Trump sieht sich als Nummer 1 und Putin als „Nummer zwei in der Welt“
VonKatja Thorwarth
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Das Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska ist in Bezug auf den Ukraine-Krieg ergebnislos zu Ende gegangen.
Anchorage – Kurzfristig war das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin anberaumt und weltweit medial hochgejazzt worden. Doch schnell war klar: Einen wirklichen Fortschritt in Sachen Waffenruhe im Ukraine-Krieg wird es auch mit der Vermittlung des „Dealmakers“ Trump nicht geben. Was also bleibt an Erkenntnis jenseits der Tatsache, dass der Austausch „keine Veränderungen“ (Oleksandr Merezhko, Vorsitzender des Außenausschusses im ukrainischen Parlament) hinsichtlich der Kampfhandlungen gebracht hat?
Handshake, Chaos, große Gesten: Das Trump-Putin-Treffen in Bildern
Vorab: Für den Friedensnobelpreis dürfte es nicht reichen und vermutlich auch nicht für einen Trump-Tower in Moskau. Denn dafür gebe es noch zu viele Meinungsverschiedenheiten, wie Putin erklärte: „Es gibt keine Einigung, bis es eine Einigung gibt“, wird er von der New York Times zitiert. Trump formulierte es positiver: „In vielen Punkten wurde Einigung erzielt, und es gibt nur noch wenige, die offen sind“, sagte er auf der Pressekonferenz, auf der keine Pressefragen zugelassen wurden.
Putin wird nach dem Treffen mit Trump in Alaska als Sieger gesehen
Einig scheinen sich hingegen die Beobachter:innen in einem zu sein: Als Gewinner geht der Kreml-Chef aus dem Gespräch hervor, weil er der einzige ist, der profitiert. Nach Jahren der Ausgrenzung durch den Westen kehrte er zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt auf amerikanischen Boden zurück, begrüßt von amerikanischen Kampfjets, einem roten Teppich und einer Fahrt in der Limousine von Trump. Und ohne Gegenleistung, denn Zugeständnisse machte er keine. Aber Trump konstatierte: „Ich hatte immer ein fantastisches Verhältnis zu Präsident Putin, zu Wladimir.“
Entsprechend durfte der Gast auch seine Meinung zu den Ursachen des Ukraine-Kriegs darlegen, ohne den Widerspruch eines Trump zu erfahren. Von „schwerwiegenden Konsequenzen“, die Trump noch kürzlich angekündigt hatte, war nichts mehr zu vernehmen. Vielmehr ließ er sich von Putin loben: Wäre er im Amt gewesen, der Einmarsch Russlands in die Ukraine hätte „nicht stattgefunden“.
Geht Trump demnächst auf einen Putin-Besuch nach Moskau? Die Einladung steht
Als Putin schließlich vorschlug, Trump das nächste Mal in Moskau zu treffen, zeigte sich dieser nicht abgeneigt. „Oooh, das ist interessant“, sagte er, und weiter: „Ich weiß nicht, das wird mir wohl etwas Ärger einbringen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es passiert.“ Wie die NYT schreibt, war Barack Obama 2013 der letzte US-Präsident, der nach Russland zum G20-Gipfel in St. Petersburg reiste. „Dieses Jahr scheint auch das letzte Jahr zu sein, in dem Trump in Russland war, als er dort den Miss-Universe-Wettbewerb ausrichtete.“ Seinerzeit soll er darauf spekuliert haben, mit Putin Kontakt aufzunehmen: „Wird er mein neuer bester Freund werden?“
Auf Fox News hingegen klingen Trumps Aussagen im Nachklang weniger wie die Worte eines „besten Freundes“. Es sei gut, „wenn zwei Großmächte sich verstehen, vor allem, wenn sie Atommächte sind. Weißt du, wir sind die Nummer eins, sie sind die Nummer zwei in der Welt, und das ist eine große Sache … man will dieses Wort nicht einmal erwähnen. Das Wort ‚atomar‘“, sagte er dem konservativen Moderator Sean Hannity. Dass Trump die Nummer 1 ist und Putin die 2 hat man in Alaska jedoch so nicht wahrgenommen.