Steigt Kennedy aus?

Kennedy plant wohl Wahlkampfende – und Unterstützung für Trump gegen Harris

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Robert F. Kennedy Jr. will sich wohl aus der US-Wahl zurückziehen.
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Robert F. Kennedy Jr. scheint vorzubereiten, seine Kandidatur bei der US-Wahl zu beenden. Dies könnte das Rennen zwischen Trump und Harris verändern.

Washington, D.C. – Robert F. Kennedy Jr. hatte große Pläne. Präsident wollte er werden, genauso wie sein berühmter Onkel. Doch nun scheint dem Neffen von John F. Kennedy die Luft auszugehen. Wenige Wochen vor der US-Wahl will der unabhängige Präsidentschaftskandidat Medienberichten zufolge aus dem Rennen um das Weiße Haus aussteigen.

Die New York Times berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, dass Kennedy seine Kandidatur aufgeben und dann möglicherweise Donald Trump unterstützen werde. Auch laut dem Sender ABC News tendiere Kennedy dazu, sich hinter Trump zu stellen. Er habe aber noch keine abschließende Entscheidung getroffen. 

NameRobert Francis Kennedy Junior
Geboren17. Januar 1954
GeburtsortWashington, D.C
EhepartnerinCheryl Hines (verh. 2014)
ElternRobert F. Kennedy, Ethel Kennedy

Rückzug aus US-Wahl? Kennedy kündigt Rede an

Tatsächlich hat Kennedy für den Freitag eine Rede im Bundesstaat Arizona angekündigt. Der 70-Jährige wolle sich dort „an die Nation wenden“, heißt es auf seiner Website. Demnach geht es um den „gegenwärtigen historischen Moment“ und Kennedys „weiteren Weg“ in die Zukunft. Auch Trump hat an diesem Tag einen Wahlkampfauftritt in dem für den Wahlausgang so wichtigen Swing State.

Zuvor hatte Kennedys Vizekandidatin Nicole Shanahan ebenfalls einen Zusammenschluss mit Trump ins Spiel gebracht. Shanahan hatte Anfang der Woche in einem Interview erläutert, dass es zwei Optionen für Kennedys Team gebe: Entweder man bleibe im Rennen und riskiere, dass die Demokratin Kamala Harris die US-Wahl gewinne. Oder man unterstütze jetzt Trump. Es blieb offen, inwieweit Shanahan die Positionierung mit Kennedy abgesprochen hat.

Trump selbst reagierte positiv auf Shanahans Aussagen. Gegenüber dem TV-Sender CNN bezeichnete er Kennedy als „brillant“ und zeigte sich dafür offen, Kennedy im Falle eines Wahlsiegs eine Rolle in seiner Regierung zu geben. „Ich mag ihn und ich respektiere ihn“, sagte Trump.

Umfragen zwischen Harris und Trump vor US-Wahl: Wie sich Kennedys Ausstieg auswirken würde

Wie aber würde sich der Ausstieg von Kennedy auf die Wahl zwischen Kamala Harris und Donald Trump auswirken? Bei den landesweiten Umfragen liegt Kennedy im Durchschnitt derzeit der Nachrichtenwebsite FiveThirtyEight zufolge bei 4,7 Prozent. Das ist sehr viel weniger als noch vor wenigen Wochen, als er noch im zweistelligen Bereich lag.

Dennoch ist klar: Kennedy könnte beiden Seiten entscheidende Stimmen abnehmen. Aktuell scheint seine Kandidatur eher Trump zu schaden. Mir anderen Worten: Ein Rückzug Kennedys wäre tendenziell eine gute Nachricht für den Republikaner. Datenexperte G. Elliot Morris, der die Redaktionsleitung von FiveThirtyEight innehat, stellte auf X klar, dass die Unterschiede marginal seien: Der Vorsprung von Harris auf Trump in den landesweiten Umfragen verringere sich von 3,3 auf 3,1 Punkte.

Kennedy verbreitet Verschwörungsmythen

Robert F. Kennedy Jr. ist der Sohn des früheren Justizministers und Präsidentschaftsbewerbers Robert F. Kennedy, der 1968 wie fünf Jahre zuvor sein Bruder John F. Kennedy bei einem Attentat erschossen wurde. Als Aktivist und Anwalt setzte Kennedy sich für Umweltanliegen wie sauberes Wasser ein.

Er gilt zudem als ein Verbreiter von Verschwörungsmythen. Nur drei Punkte seien hier erwähnt: Impfungen führen laut Kennedy zu Autismus, WLAN verursacht Krebs und Chemikalien in der Umwelt verwandeln Kinder in Transpersonen. Zuletzt sorgte er mit einer bizarren Geschichte über eine im New Yorker Central Park entsorgte Bärenleiche für Irritationen. (cs)

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