West-Allianz wackelt

Trump plant Rückzug aus Nato und Hilfen für Ukraine-Krieg

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Klare Drohung gegen seine Partner: Der künftige US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview erneut geäußert, den Austritt aus der Nato in Erwägung zu ziehen. Gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat er Kürzungen der Unterstützung angesprochen.
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Die Verbündeten sind nervös: Donald Trump will nicht länger der Geldgeber der Nato sein. Er plant, das Engagement der USA als Weltpolizist zu drosseln.

Washington D.C. – „Wir wissen: Ohne die USA gäbe es die Ukraine nicht mehr; und ohne die USA wäre auch Europa außerstande, die Ukraine so sehr zu unterstützen, dass sie diesen Krieg weiterhin führen könnte“, sagte Sönke Neitzel in der ARD. Die grundsätzlich spannende Frage für Deutschlands bekanntesten Militärhistoriker war: wie lange die USA die Ukraine den Ukraine-Krieg noch würden führen lassen. Die US-Wahl 2024 habe seiner Meinung nach aber die Weichen für die geopolitische Gesamtsituation Europas deutlich verschoben. Das beweist jetzt der künftige US-Präsident Donald Trump nachdrücklich – Wladimir Putin wird sich die Hände reiben.

Die Ukraine muss sich nach dem Amtsantritt des kommenden US-Präsidenten Donald Trump auf eine Kürzung der US-Hilfen einstellen, berichtet die französische Nachrichtenagentur Agence France Press (afp). In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem US-Sender NBC bezeichnete es der Republikaner als „wahrscheinlich“, dass die USA die Hilfen für das Land reduzieren werden. Auf die Frage, ob seine Regierung bei der Unterstützung für die Ukraine Einschnitte vornehmen werde, antwortete Trump: „Möglicherweise. Ja, wahrscheinlich, sicherlich.“

Trump als Friedensbote? An Kiew und Moskau appelliert, Verhandlungen aufzunehmen

Nach einem Gespräch in Paris mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hatte Trump in seinem Online-Dienst Truth Social eine „unverzügliche Waffenruhe“ gefordert und an Kiew und Moskau appelliert, Verhandlungen aufzunehmen. „Selenskyj und die Ukraine würden gerne einen Deal machen und den Wahnsinn beenden“, erklärte Trump. Sollte der Krieg fortgeführt werden, „kann es zu etwas viel Größerem und viel Schlimmeren werden.“

Wir können nur hoffen, dass die Bundeswehr nie kämpfen muss. „Den Nachweis, dass wir reformfähig sind, dass wir uns als Staat, auch als EU anpassen können an die Bedrohung, den haben wir nicht erbracht.

Sönke Neitzel in der Sendung maischberger

„Ich sage den Leuten immer: Ihr glaubt, der Krieg in der Ukraine würde vorübergehen wie ein böser Traum; und dann kann man sich wieder anderen Dingen zuwenden. Aber das wird nicht passieren“, sagt Historiker Neitzel gegenüber der ARD weiter. Er fordert damit gerade die Politik auf, ehrlich zu makeln. Mit seiner Forderung nach echter „Kriegstüchtigkeit“ der Bundeswehr hat sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Neitzels Respekt verdient. Wie bereits lange vor der Wahl bekannt gewesen war, spekuliert Trump damit, die Nato sich allein zu überlassen.

Bereits in seiner ersten Amtszeit zwischen 2017 und 2021 hatte Trump die Nato zu höheren Verteidigungsausgaben genötigt, indem er Anstrengungen unternahm, rund 12.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Wie das Magazin Internationale Politik (IP) berichtete, war eine der Kernaussagen Trumps in dessen ersten Walhlkampf, die USA würden sich zu stark als Weltpolizist engagieren; das wolle er zurückschrauben.

Trump als Oberbefehlshaber? Erster Präsident, der keinerlei Erfahrung in einem militärischen Amt mitbringt

IP-Autor Ivan Osnos bemerkte richtigerweise, „Trump wird der erste amerikanische Oberbefehlshaber sein, der keinerlei Erfahrung in einem militärischen Amt mitbringt. Gleichwohl behauptete er während des Wahlkampfs, dass er den Sicherheitsexperten des Landes nicht über den Weg trauen würde“. Aber auch die Alliierten schienen im Wahlkampf das Heraufziehen einer neuen Weltordnung beobachten zu können. „Es klingt beinahe so, als würde man amerikanische Truppen bald mieten und bezahlen müssen“, zitiert Osnos einen europäischen Diplomaten in Washington D.C.

Dass die USA die Sicherheit vor allem Deutschlands als ehemaligem Frontstaat zum damaligen Warschauer Pakt aber auch die der gesamten Nato garantieren würden, galt sowohl im Nachkriegsdeutschland unter Kanzler Konrad Adenauer (CDU) als auch unter einem sozialdemokratischen Kanzler Willy Brandt als gesetzt. Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hatte sich indes eine stärkere militärische Emanzipation Deutschlands gewünscht.

Die Idee einer europäischen Armee ist insofern prinzipiell uralt: Für ein „neues Konzept“ der europäischen konventionellen Streitkräfte hatte Schmidt (SPD) während seiner Regierungszeit geworben, „etwa durch Bereitstellung ausreichender konventioneller Streitkräfte und mittels Integration von deutschen, französischen und Benelux-Truppen unter gemeinsamem französischen Oberbefehl“, wie er in seinem Buch „Menschen und Mächte“ 1987 angeregt hatte.

Nato zu fahrlässig? Lange der Gewissheit US-amerikanischer Waffenbrüderschaft hingegeben

Allerdings haben sich fast sämtliche Nato-Staaten der Gewissheit US-amerikanischer Waffenbrüderschaft hingegeben – bis Donald Trump auf der Agenda erschienen war und bereits 2017 im genau gleichen Wortlaut gegen Europa gestänkert hatte, wie er das jetzt wiederholt, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) ein aktuelles Interview Trumps mit dem US-Sender NBC veröffentlicht. Er würde demnach den Austritt der USA aus der Nato absolut „in Betracht“ ziehen, wenn er sich von den Nato-Länder unfair behandelt fühle. Die dpa verwies in dem Zusammenhang auf Aussagen Trumps in dessen letztem Wahlkampf im Frühjahr, wonach er zahlungssäumigen Nato-Partnern die Hilfe verweigere, wenn diese angegriffen würden.

Vielmehr würde er die Russen dann sogar ermutigen, mit den säumigen Zahlern zu tun, „was immer sie wollen“. Diese impulsgesteuerte Exit-Strategie sei aber schwieriger umzusetzen, als sich Trump das träumen lasse, weil das US-Gesetz eine „Nato-Leitplanke“ enthalte, worauf das Magazin Politico jüngst nochmals hingewiesen hatte: „Nach dem Wahlsieg des Nato-skeptischen designierten Präsidenten Donald Trump schöpfen die Unterstützer des Bündnisses Trost aus einem ein Jahr alten US-Gesetz, das besagt, dass Trump nicht ohne die Zustimmung des Kongresses aus der Allianz austreten kann“, schreiben die Autoren Joe Gould Jack Detsch und Connor O‘Brien.

„Leitplanke“ stabil? Trump muss Austritt aus der Nato im Senat absegnen lassen

Das Bein hatte ihm noch der Demokrat Joe Biden gestellt. Biden hatte auch dafür gesorgt, dass der geplante Abzug der US-Truppen aus Deutschland wieder revidiert wurde. Die „Leitplanke“ wurde, laut Politico, als National Defense Authorization Act für das Haushaltsjahr 2024 verabschiedet. Demnach müsse der Präsident den Austritt aus der Nato entweder von einer Zweidrittel-Mehrheit im Senat absegnen lassen oder durch ein vom Kongress erlassenes Gesetz. Allerdings soll sich der Präsident auf die „präsidiale Autorität in der Außenpolitik“ berufen können, um uneingeschränkte Handlungsmacht zu erwirken.

Das Gesetz sei „nicht wasserdicht“, zitiert Politico Scott Anderson – der Analyst des Thinktanks Brookings Institution plädiere demnach für strengere Hürden, die der Präsident für das Verlassen der Nato zu überwinden habe. „Was das Gesetz jedoch bewirke, so Anderson, sei ein direkter Verfassungskonflikt mit dem Kongress, sollte ein Präsident versuchen, aus der Nato auszutreten“, schreibt das Magazin.

Sollte Trump die aktuellen Hürden dennoch niederwalzen, sei Europa nahezu schutzlos, schrieb im Sommer dieses Jahres Curtis L. Fox. Ungeachtet aller individuellen Stärken fehlten den europäischen Ländern grundsätzlich schwere Bodentruppen, schreibt der ehemalige Angehörige der US-Green Berets im Armee-Magazin Military Review. Gerade für das Nato-Premium-Mitglied Deutschland sieht er schwarz: „Die deutsche Bevölkerung ist sich ihrer Geschichte sehr bewusst. Deutschland wird wahrscheinlich weiterhin zögern, eine echte militärische Einsatzfähigkeit aufzubauen. Berlin fühlt sich viel wohler damit, die Bundeswehr mit einem gewissen Maß an absichtlicher Inkompetenz zu führen“, wie er schreibt.

Ukraine-Krieg als Warnung? Nato strebt, sich speziell „Trump-sicher“ aufzustellen

Auch an Frankreich lässt er kein gutes Haar. Als Problem mit der französischen Kampfkraft erscheine ihm, dass sie dürftig sei. Seit über einem Jahrzehnt seien französische Truppen in der Sahelzone und anderen heißen Kampfgebieten in ganz Afrika im Einsatz und Paris habe diese Missionen teuer bezahlen müssen mit dem Sparen an Ausrüstung und Material – selbst die Fahrzeuge hätten in einem großen Ausmaß ihre Lebensdauer überschritten. Einzig das Vereinigte Königreich sowie Polen bereiten dem Praktiker Freude – Großbritannien zeige eine hohe Einsatzbereitschaft, und Polen habe sich finanziell viel vorgenommen mit einem angestrebten Verteidigungsbudget von drei bis vier Prozent des Brutto-Inlandsprodukts.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Donald Trump im Weißen Haus
Donald Trump ist am 20. Januar 2025 als neuer Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt. Die Posten in seinem Kabinett sind alle verteilt. Wir stellen vor, wer Trump in die Regierung folgt. © Evan Vucci/dpa
 J.D. Vance wird Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus folgen.
J.D. Vance ist Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus gefolgt. Der 40 Jahre alte ehemalige Senator aus Ohio ist einer der jüngsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten. Nach Washington DC hat Vance seine Ehefrau Usha Vance begleitet. Die 38 Jahre alte Anwältin ist die erste „Second Lady“ der USA mit indischen Wurzeln. Das Paar hat die für den Vizepräsidenten vorgesehenen Räumlichkeiten im „United States Naval Observatory“ nahe dem Weißen Haus bezogen. © Alex Brandon/dpa
Marco Rubio soll laut US-Medien in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernehmen.
Marco Rubio hat in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernommen. Der 53 Jahre alte Senator aus Florida ist der erste US-Außenminister mit lateinamerikanischen Wurzeln. Rubio trat 2016 gegen Trump bei den Vorwahlen der Republikaner an und musste sich von dem späteren US-Präsidenten als „totaler Witz“ mit einem Schweißproblem beschimpfen lassen. Doch statt sich zu wehren, schluckte der langjährige Senator die Beleidigungen und präsentierte sich als loyaler Anhänger Trumps. In der US-Außenpolitik stellte sich Rubio in der Vergangenheit an die Seite der Ukraine. © IMAGO/Michael Brochstein / SOPA Images
Scott Bessent soll unter Donald Trump den Job des Finanzministers übernehmen
Donald Trumps Nominierung für den Posten des Finanzministers wirkte geradezu langweilig. Scott Bessent übernahm den Job – gegen den Wunsch Elon Musks. Der hatte sich mehrfach gegen die Ernennung des Wall-Street-Experten ausgesprochen. Bessent gilt als international erfahrener Finanzexperte und soll Donald Trump bereits 2016 mehrere Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet haben. In seiner neuen Funktion wird Bessent zahlreiche Wahlversprechen Trumps umsetzen müssen, darunter unter anderem Steuersenkungen, neue Zölle gegen China und die Finanzierung von Projekten wie den geplanten Massenabschiebungen. © DREW ANGERER/AFP
Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden
Eine überraschende Wahl Donald Trumps war die Personalie des Verteidigungsministers. Pete Hegseth war acht Jahre lang als Moderator für Fox News tätig. Als Soldat diente Hegseth im Irak und in Afghanistan. Erfahrung in Regierungsarbeit bringt er aber nicht mit. Doch Hegseth dürfte sich die Nominierung durch Trump mit seiner langjährigen Loyalität verdient haben: Der zweifache Familienvater hält schon seit 2016 zu Trump, als viele den Milliardär noch als politische Witzfigur belächelten. © TERRY WYATT(AFP
Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen
Statt dem ursprünglich von Trump nominierten Matt Gaetz hat Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen. Die 59 Jahre alte Juristin war in ähnlicher Funktion auf bundesstaatlicher Ebene bereits in Florida tätig. 2013 stellte sie dort in dieser Funktion einen Betrugsprozess gegen die Trump University ein. 2016 unterstützte sie Trump im Vorwahlkampf der Republikaner. Er holte die Juristin drei Jahre später in sein Anwaltsteam, das ihn im ersten Amtsenthebungsverfahren vertrat.  © MANDEL NGAN/AFP
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner und hat im Kabinett von Donald Trump den Posten des Innenministers übernommen. Von 2016 an war der ehemalige Unternehmer Gouverneur des Bundesstaates North Dakota.  © IMAGO/Ricky Fitchett
Brooke Rollins soll im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernehmen
Brooke Rollins hat im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernommen. Die Anwältin stammt aus Texas und war bereits in der ersten Regierung Trumps tätig. Sie gilt als loyale Anhängerin des künftigen Präsidenten und als politische Vordenkerin konservativer Strategien. © MANDEL NGAN/AFP
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala, ist Donald Trump als Handelsminister ins Weiße Haus gefolgt. Der Milliardär war stellvertretender Vorsitzender im Übergangsteam Trumps und regelmäßiger Gast in dessen Luxus-Resort Mar-a-Lago. Laut der New York Times war Lutnick lange Zeit als Mitglied der Demokraten registriert, lief nach der Machtübernahme Trumps im Jahr 2016 zu den Republikanern über. © IMAGO
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und ist unter Donald Trump Arbeitsministerin geworden. Die Personalie war innerhalb der Republikanischen Partei umstritten. Chavez-DeRemer unterhält enge Beziehungen zu mehreren Gewerkschaften in den USA und unterstützte während ihrer Amtszeit mehrere Gesetzentwürfe der Demokraten, darunter auch eine Amnestie für illegal Eingewanderte, die auf dem Arbeitsmarkt integriert sind. © IMAGO/Michael Brochstein
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy, hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als Impf-Leugner und Verschwörungstheoretiker hervorgetan. Bei der US-Wahl 2024 trat RFK zunächst als unabhängiger Kandidat an, zog sich dann aber aus dem Rennen zurück und unterstützte die Kampagne Donald Trumps. Der versprach dem 70 Jahre alten Kennedy dafür eine herausragende Rolle bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik – und nominierte ihn schließlich als US-Gesundheitsminister. © IMAGO/Robin Rayne
Scott Turner, ehemaliger NFL-Profi, soll unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung werden.
Scott Turner ist unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung geworden. Der ehemalige Profi der American Football League gehörte bereits der ersten Administration Trumps an. Scott ist die erste Schwarze Person im Team des künftigen Präsidenten. Zu Scotts Aufgaben werden unter anderem Programme zur Förderung von erschwinglichem Wohnraum gehören, außerdem zur Unterstützung von Amerikanern mit geringem Einkommen, zur Verhinderung von Diskriminierung auf dem Markt und zur Förderung der Stadtentwicklung. © ANNA MONEYMAKER/AFP
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy, ist der neue Verkehrsminister in der Trump-Regierung. Duffy bringt politische Erfahrung als ehemaliger Kongressabgeordneter mit. Seine Nominierung durch Trump dürfte er aber vor allem seiner Präsenz bei Fox News verdanken. Neben zahlreichen Gastauftritten moderierte Duffy gut ein Jahr seine eigene Show namens „The Bottom Line“ auf dem Spartensender Fox Business Network. © IMAGO/Robert Deutsch
Chris Wright
Neuer Energieminister ist Chris Wright. Er soll Trump dabei helfen, Regulierungen abzubauen und so die Ausbeutung der Rohstoffe in den USA voranzutreiben. Trump hat es eigenen Aussagen zufolge vor allem auf Ölfelder in Alaska abgesehen. Burgums Aufgabe ist, als Energierminister Öl-Förderungen in dortigen Naturschutzgebieten zu ermöglichen. © Ting Shen/AFP
Linda McMahon. Die 76 Jahre alte Managerin ist die Ehefrau von Vince McMahon
Eine weitere Fernsehpersönlichkeit, die Donald Trump mit nach Washington DC gebracht hat, ist Linda McMahon. Die neue Bildungsministerin ist die Ehefrau von Vince McMahon. Gemeinsam mit ihrem Mann führte McMahon die Wrestling-Show WWE zu internationalem Erfolg. Das Vermögen des Ehepaars wird laut Forbes auf fast drei Milliarden Dollar geschätzt. Die McMahons gelten als spendenfreudige Unterstützer der Republikaner im Allgemeinen und Donald Trump im Speziellen. Was genau ihre Aufgaben sind, ist nicht ganz klar. Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder angekündigt, das Bildungsministerium abschaffen zu wollen. © imago stock&people
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins hat unter Donald Trump den Posten des Ministers für Kriegsveteranen übernommen – ein wichtiger Posten in den USA, wo die Rolle der Umgang mit den eigenen Veteranen ein konstanter Streitpunkt ist. Collins gilt als loyaler Unterstützer Trumps und verteidigte auch dessen Behauptungen zum angeblichen Wahlbetrug in Georgia bei der US-Wahl 2020.  © IMAGO/Robin Rayne
Kristi Noem vor der US-Wahl
Kristi Noem berichtete vor der US-Wahl in einer Autobiografie davon, wie sie ihren Hund wegen Ungehorsams erschossen hatte. Damit löste die 52 Jahre alte Gouverneurin des Bundesstaates South Dakota eine Welle der Empörung aus – und hinderte Donald Trump wohl daran, sie zu seiner Vizepräsidentin zu machen. Dafür war die Republikanerin rund ein Jahr lang als Ministerin für innere Sicherheit Teil des Trump-Kabinetts tätig. Im März 2026 musste sie aber ihren Hut nehmen.  © Samantha Laurey/Imago
Senator des Bundesstaates Oklahoma Mullin
Trump bestimmte zugleich den Nachfolger von Noem: Markwayne Mullin führt mit Wirkung zum 31. März 2026 das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Ressort. Der Senator des Bundesstaates Oklahoma und sechsfache Vater aus dem Mittleren Westen gilt als bodenständig, konservativ und loyal zu Trump. Mullin wuchs auf einer Ranch auf, übernahm als junger Mann das Familienunternehmen, einen Sanitär- und Handwerksbetrieb, und baute es zu einer großen Firma aus. Bevor er in die Politik ging, kämpfte er außerdem als Mixed-Martial-Arts-Sportler und blieb laut eigenen Angaben in seiner kurzen Profikarriere ungeschlagen. Nun verfügt Trumps Kabinett über einen neuen Kämpfer.  © J. Scott Applewhite/dpa
Der 44 Jahre alte Lee Zeldin
Lee Zeldin ist neuer Direktor der Umweltschutzbehörde. Trump selbst glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel. Zeldins Aufgabe soll also weniger der Schutz der Umwelt sein. Stattdessen soll der Ex-Abgeordnete laut Trump „für faire und rasche Deregulierung sorgen“. Zeldin bedankte sich für den Posten bei seinem neuen Chef via X und kündigte an, „amerikanische Arbeitsplätze zurückzubringen“. © IMAGO/Matt Bishop/imageSPACE
Russel Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“.
Russell Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“. Erfahrungen hat er bereits als Regierungsbeamter in der ersten Administration von Donald Trump sammeln können. Vought war einer der Autoren des „Project 2025“ und gilt als Hardliner in Sachen Grenz- und Einwanderungspolitik. In der neuen Administration von Donald Trump hat er die Leitung des Büros für Management und Haushalt übernommen. © Michael Brochstein/imago
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten und vertrat den Bundesstaat Hawaii von 2013 bis 2022 im Repräsentantenhaus. 2020 kandidierte sie bei den Vorwahlen der Demokrate. 2022 brach sie mit ihrer Partei und erklärte sich für unabhängig. In den Folgejahren näherte sie sich immer mehr den Republikanern an, bis sie sich vor der US-Wahl 2024 öffentlich für Donald Trump aussprach. Der dankte es der 43 Jahre alte Politikerin jetzt mit einem Amt in seinem Kabinett. Gabbard ist neue Direktorin der Geheimdienste. „Seit über zwei Jahrzehnten kämpft Tulsi Gabbard für unser Land und die Freiheiten aller Amerikaner“, sagte Donald Trump in einem Statement. © Marco Garcia/dpa
John ratcliffe
John Ratcliffe führt seit Ende Januar den Auslandsgeheimdienst der USA. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas gilt als enger Vertrauter von Trump. Ratcliffe war zuvor Co-Vorsitzender einer konservativen Denkfabrik. In der ersten Amtszeit des Republikaners war der neue CIA-Direktor als Geheimdienstkoordinator tätig. Die Demokraten warfen Ratcliffe damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. © Jemal Countess/AFP
Jamieson Greer
Jamieson Greer ist der neue US-Handelsbeauftragte – eine Schlüsselrolle angesichts von Trumps Vorliebe, hohe Zölle auf ausländische Produkte zu verhängen. Historisch habe der US-Handelsbeauftragte nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden, schreibt die „New York Times“. Unter Trump habe die Rolle aber erheblich an Bedeutung gewonnen.  © Imago
Kelly loeffler
Neue Direktorin der Mittelstandsbehörde ist Kelly Loeffler. Die frühere Senatorin verlor im Januar 2021 die Stichwahl um den Sitz im US-Senat – trotz massiver Unterstützung von Donald Trump. Loeffler ist seit 2004 mit Jeffrey Sprecher, dem Vorsitzenden der New York Stock Exchange, verheiratet. © Imago
Susie Wiles, Spitzname „Ice Lady“, wird unter Donald Trump Stabschefin im Weißen Haus
Ebenfalls dabei ist Susie Wiles. Die sogenannte „Ice Lady“ ist Donald Trumps Stabschefin im Weißen Haus und damit die erste Frau auf dieser Position. Die 67 Jahre alte Politikberaterin leitete den Wahlkampf Trumps bei der US-Wahl 2024. In ihrer neuen Funktion wird sie vor allem dafür zuständig sein, zu regeln, wer Zugang zum künftigen Präsidenten erhält. Doch Wiles hat auf einem wahren Schleudersitz Platz genommen. In seinen ersten vier Jahren Regierungszeit benötigte Trump ganze vier Stabschefs. © Alex Brandon/dpa
Elise Stefanik wird die Vereinigten Staaten von Amerika unter der zweiten Regierung von Donald Trump als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten
Elise Stefanik sollte die USA eigentlich als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten. Doch Donald Trump hat seine Nominierung Ende März überraschend zurückgezogen. Zur Begründung erklärte er, er wolle nicht riskieren, dass Stefaniks Mandat im Kongress bei einer Nachwahl an die Demokraten falle. Stefanik ist eine loyale Verbündete Trumps. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte sie zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.  © Annabelle Gordon/Imago

Fox fürchtet aber, dass sich Polen übernehmen könnte. Allerdings hat Trump Recht, wenn er behauptet, die Nato-Länder hätten sich militärisch in den Jahren ohne Krieg auf dem Erreichten ausgeruht; in dem Vertrauen auf einen lange währenden Ruhepuls von Wladimir Putin. Jetzt werden die einzelnen Regierungen hektisch.

Die Nato strebe an, sich speziell „Trump-sicher“ aufzustellen, formuliert die Tagesschau. Dennoch scheint die Nato aktuell insgesamt ihre Rolle in einer geopolitisch instabilen Welt zu suchen; eine nahezu desaströse Situation, wie Sönke Neitzel in der Sendung Maischberger angedeutet hat. „Wir können nur hoffen, dass die Bundeswehr nie kämpfen muss. „Den Nachweis, das wir reformfähig sind, das wir uns als Staat, auch als EU anpassen können an die Bedrohung, den haben wir nicht erbracht.“

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