Trump in Davos: Präsident sorgt mit Grönland-Aussagen für Erleichterung in Europa
VonFelix Busjaeger
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Daniel Dillmann
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Die ganze Welt blickt auf Davos und die Rede Donald Trumps. Inzwischen hat der US-Präsident über Grönland gesprochen. Liveticker vom Weltwirtschaftsforum.
Update, 16:10 Uhr: Halb Europa atmet auf. Donald Trump hat auf seiner Rede in Davos seinen Anspruch auf Grönland zwar erneut bekräftigt. Erstmals schloss der US-Präsident aber den Einsatz von militärischen Mitteln im Streit mit Dänemark aus. Ein bewaffneter Konflikt zwischen NATO-Partnern scheint damit erstmal vom Tisch. Gleichzeitig bleibt die Grönland-Krise aber Thema, sowohl in Davos als auch in Brüssel. Dort werden morgen die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem Sondergipfel zusammenkommen.
Update, 15:54 Uhr: Trumps Rede in Davos ist beendet. Sein Auftritt aber geht weiter. Der US-Präsident beantwortet Fragen auf der Bühne des Weltwirtschaftsforums.
Update, 15:32 Uhr: Im Zusammenhang mit Grönland erklärte Trump während seiner Rede in Davos: „Sie (die Europäer) haben die Wahl: Sie können Ja sagen, und wir werden es Ihnen sehr danken, und Sie können Nein sagen, und wir werden es uns merken.“
Update, 15:27 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Bemühungen um saubere Energie in Europa scharf kritisiert. Er sprach beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos von einem „grünen Betrug“, „vielleicht den größten Schwindel der Geschichte“. Europa verschandele die Landschaft mit Windrädern, die Energieproduktion sei viel zu teuer. Die USA setzten neben Öl und Gas auch in großem Umfang auf Atomenergie. „Ich habe eine Verordnung unterzeichnet, die den Bau und die Genehmigung vieler neuer Kernreaktoren vorsieht“, sagte er. Es seien große Fortschritte bei der Sicherheit von Atomreaktoren gemacht worden.
Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern
Update, 15:17 Uhr: Während seiner Davos-Rede bekräftigt Trump seinen Anspruch auf Grönland. Er würde nur um ein kleines Stück Eis bitten, so der US-Präsident. Dann kommt er auf die Einwohner der Insel zu sprechen. „Die Menschen in Grönland lieben mich. Sie nennen mich ‚Daddy‘“, führte Trump beim Weltwirtschaftsforum weiter aus. Präsident Donald Trump erklärte, er werde keine Gewalt anwenden, um Grönland zu erwerben. Dies ist seine bisher deutlichste Aussage, mit der er den Einsatz militärischer Gewalt zur Annexion der arktischen Insel ausschließt.
Update, 15:03 Uhr: Im Verlauf seiner Rede hat Donald Trump die strategische Bedeutung Grönlands für die USA verdeutlicht und unter anderem auf die Sicherheitslage verwiesen. Er behauptete, dass die Vereinigten Staaten gegenwärtig in Verhandlungen stünden, die Insel zu bekommen. Welche Prozesse laufen, ließ der Amerikaner offen. „Die Vereinigten Staaten werden sehr unfair von der NATO behandelt“, sagte Trump weiter. Er sei ein großer Kritiker des Bündnisses und lobte seinen eigenen Einsatz für ebendieses. „Ohne meinen Einsatz würde es die NATO so nicht mehr geben.“
„Jeder NATO-Verbündete ist verpflichtet, sein eigenes Territorium verteidigen zu können“, sagte er. „Wir sind eine Großmacht, viel größer, als die meisten Menschen überhaupt ahnen“, führte Trump während seiner Rede in Davos aus.
Davos-Rede von Trump live: US-Präsident spricht über Grönland
Update, 15 Uhr: Nun spricht Trump über Grönland. „Wir sind die einzige Nation, die in der Lage ist, Grönland zu verteidigen“, erklärte Trump in Davos und zieht einen historischen Vergleich zum amerikanischen Engagement im 2. Weltkrieg. „Wir haben dafür gekämpft, Grönland für Dänemark zu halten“, so der US-Präsident. Trump fordert „sofortige Verhandlungen“ zur Übernahme Grönlands.
Update, 14:52 Uhr: In den vergangenen Minuten hat Donald Trump vor allem sich selbst gelobt. Doch zugleich zögerte der US-Präsident nicht, scharfe Kritik an Europa zu üben. Er erklärte, dass er Teile des Kontinents „nicht einmal wiederzuerkennen“ seien. Trump sagte, Europas Einwanderungspolitik und Wirtschaftspolitik hätten zu katastrophalen Folgen geführt, verglichen mit dem, was er als „wirtschaftliches Wunder“ in den Vereinigten Staaten bezeichnete.
Update, 14:43 Uhr: Donald Trump erklärte zu Beginn seiner Rede, dass es ihn freue, wieder in Davos sprechen zu dürfen und unter Freunden sowie „ein paar Feinden“ zu sein. Der US-Präsident zeichnete in seiner Ansprache ein düsteres Bild von Europa und suchte die Verantwortung bei anderen Regierungschef – und seinem Vorgänger Joe Biden. Unter Trumps Führung hätten die USA eine „wirklich phänomenalen Entwicklungen“ vollzogen. „Den Leuten geht es sehr gut. Sie sind sehr zufrieden mit mir.“
Trump-Rede in Davos live: US-Präsident lobt Wirtschaft der USA
Update, 14:40 Uhr: Zu Beginn seiner Rede in Davos lobt Donald Trump die Wirtschaftsentwicklung der USA, die seit seiner Amtseinführung begonnen hat. Trump lobte die USA als „Wirtschaftsmotor der Welt“ und erklärte, dass alle Länder von den Entwicklungen in den USA abhängen würden. Zuvor hatte Larry Fink, Co-Chef des Weltwirtschaftsforums, den Präsidenten mit lobenden Worten angekündigt. Mit Blick auf den Besucherandrang sagte er: „Ich glaube, wir haben heute nicht genug Sitzplätze. Wow.“
Update, 14.38 Uhr: Donald Trump hat die Bühne des Weltwirtschaftsforum in Davos betreten. Der US-Präsident beginnt seine Rede.
Erstmeldung: Davos – Es ist einer der bisantesten Momente in der Geschichte des Weltwirtschaftsforums. Donald Trump wird heute in Davos eine Rede halten und in dieser voraussichtlich zum Grönland-Streit Stellung beziehen. Der US-Präsident hatte bereits vor seiner Abreise aus Washington DC angekündigt, dass er seinen Trip in die Schweiz dazu nutzen werde, um über die Zukunft der zu Dänemark gehörenden Insel zu sprechen.
Die Anspannung innerhalb der Europäischen Union (EU) ist vor Trumps Rede in Davos fast greifbar. Dafür sorgte Trump persönlich. Der Republikaner hatte in den vergangenen Tagen und Wochen keine Gelegenheit ausgelassen, den Anspruch der USA auf vollständige Annektion Grönlands zu bekräftigen. Zur Erreichung dieses Ziels schloss der US-Präsident auch den Einsatz von militärischen Mitteln gegen den NATO-Partner Dänemark nicht aus.
Trumps Auftritt live in Davos steht bevor
Wer sich gegen den Anspruch der USA stelle, müsse mit Strafzöllen rechnen. Diese Drohung sprach Trump explizit gegen acht europäische Länder aus, die ihre Solidarität mit Dänemark betonten und sich an einer 37-köpfigen symbolischen Militärmission in Dänemark beteiligten, die als Reaktion auf Trumps Drohgebärden zu verstehen ist. Sollten sie Trumps Vorhaben nicht unterstützen, würden die USA ab dem 1. Februar 2026 Strafzölle in Höhe von zehn Prozent gegen sie verhängen. Sollten sie nicht einlenken, würden die Strafzölle ab dem 1. Juni 2026 auf 25 Prozent steigen. Die Länder, die Trump vor seiner Rede in Davos bedrohte, sind:
Vor Davos: Folgende Staaten hat Trump mit Zöllen ins Visier genommen
Dänemark
Deutschland
Finnland
Frankreich
Großbritannien
Niederlande
Norwegen
Schweden
Die EU und Großbritannien reagierten prompt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte im Fall von Strafzöllen gegen einzelne Mitglieder eine „unerschrockene und angemessene“ Antwort an. Trumps Drohungen bezeichnete sie in ihrer Rede in Davos als „Fehler“. Währenddessen laufen bereits die Vorbereitungen innerhalb der EU, sollte Trump seine Drohungen während seiner heutigen Rede wiederholen. Am Donnerstag soll die Grönland-Krise auf einem EU-Sondergipfel in Brüssel beraten werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz reist heute Abend nach Davos, wo er morgen eine Rede halten wird. Der CDU-Chef hatte gehofft, noch am Mittwochabend in einem Zweiergespräch auf Trump zu treffen. Ein solcher Austausch ist aktuell aber wohl nicht geplant. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte im Anschluss an Trumps Auftritt in Davos ein G7-Treffen in Paris vorgeschlagen, um den Streit über Grönland friedlich beilegen zu können. Doch auch dieses Treffen wird wohl nicht stattfinden, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Trump begründete im Vorfeld zu seinem heutigen Auftritt in Davos die Ansprüche der USA auf Grönland offiziell mit Sicherheitsbedenken. Dänemark sei nicht in der Lage, die größte der Insel der Welt vor Bedrohungen aus Russland oder China zu beschützen. Gleichzeitig sei Grönland wegen seiner Nähe zum US-Kontinent und seiner geographischen Lage allgemein strategisch wichtig für die Verteidigung der USA. Fachleute halten diese Argumentation aber für nicht schlüssig. Die USA unterhalten bereits eine Militärbasis auf Grönland, das sich unter dänischer Verwaltung befindet.
Dänemark wiederum ist NATO-Partner der USA und langjähriger, treuer Verbündeter des Landes. Gegenüber der New York Times gab Trump in einem Interview zudem einen anderen Grund für seinen Anspruch auf Grönland. „Ich habe das Gefühl, dass wir das aus psychologischen Gründen für den Erfolg brauchen. Eigentum gibt dir etwas, das du sonst nicht hast, wenn Du nur einen Mietvertrag unterschreibst“, so der US-Präsident.
Ursprünglich sollte Trump bereits um 14:00 Uhr am heutigen Mittwoch seine Rede in Davos halten. Sein Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum musste aber wegen technischer Probleme an der Präsidentenmaschine Air Force One verschoben werden. Geplant ist der Beginn der Rede Trumps in Davos (live im TV und Livestream) gegen 17:00 Uhr. (dil) (Verwendete Quellen: AFP, DPA, New York Times, eigene Recherche)