US-Außenpolitik

Trump setzt CIA im Kampf gegen venezolanischen Drogenschmuggel ein

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Obwohl Venezuela laut DEA nur eine geringe Rolle spielt, plant Trump neue Geheimdienst-Einsätze zur Bekämpfung des Drogenhandels.

Donald Trump will den Auslandsgeheimdienst der USA in Venezuela einsetzen. Eigentlich unterliegen Aktionen der CIA strenger Geheimhaltung – Trump gab den Plan trotzdem gegenüber der Presse im Oval Office preis. Die Gründe liefert der Präsident gleich mit: Zum einen lasse Venezuelas Präsident Nicolás Maduro Kriminelle aus seinen Gefängnissen gezielt in die USA ausreisen. Zum anderen überschwemme das Land die Vereinigten Staaten mit Rauschgift. „Viele Drogen kommen aus Venezuela, und viele der venezolanischen Drogen kommen über das Meer“, behauptete Trump. Den Transport werde man dann auch über den Landweg stoppen.

Trump liefert im Oval Office im Beisein seiner Getreuen eine Interpretation der Realität.

Dass das nicht nur griffige Parolen waren, das hatte Trump schon zuvor in seinem „War on Drugs“ klargemacht, wie die Angriffe auf vermeintliche Drogenschiffe jüngst in der Karibik zeigten. Mindestens 27 Menschen sollen dabei bislang ums Leben gekommen sein. Das Weiße Haus selbst teilt entsprechende Videos über die sozialen Medien.

Internationale Kritik an Trumps „War on Drugs“

International haben diese Aktionen reichlich Kritik ausgelöst, vor allem, weil die US-Regierung bislang keine Angaben zur rechtlichen Grundlage ihrer Angriffe gemacht hat. Die UN rufen die USA im Kampf gegen den Drogenhandel zur Wahrung der Menschenrechte auf – Venezuela spricht von einem „Putschversuch“. Dessen UN-Botschafter Ricardo Moscoso warnte laut Reuters vergangene Woche davor, dass sein Land womöglich „in sehr kurzer Zeit mit einem bewaffneten Angriff konfrontiert wird“.

Auch Diktator Maduro befürchtet einen von der CIA geplanten „Staatsstreich“. Im Oval Office wurde Trump gefragt, ob der Dienst angewiesen worden sei, den venezolanischen Präsidenten zu „beseitigen“. „Eine solche Frage will ich nicht beantworten“, kam die Antwort. „Das ist eine lächerliche Frage.“ Dass die Vereinigten Staaten ein Kopfgeld von 50 Millionen Dollar auf Maduro ausgesetzt haben, ist Fakt. Und auch in einem Bericht der „New York Times“ unter Berufung auf amtliche Quellen heißt es, dass man sehr wohl darauf abziele, Maduro aus dem Amt zu entfernen, weil der linksautoritäre Staatschef ein Drogenkartell anführe, das die USA mit Rauschgift überflute.

Trump will CIA in Venezuela einsetzen – trotz vergleichsweise geringer Rolle bei Drogenschmuggel

Daten der Drogenbekämpfungsbehörde der USA (DEA) zeigen aber, dass Venezuela eine vergleichsweise geringe Rolle beim Drogenschmuggel in die USA spielt. Die New York Times berichtete, dass lediglich acht Prozent des in die USA transportierten Kokains über die Karibik kommt, dem direkten Seeweg des Landes in die Staaten. Eine wesentlich größere Rolle spielt Kolumbien, das zusammen mit anderen Ländern rund 74 Prozent der Droge über den Pazifik schleust.

Trumps Vorhaben, mit der US Navy den Drogenschmuggel aus Venezuela stoppen zu wollen, scheitert aber noch an anderer Stelle: Die Opioid-Krise in den USA wird vor allem durch die Droge Fentanyl bestimmt, ein synthetisches Schmerzmittel, das nicht auf dem Seeweg ankommt. „Mexiko war die einzige signifikante Quelle für illegales Fentanyl oder Fentanyl-Analoga 2022“, heißt es in einem Bericht des US-Außenministeriums.

Trump scheint das aber zu ignorieren, denn – wie er der Presse diktierte – man habe auf den Überresten der zusammengeschossenen Boote „Fentanylstaub“ gefunden.

Rubriklistenbild: © Andrew Caballero-reynolds/AFP

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