung. Ich bin ein älterer Mann und ich weiß zum Teufel, was ich tue.“

Der 77-jährige Trump spottet zwar ständig über Bidens angebliche Demenz, leistet sich aber selbst eine verwirrte Aussage nach der anderen. Vor kurzem sagte er bei einem Wahlkampfauftritt: „Putin hat so wenig Respekt vor Obama, dass er anfängt, mit dem Wort Atomwaffen um sich zu werfen“. Gemeint war offensichtlich Biden, da Obama seit sieben Jahren nicht mehr im Amt ist.

Zuvor verwechselte Trump seine 52-jährige Herausforderin Nikki Haley mit der 83-jährigen Demokratin Nancy Pelosi. Nach dem Hamas-Angriff auf Israel sprach Trump von der „Hummus-Terroristen-Invasion“ – und Viktor Orbán bezeichnete er als „Anführer der Türkei“. (smu)

Rubriklistenbild: © Tasos Katopodis/Imago

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