Trump nur an „Deals mit Putin“ interessiert – Warnzeichen vor Alaska-Treffen
VonMomir Takac
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Vor dem Treffen zwischen Trump und Putin sehnt man in Europa eine Lösung des Ukraine-Kriegs herbei. Ein Experte hegt Zweifel an den Motiven des US-Präsidenten.
Washington, D.C. – Vor dem mit Spannung erwarteten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin zum Ukraine-Krieg haben sich am Mittwoch (13. August) die Europäer mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj und Trump abgestimmt. Heraus kam ein Fünf-Punkte-Plan, den der US-Präsident laut Kanzler Friedrich Merz überwiegend teilt und die Hoffnung, dass Trump in Alaska erfolgreich ist.
Selbstverständlich wähnen sich die Europäer nach dem Treffen im Kanzleramt auf einer Linie mit Trump. Doch nimmt der Republikaner die Europäer wirklich ernst? Ein Sicherheitsexperte bezweifelt das. Rafael Loss vom „European Council on Foreign Relations“ (ECFR) glaubt, dass der US-Präsident den Trump-Putin-Gipfel zu seinem eigenen Vorteil nutzen will.
Sicherheitsexperte: Trump will Alaska-Treffen mit Putin zu seinem persönlichen Vorteil nutzen
Trump gehe es vordergründig gar nicht um eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg, sondern um die Stärkung der persönlichen Beziehung zu Wladimir Putin. Es gehe ihm um wirtschaftliche Beziehungen zwischen Russland und den USA sowie um den eigenen Vorteil, sagte Loss in einem Interview mit n-tv. „Vor allem aber geht es Trump um Deals mit Putin, die seinem Clan Gewinne bringen, ohne dass die amerikanische Wirtschaft insgesamt oder das nationale Interesse gewichtet würde.“
Loss nannte als Beispiel die Waffenhilfen für die Ukraine in Verbindung mit Zöllen, wodurch auch in den USA produzierte Waffen wegen internationaler Lieferketten teurer sind. Dadurch können die Europäer für ihr Geld weniger kaufen. Was im ersten Moment widersprüchlich klingt, ist für Loss Kalkül. Trump nutze die Widersprüche, „um in bilateralen Verhandlungen Unsicherheiten zu schaffen, die wiederum verschiedene Druckmittel sein können, um gewinnbringende Deals auszuhandeln“, erklärte der Sicherheitsexperte.
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Alaska-Gipfel mit Putin: Hält sich Trump an die Positionen der Europäer?
Für Europa birgt das die Gefahr, dass sich Trump, der mit Aussagen über Sicherheitsgarantien für die Ukraine überraschte, beim Treffen mit Putin nicht an die im Kanzleramt besprochenen Positionen hält. Letztendlich komme es auf Trumps persönliche Stimmung an – „und auf seine persönlichen Interessen, die vielleicht nicht mit den nationalen Interessen der USA übereinstimmen, wie sie traditionell galten“, so Loss.
Inzwischen gab der Kreml Details zum Alaska-Treffen bekannt. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte russischen Nachrichtenagenturen, dass es einerseits um „die Beilegung der Ukraine-Krise“ gehe, aber auch um das „riesige ungenutzte Potenzial“ der russisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen.