US-Wahl

Trump präsentiert im Wahlkampf angebliche Fakten – Das Netz reagiert

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Im Rennen gegen Kamala Harris verfolgt Donald Trump den Ansatz, angebliche „Versäumnisse“ der Biden-Regierung zu unterstreichen. Mit ungewöhnlichen Argumenten.

Washington – Es ist das gute Recht eines Herausforderers im Wahlkampf, die politischen Entwicklungen unter der Regierung infrage zu stellen, zu kritisieren und zu erklären, was man selbst besser zu machen gedenkt. Dieser Taktik folgt auch der abgewählte US-Präsident Donald Trump, doch bei seinen abgelesenen Sünden der aktuellen Regierung unter Joe Biden und Vize-Präsidentin Kamala Harris stößt er immer wieder auf Unschärfen.

Nach einem umstrittenen Auftritt vor Medien in seinem Anwesen in Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida in der vergangenen Woche, ist der 78-Jährige am Donnerstag (15. August) in Bedminster im US-Staat New Jersey erneut vor die Kameras getreten, um zu erklären, wie Biden und Harris der US-Bevölkerung und der Wirtschaft des Landes schaden. Vor allem eine Bemerkung brachte ihm dabei mächtig Kritik und Spott ein.

Bei einem Auftritt in Bedminster (New Jersey) behauptete Trump, dass „mehr als 100 Prozent“ der neu geschaffenen Jobs in den USA an Migrantinnen und Migranten gehen.

„Mehr als 100 Prozent der Jobs“: Trump kassiert Häme nach Pressekonferenz

So behauptete Trump bei seinem Auftritt vor laufenden Kameras nicht nur, dass „100 Prozent der neu geschaffenen Jobs“ von Migrantinnen und Migranten übernommen würden, während sich im Laufe des Juli weitere 350.000 Menschen in den USA als arbeitslos gemeldet hätten. In einem Nachsatz ergänzt er dazu: „Tatsächlich sogar mehr als 100 Prozent, die Zahl ist viel höher als das.“

Vor allem auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) haben etliche Nutzerinnen und Nutzer Trumps mathematische Unschärfe kritisiert und die Aussage etwa als „irrsinnig wahnhaft“ bezeichnet oder vorausgesagt, dass Trump bis zur nächsten Woche womöglich alle bisher geltenden Regeln der Mathematik als ungültig erklären wolle. Die Tweets zitierte etwa die US-Nachrichtenseite Mediaite.com, die auch ein Video der Presseerklärung ins Netz stellte.

Trumps Strategie: Sender entlarvt im US-Wahlkampf falsche und sinnverzerrte Angaben

Dabei berichtet die Nachrichtenseite, dass Trump bereits bei seiner Pressekonferenz in Mar-a-Lago mit Unwahrheiten aufgefallen sei und in dem rund einstündigen Auftritt laut einer Auswertung von Faktencheckern des Rundfunknetzwerks NPR 162 falsche und sinnverzerrte Dinge behauptet hätte. Dazu gehörte etwa eine Geschichte über einen angeblichen Beinahe-Helikopterabsturz, den Trumps angeblicher Mitreisender als Märchen dementiert hat, und Trumps Behauptung, die US-Wirtschaft stehe vor einem nahenden Zusammenbruch und sei „wirtschaftlich am gefährlichsten Punkt ihrer Geschichte“. Letzteres lasse sich mit aktuellen BIP-Zahlen laut NPR leicht widerlegen.

Seit sich der für sein Alter kritisierte Biden aus dem demokratischen Präsidentschaftswahlkampf zurückgezogen hat und eine Wahlempfehlung für Harris abgab, haben die Demokraten in Umfragen wieder wichtige Prozentpunkte gewonnen. Selbst in etlichen Swing States liegt die Partei inzwischen knapp vorn. (saka)

Rubriklistenbild: © Adam Gray/AFP

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