„Noch nie vorgekommen“

Trump wütet nach Iran-Angriffen gegen britischen Premier Starmer – „viel zu lange gebraucht“

Keir Starmer hat laut Trump „viel zu lange gebraucht“, um den USA die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Diego Garcia zu gestatten.

Donald Trump hat dem Telegraph gesagt, er sei „sehr enttäuscht“ von Keir Starmer, weil dieser ihn daran gehindert habe, den Militärstützpunkt Diego Garcia für Angriffe auf den Iran zu nutzen. In einem Exklusivinterview sagte der US-Präsident, dass die anfängliche Weigerung des Premierministers, den US-Streitkräften die Nutzung des Stützpunkts auf den Chagos-Inseln zu gestatten, anders gewesen sei als alles, was „zuvor zwischen unseren Ländern passiert“ sei.

Keir Starmer wird von Trump vorgeworfen, die Freigabe der Militärbasis Diego Gacia verzögert zu haben

Großbritannien hatte den USA mit Verweis auf das Völkerrecht die Erlaubnis verweigert, von Stützpunkten wie Diego Garcia und RAF Fairford aus Angriffe durchzuführen. Am Sonntagabend lenkte der Premierminister jedoch ein und sagte, er werde den USA den Zugang zu Diego Garcia für „spezifische und begrenzte defensive Zwecke“ gewähren. Trump sagte, Keir habe „viel zu lange gebraucht“, um seine Meinung zu ändern.

Trump übt nach Angriff auf Iran wegen Diego Garcia scharfe Kritik an Großbritannien

„Das ist zwischen unseren Ländern wahrscheinlich noch nie vorgekommen“, sagte er dem Telegraph und fügte hinzu: „Es klingt, als habe er sich um die Legalität gesorgt.“ Der Streit um Diego Garcia veranlasste den Präsidenten dazu, seine Unterstützung für Keirs umstrittenes Chagos-Abkommen zurückzuziehen, das die Übergabe des Besitzes des Territoriums im Indischen Ozean an Mauritius und anschließend die Rückverpachtung des Militärstützpunkts vorsieht.

Trump sagte dem Telegraph: „Plötzlich hat [Mauritius] den Besitzanspruch erhoben. Er hätte es ausfechten und es besitzen sollen oder ihn zwingen sollen, es zu nehmen, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen. Aber nein, wir waren sehr enttäuscht von Keir.“ Zwei Tage nach Beginn der US-Angriffe auf den Iran sagte der Präsident, der Einsatz sei „dem Zeitplan weit voraus“.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Am 13. Juni 2025 startete die israelische Armee Luftangriffe auf die Islamische Republik Iran unter dem Codenamen „Operation Rising Lion“. Ziel der Angriffe waren die Atomanreicherungsanlagen des Landes sowie Zentren der Macht des Mullah-Regimes. Doch auch Irans Hauptstadt Teheran geriet unter Beschuss, wie dieses Bild einer Frau auf dem Haft-e Tir Platz in Teheran zeigt. © afp
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Befohlen hatte Israels Angriff auf den Iran Premierminister Benjamin Netanjahu. Er begründete den Angriff auf das Mullah-Regime mit der atomaren Gefahr, die von diesem für den jüdischen Staat ausgehen würde. Teheran sei kurz davor, eine Atombombe fertigzustellen. Und solange der Iran die Vernichtung Israels als Teil seiner Staatsdoktrin verstehe, könne man mit Blick auf den Iran in Jerusalem kein Risiko eingehen. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück. Unter dem Codenamen „Operation True Promise III“ flogen Raketen Richtung Israel, die auch die Regionen rund um Tel Aviv trafen. Hier zu sehen ist ein Rettungshelfer mit einem Kind auf dem Arm in der Stadt Ramat Gan, einem Vorort der Millionenmetropole am Mittelmeer. © Ilia Yefimovich/dpa
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm. Laut unbestätigten Meldungen sollen im Iran bis zum 16. Juni 2025 etwa 800 Menschen getötet worden sein. In Israel sollen nach offiziellen Angaben acht Menschen infolge der Raketenangriffe aus dem Iran gestorben sein. © Oded Balilty/dpa
Nahostkonflikt - Trump über Angriff auf iranische Atomanlagen
Doch wer sind die wichtigsten Akteure im Israel-Iran-Krieg? Und gibt es eine Opposition im Mullah-Regime? Antworten auf diese Frage finden Sie in den folgenden Bildern. Neben dem bereits erwähnten Benjamin Netanjahu steht auf der einen Seite Donald Trump. Der US-Präsident befahl am 22. Juni 2025 einen koordinierten Angriff aus der Luft und von der See auf die Atomanreicherungsanlagen des Iran. Die Operation lief unter dem Codenamen „Operation Midnight Hammer“. Die US-Streitkräfte nahmen die iranischen Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan unter Beschuss. Laut Trump, hier bei der Verkündung der Operation und in Begleitung von Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, wurden alle drei Anlagen vollständig zerstört. © Carlos Barria/dpa
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras. Hegseth nannte die Militäroperation gegen den Iran einen vollen Erfolg. An dem Angriff waren laut dem Verteidigungsministerium insgesamt rund 125 Flugzeuge beteiligt, darunter sieben B-2-Bomber, mehrere Tankflugzeuge sowie Aufklärungs- und Unterstützungsmaschinen Ebenfalls beteiligt an dem Angriff war laut Hegseth ein U-Boot, das im Golf von Oman stationiert war und insgesamt 30 Tomahawk-Raketen auf Ziele im Iran abfeuert. © Alex Brandon/dpa
Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu
Ein weiterer Protagonist im eskalierenden Nahostkonflikt ist Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu. Beide gehören der rechtskonservativen Likud-Partei an. Katz gilt parteiintern als Konkurrent Netanjahus. In Sachen israelischer Außenpolitik vertritt er aber ähnliche Position. So lehnt Katz, hier bei einem Truppenbesuch an der israelischen Grenze zum Libanon, eine Zweistaatenlösung im Konflikt mit den Palästinensern ebenso ab wie Netanjahu. © Ariel Hermoni/dpa
Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari
Ein mächtiger Mann im Iran ist Verteidigungsminister und Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari bei einer Sitzung im Hauptquartier in der iranischen Stadt Zolfaghar. Hatami drohte Israel nach deren Raketenangriff mit Vergeltung und warf der „zionistischen Armee“ Versagen im Bodenkampf vor, weshalb sie ihre Angriffe auf die Luft beschränken würden. © imago
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani. Er war seit 1998 Kommandeur der Quds-Einheit, einer Unterabteilung der iranischen Revolutionsgarde, die Spezialeinsätze außerhalb des Irans durchführt. Er galt als Vertrauter von Ajatollah Ali Chamenei und als einer der Hauptverantwortlichen für die Ausweitung des iranischen Einflusses auf weite Teile des Nahen Ostens. Am 3. Januar 2020 wurde Soleimani während eines Besuch im benachbarten Irak auf Befehl von US-Präsident Donald Trump von einer Drohne des US-Militärs getötet. An jedem Jahrestag veranstaltet das Mullah-Regime in Teheran eine große Gedenkdemonstration. © Ameer Al Mohammedaw/dpa
Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden
Nach dem Tod von Qasem Soleimani wurde sein Stellvertreter Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden des Iran ernannt. © imago
Der mächtigste Mann auf der anderen Seite ist Irans „Oberster Führer“ Ajatollah Ali Chamenei.
Der mächtigste Mann im Iran ist der „Oberste Führer“ Ajatollah Ali Chamenei. Der Anführer des Mullah-Regimes, hier bei einer Zeremonie im Rahmen des „Festivals der Engel“ im Jahr 2023, ist seit 1989 das politische und religiöse Oberhaupt des schiitisch geprägten Iran. Diese Position macht Chamenei auch zum „Revolutionsführer“. Er ist außerdem die höchste geistliche Instanz im Range eines Ajatollah und der Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte in der Islamischen Republik Iran. © imago
Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini.
Sein Vorgänger im Amt des Ajatollahs war Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini. Er führte die Islamische Republik Iran seit der Islamischen Revolution 1979 bis zu seinem Tod 1989 an. Hier betet Khomeini im französischen Exil, aus dem heraus er die Revolution in seinem Heimatland organisierte, und das er erst am 1. Februar 1979 in Richtung des Iran wieder verließ. © imago
Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran
Dem obersten Führer des Landes kommt auch die Aufgabe zu, die Präsidentschaftswahlen im Iran zu eröffnen. Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran. In der Hochsicherheitszone der Hauptstadt der islamischen Republik gab das Staatsoberhaupt seine Stimme ab. © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009
Von einer freien Wahl kann bei der Präsidentschaftswahl im Iran aber keine Rede sein. Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009, entscheidet unter dem Vorsitz des Ajatollahs, welche Kandidaten überhaupt an der Wahl teilnehmen dürfen. Von insgesamt 80 Bewerbungen blieben gerade einmal sechs Kandidaten übrig, bei denen es sich allesamt um systemtreue Politiker handelte. © imago
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian.
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2021 hatte der Wächterrat der Islamischen Republik Iran seine Kandidatur noch verhindert. Peseschkian gilt innerhalb des Irans als eher moderate Kraft. Er versprach eine Öffnung seines Landes hin zum Westen und betonte, der Iran strebe keine Atomwaffen an. Gleichzeitig forderte auch Peseschkian das „Verschwinden des zionistischen Regimes [Israel] von der Landkarte“ und feierte die iranischen Raketenangriffe auf Israel im Jahr 2024. © imago
Trauerfeier für Irans Präsident und Außenminister Ebrahim Raisi
Eigentlich hätte die Präsidentschaftswahl im Iran erst 2025 stattfinden sollen. Doch weil der amtierende Präsident, der ultrakonservative Ebrahim Raisi, im Mai 2024 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam, wurde die Wahl nach vorverlegt. © dpa
Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran
Bei dem Hubschrauberabsturz kam auch Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran und hier beim Weltwirtschaftsforum in Davos, ums Leben. © Hannes P Albert/dpa
Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin
Nachfolger von Massud Peseschkian im Amt des Außenministers wurde Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin im Kreml aufschlägt. Russland gilt als strategischer Verbündeter der Islamischen Republik Iran. Die beiden Länder bilden gemeinsam mit Armenien eine diplomatische Achse im Kaukasus und sind militärische Partner bei den Konflikten in Syrien, Irak und Afghanistan. Russland ist aber nicht der einzige internationale Verbündete des Mullah-Regimes. © Alexander Kazakov/dpa
OIC-Sitzung in Istanbul mit Irans Außenminister
Ein weiterer, wenn auch deutlich weniger enger, Verbündeter des Iran ist Pakistan. Hier unterhält sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (r) mit seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar während der Sitzung des Außenministerrats der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). © Khalil Hamra/dpa
die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon
Einer der engsten internationalen Verbündeten des Mullah-Regimes im Iran ist die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon. Der Iran unterstützt die Gruppierung mit bis zu einer Milliarde US-Dollar pro Jahr. Wie die Führer der Islamischen Republik Iran gilt auch die Hisbollah als schiitisch geprägte Organisation und als Teil der „Achse des Widerstands“ gegen den Einfluss der USA und Israels in der Region. © imago
mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren
Dem israelischen Geheimdienst Mossad gelang im September 2024 ein empfindlicher Schlag gegen die Hisbollah-Miliz. Den Mossad-Agenten gelang es, mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren und nahezu zeitgleich explodieren zu lassen. Mindestens 37 zum Teil hochrangige Mitglieder der Hisbollah starben, rund 3.000 Menschen wurden teils schwer verletzt. © imago
Huthi-Rebellen im Jemen
Ebenfalls zu der „Achse des Widerstands“ gehören die Huthi-Rebellen im Jemen. Die schiitische Terrororganisation zettelte dort 2004 einen Bürgerkrieg an. 2014 eroberten sie jemenitische Hauptstadt Sanaa, 2015 schließlich die Kontrolle über den Rest des Landes. Der Iran ist bislang das einzige Land, das die Huthis als legitimie Herrscher des Jemen anerkennen. Während die alte Regierung im Jemen von dem sunnitisch geprägten Königshaus in Saudi-Arabien unterstützt wurde, erhalten die Huthi-Rebellen finanzielle, militärische und logistische Hilfe aus dem Iran. Im Gegenzug vertreten die Huthis die Interessen der Mullahs in der Region und führen für sie einen Stellvertreterkrieg gegen Israel und die USA im Roten Meer. © imago
die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas
Das letzte Mitglied der „Achse des Widerstands“ ist die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas, die seit 2006 über den Gazastreifen herrscht, und die seit den 1990er Jahren von der Islamischen Republik Iran unterstützt wird. Laut israelischen Geheimdiensten erhält die Hamas bis zu 350 Millionen US-Dollar jährlich aus dem Iran - obwohl die palästinensische Terrororganisation sunnitisch geprägt ist und damit im Gegensatz steht zum schiitisch dominierten Mullah-Regime im Iran. © imago
Hamas-Führer Yahya Sinwar
Geeint sind die palästinensische Hamas und die iranischen Mullahs in ihrem Hass auf Israel. Der äußerte sich in seiner ganzen Grausamkeit am 7. Oktober 2023, als Terror-Einheiten der Hamas den Süden Israels überfielen, 1.200 Menschen töteten und 200 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Geplant wurde der Angriff durch den mittlerweile verstorbenen Hamas-Führer Yahya Sinwar (m.), der dabei umfangreiche Hilfe aus dem Iran erhielt. Unter anderem wurden mehr als 500 Hamas-Kämpfer im Vorfeld der Attacke im Iran ausgebildet.  © imago
Proteste gegen die Regierung des Iran im Jahr 2009
Doch bei weitem nicht alle Menschen im Iran stehen hinter der Herrschaft des autoritären Mullah-Regimes. Das bewiesen zuletzt die Proteste gegen die Regierung im Jahr 2009. In Teheran kam es im Zuge dessen zu gewaltsamen Ausschreitungen. © imago
Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi
Das bekannteste Gesicht der iranischen Opposition ist Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Der Schah-Erbe lebt im Exil in den USA und ruft von dort aus seine Landsleute regelmäßig zum Widerstand gegen das Mullah-Regime auf. © Thomas Padilla/dpa
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA. Ein Jahr später kam es zur Islamischen Revolution im Iran und dem Ende der dortigen Schah-Herrschaft. © imago
Mohammed Reza Pahlavi, Schah im Iran
Sein Vater, Mohammed Reza Pahlavi, regierte den Iran als letzter Schah seit 1941. Nach der Islamischen Revolution in seinem Heimatland und der Machtübernahme der Mullahs floh Pahlavi mit seiner Frau nach Kairo.  © imago
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland.
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland. Während seines Besuchs in Berlin kam es zu heftigen Protesten gegen die Schah-Monarchie der noch jungen Studentenbewegung. Anhänger des Schah-Regimes und Agenten des iranischen Geheimdienstes prügelten unbehelligt auf Demonstranten und Passanten ein. In die gewalttätigen Auseinandersetzungen schaltete sich die schließlich die Berliner Polizei ein. Im Zuge dessen erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Kurras wurde 2009 als Stasi-Agent enttarnt. © imago
Yasmine Pahlavi und Iman Pahlavi in Washington DC
Im Gegensatz zu seinem Vater strebt Reza Pahlavi nach eigener Aussage den Aufbau einer demokratischen Regierung im Iran an. Dafür tritt er immer wieder auf öffentlichen Kundgebungen auf, wie hier in Washington DC im April 2025. Zu der Veranstaltung begleiteten den Schah-Erbe seine Frau Yasmine Pahlavi und die gemeinsame Tochter Iman Pahlavi. © imago
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi.
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi. Die 71 Jahre alte Politikerin lebt im Exil in Paris und ist Präsidentin des „Nationalen Widerstandsrates im Iran“ (NWRI). Zu Beginn der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 stand Rajavi noch auf der Seite der Mullahs. Zum Bruch kam es erst ab 1981. Ein Jahr später verließ Rajavi den Iran. Die Politikerin will einen Regimewechsel im Iran durch das iranische Volk und bietet laut einem Interview mit Fox News eine „demokratische und inklusive Alternative“ zum Mullah-Regime. © imago
Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung von Reza Pahlavi in Washington DC.
Hinter Maryam Rajavi stehen auch prominente Figuren der US-Politik aus dem Umfeld von Donald Trump. Dazu gehört unter anderem Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung vor Anhängerinnen und Anhängern Rajavis in Washington DC. © imago
Elahe Tavakolian auf einer Demonstration gegen das Mullah Regime im Iran
Ohnehin ist ein Großteil der Führungspersönlichkeiten der iranischen Opposition weiblich. Zum Symbol des weiblichen Widerstands gegen das patriarchale Mullah-Regime wurden seit den 2010ern Augenverletzungen. Zahlreiche Demonstrantinnen erlitten diese infolge der Aufstände gegen die Islamische Republik Iran. Eine solche erlitt auch Elahe Tavakolian, die mittlerweile in Italien lebt und dort regelmäßig an Demonstrationen teilnimmt. © imago
Studentin Kosar Eftekhari aus dem Iran
Auch die Studentin Kosar Eftekhari erlitt eine solche Verletzung und verließ den Iran infolgedessen. Sie lebt mittlerweile in Berlin und engagiert sich dort in der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad
Eine weitere bekannte Persönlichkeit der iranischen Opposition ist die Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad, die hier auf einer Kundgebung in Washington DC spricht. Die heute 48 Jahre alte Frau wurde 1994 im Iran verhaftet, weil sie regierungskritische Flugblätter in Umlauf gebracht haben soll. Heute lebt Alinejad in den USA und gründete dort im Jahr 2010 die Gruppe IranNeda, in der sich Schritstellerinnen und Schriftsteller sowie Intelektuelle aus dem Iran gemeinsam gegen das Mullah-Regime engagieren. © imago
2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan
Der Name IranNeda leitet sich von der 2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan ab. Die iranische Studentin wurde während einer Demonstration gegen das Mullah-Regime von einem Mitglied der Bürgermiliz Basidsch erschossen. Ihr Vorname, der auf persisch „Stimme“ oder „Ruf“ bedeutet, wurde zum Symbol und Kampfbegriff der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Sara Seyed ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.
Gegen das Mullah-Regime im Iran kämpft auch Sara Seyed. Sie ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.  © imag

Trump will Militärstützpunkt Diego-Garcia für Angriffe im Iran und Nahem Osten

Trump deutete an, Keir hätte der amerikanischen Nutzung von Diego Garcia von Anfang an zustimmen sollen, weil der Iran verantwortlich für die Tötung „einer Menge Menschen aus eurem Land“ sei. „[Es gibt] Menschen ohne Arme und Beine und Gesichter, die in die Luft gesprengt wurden. Der Iran ist für 95 Prozent davon verantwortlich. Diese schrecklichen Ereignisse wurden vom Iran verursacht“, sagte Trump, ohne auf konkrete Fälle einzugehen.

Trump sagte dem Telegraph, das Chagos-Abkommen sei „eine sehr woke Sache“. „Es wäre rechtlich viel besser gewesen, wenn er einfach das Eigentum an dem Land behalten und es nicht Leuten gegeben hätte, die nicht die rechtmäßigen Eigentümer waren“, sagte er. In Bezug auf Keirs Kehrtwende bei Diego Garcia fügte er hinzu: „Es ist nützlich. Es hat viel zu viel Zeit gekostet. Viel zu viel Zeit.“

Konflikt mit Iran rückt die strategische Rolle von Diego Garcia für Trump in den Fokus

Keir sieht sich wegen der Verzögerung auch in Washington einem Aufbegehren der Republikaner gegenüber. Eine Stunde nach der Ankündigung des Premierministers am Sonntagabend, dass er den USA die Nutzung der Stützpunkte erlaubt habe, traf eine iranische Shahed-Einwegangriffsdrohne den britischen Stützpunkt RAF Akrotiri auf Zypern. Britische Soldaten erhielten eine Warnung vor einer „Sicherheitsbedrohung“, die sie aufforderte, Deckung zu suchen, während Explosionen in der Gegend von Limassol, in der sich der Stützpunkt befindet, zu hören waren.

Es gab keine Verletzten, doch das Verteidigungsministerium hat seitdem die Familien der Soldaten vom Stützpunkt weg verlegt. Obwohl er erklärte, er unterstütze die Zerstörung der iranischen Angriffskapazitäten „an der Quelle“, hat Keir britischen Truppen nicht die Teilnahme an der US-israelischen Offensive genehmigt. Irans Oberster Führer Ali Khamenei wurde bei einer der ersten Angriffsserien auf Teheran getötet. Die Islamische Republik reagierte mit Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte, israelische Militärzentren und zivile Ziele im gesamten Nahen Osten.

Trumps Angriff auf Iran: Warum Diego Garcia so wichtig ist

Diego Garcia, das Großbritannien gehört, liegt 3.862 Meilen (6.215,82 km) von der Südküste des Iran entfernt. Damit befindet sich der Stützpunkt außerhalb der Reichweite iranischer ballistischer Raketen, aber innerhalb der Einsatzreichweite von US-B2-Bombern. Großbritannien argumentiert, dass das Abkommen zur Übertragung des Eigentums an den Chagos-Inseln der einzige Weg sei, den fortgesetzten Betrieb des Stützpunkts zu schützen.

Das Vereinigte Königreich würde Diego Garcia für die nächsten 99 Jahre von Mauritius zurückpachten, zu Kosten von €40,87 Milliarden. Kurz nach seinem Amtsantritt sagte Trump, er unterstütze das Abkommen und glaube, es würde dem Stützpunkt helfen, eine Haltung, die von britischen Beamten als diplomatischer Sieg gefeiert wurde. Am 20. Januar änderte er jedoch seine Meinung und griff das Abkommen auf seiner Plattform Truth Social an.

Diego Garcia: Anfrage des Pentagon unter Donald Trump und iranische Angriffe

Trump sagte, es sei ein Akt „großer Dummheit“ des Vereinigten Königreichs, bevor er seine Position zehn Tage später zum zweiten Mal umkehrte, als er erklärte, es sei unter den gegebenen Umständen das „beste“ Abkommen, das Keir habe aushandeln können. Am 10. Februar kündigte Trump erneut an, dass er das Abkommen ablehne, nachdem Großbritannien seinem Wunsch, den Stützpunkt vor den Angriffen auf den Iran zu nutzen, mutmaßlich nicht entsprochen hatte.

Dem Telegraph zufolge beantragte das Pentagon am Samstag die Nutzung britischer Stützpunkte, um die iranischen Raketenfähigkeiten auszuschalten. Die Anfrage kam, als der Iran Raketen einsetzte, um Bürger wahllos im gesamten Nahen Osten anzugreifen, ein Schritt, der es Großbritannien nach dem Völkerrecht leichter gemacht hätte, nachzugeben. Irans Raketen und Drohnen haben Ziele in Israel und am Golf getroffen, darunter Bahrain, Oman, Kuwait, Katar und die VAE.

Großbritannien von Trumps Angriff auf Iran betroffen

Hunderttausende britische Staatsbürger sind in der Region gestrandet. Am Sonntag planten Minister eine der größten Evakuierungen seit dem Zweiten Weltkrieg. In einer beispiellosen Operation haben bereits mindestens 94.000 Briten in den VAE und anderen Golfstaaten ihre Aufenthaltsorte und Kontaktdaten beim Außenministerium registriert, bereit für die Evakuierung. Mehrere Gebiete der iranischen Hauptstadt Teheran wurden am Sonntag getroffen, als US-Marine und Luftwaffe ihre Bemühungen fortsetzten, die vollständige Lufthoheit zu erlangen.

Nach weniger als 48 Stunden Krieg haben US- und israelische Streitkräfte einen Großteil der iranischen Führung ausgeschaltet, Dutzende Raketenwerfer zerstört und neun Kriegsschiffe des Regimes versenkt. Außerdem wurde eine wichtige Sprengstofffabrik außer Betrieb gesetzt. Trump sagte am Sonntag, dass Irans Interimsführer bereit seien, in Waffenstillstandsgespräche einzutreten, und enthüllte, dass die Operationen so angelegt worden seien, vier Wochen zu dauern oder kürzer, falls Teheran an den Verhandlungstisch komme, um ein Nuklearabkommen zu schließen.

„Wir haben immer mit vier Wochen gerechnet“, sagte er dem Telegraph. „Wir sind auch von zwei bis drei Wochen ausgegangen, um einen Teil der Führung auszuschalten, aber wir haben alles an einem Tag ausgeschaltet. Das war dem Zeitplan weit voraus. Wir haben es immer als eine vierwöchige Operation betrachtet. Sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen. Ich sagte, ihr hättet es vor einer Woche schließen sollen.“ (Dieser Artikel von Connor Stringer entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

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