Trump droht in den Swing States ein Problem: Ex-Präsident kann Kennedy-Unterstützer wohl nicht abgreifen
VonVictoria Krumbeck
schließen
Durch Kennedys Ausstieg aus dem US-Wahlkampf könnte Trump profitieren. Er spekuliert auf Stimmenzuwachs in den Swing States. Doch es zeichnet sich ein Problem ab.
Washington, D.C. – Der unabhängige US-Präsidentschaftskandidat Robert F. Kennedy Jr. hat am Freitag (23. August) sein Wahlkampf-Aus bei der US-Wahl angekündigt. Er wolle nun den republikanischen Kandidaten und Ex-Präsidenten Donald Trump unterstützen. Doch so ganz geht Kennedys Plan möglicherweise nicht auf. In einigen umkämpften Swing States kann er Berichten zufolge seinen Namen nicht mehr von der Stimmliste streichen lassen. Es bleibt offen, ob Trump die Kennedy-Unterstützer bei der US-Wahl abgreifen kann.
Kennedy-Rückzug aus US-Wahlkampf: Trump steht in Swing States vor Problem
„In etwa zehn umkämpften Staaten, in denen meine Anwesenheit ein Störfaktor wäre, werde ich meinen Namen entfernen, und ich habe diesen Prozess bereits eingeleitet und fordere die Wähler auf, nicht für mich zu stimmen“, sagte Kennedy am Freitag. Gleichzeitig kündigte er an, Trump zu unterstützen. „Trump wird hiernach an Schwung gewinnen“, zitierte das US-Magazin The Hill eine Quelle aus dem Umfeld von Kennedy.
Diese Annahme beruht auch auf Umfrage-Tendenzen, die zeigen, dass Republikaner deutlich häufiger eine positive Meinung von Kennedy haben als Demokraten oder Unabhängige, wie The Associated Press (AP) berichtete. Die Umfragen zeigen auch, dass diejenigen, die einen positiven Eindruck von Kennedy hatten, gleichzeitig auch eine positivere Meinung von Donald Trump (52 Prozent) hatten als von der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris (37 Prozent).
Für Trump: Kennedy will Namen in Swing States streichen – doch es gibt wohl ein Problem
Kennedy kündigte an, seinen Namen in den hart umkämpften Swing States von dem Stimmzettel streichen zu lassen. Da diese Staaten weder traditionell mehrheitlich demokratisch noch republikanisch wählen, zählt jede Stimme. In anderen Staaten würde der Sohn des früheren Justizministers und Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy, der 1968 wie fünf Jahre zuvor dessen Bruder John F. Kennedy bei einem Attentat erschossen wurde, dennoch kandidieren.
Doch so leicht lässt sich Kennedys Name offenbar nicht von den Stimmzetteln streichen. Wie NBC News am Dienstag (27. August) berichtete, bestätigten Wahlbeamte, dass Kennedy seine Kandidatur in den Swing States Michigan und Wisconsin nicht mehr zurückziehen kann. In Michigan hat ihn die Natural Law Partei als Kandidaten nominiert. Eine Sprecherin des Außenministeriums von Michigan sagte, dass „Kandidaten kleinerer Parteien ihre Kandidatur nicht zurückziehen können, sodass sein Name bei der Wahl im November auf dem Wahlzettel bleibt.“
Kennedy-Stimmen zwischen Trump und Harris: Stimmzettel sind eine Hürde
Ähnlich problematisch könnte es in Nevada und North Carolina aussehen, wie der Sender NPR in einer Analyse zum Schluss kommt. „Jeder Bundesstaat hat unterschiedliche Verfahren und Fristen in Bezug auf den Zugang zu Stimmzetteln und deren Rücknahme, aber je später eine Rücknahme erfolgt, desto schwieriger ist es für einen Bundesstaat, einen Namen von einem Stimmzettel zu entfernen“, erklärte David Becker, Geschäftsführer des Center for Election Innovation & Research. Zudem hätten einigen Bundesstaaten bereits mit dem Druck der Stimmzettel begonnen.
Die Trump-Dynastie: Alle Mitglieder und ihre Rollen in der „First Family“
Was die Kennedy-Wählerinnen und -Wähler machen, bleibt also weiter unvorhersehbar. Einige könnten eine zweite Amtszeit Trumps als „problematisch“ sehen, sodass sie eher Harris wählen würden, wie der demokratische Wahlkampfstratege Michael Ceraso zu The Hill sagte. Zudem könnten Kennedy-Anhängerinnen und -Anhänger ihn dennoch in Swing States wählen, wenn er weiterhin auf den Stimmzetteln stehen bleibt. Der Effekt bleibt weiter offen. Aktuelle Umfragen sehen Harris weiter vor Trump. (vk)